Rürup-Rente für Freiberufler

In der Ansparphase kann der Freiberufler einen steuerlichen Vorteil genießen, wenn er die Rürup-Rente abgeschlossen hat.

Dies ist unter anderem ein Punkt, warum die Rürup-Rente bei Freiberuflern so beliebt ist.

Der steuerliche Vorteil bezieht sich darauf, dass die Beiträge für die Vorsorge von der Steuer abgezogen werden können, wobei sich der Anteil der abzugsfähigen Beträge steigert.

Im Jahr 2010 waren es 70 Prozent, anfänglich wurden nur 60 Prozent als abziehbarer Betrag gefördert.

Für Ehepaare gilt dann der doppelte Betrag (Alleinstehende 2010 maximal 14.000 Euro).
Für das Jahr 2025 sind 100 Prozent der Beiträge als abzugsfähig geplant.

Die Beiträge müssen aber nicht die maximale Grenze erreichen, natürlich sind auch geringere Beiträge möglich.



Wer als Freiberufler aber zum Beispiel über die Künstlersozialkasse versichert ist und hier Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, muss die dafür aufgewendeten Beiträge mit anrechnen und kann von den Beiträgen für die Rürup-Rente nur noch einen geminderten Anteil von den Steuern abziehen.

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Rüruprente für den FreiberuflerDie Rürup-Rente muss bei Eintritt in das Rentenalter und damit bei Beginn der vereinbarten Zahlungen versteuert werden.

Wie hoch der Anteil der Steuern ist, hängt davon ab, wann die Rente angetreten wird. Bis zum Jahr 2040 werden die zu zahlenden Steuern stückweise angehoben, bis dann der gesamte Betrag versteuert werden muss.

Die Rürup-Rente wurde anfangs nur von Versicherungsunternehmen angeboten, inzwischen sind es auch Investmentgesellschaften oder Banken, die solche Verträge offerieren.
Allerdings ist das Angebot hier noch nicht sehr vielfältig.

Versicherer bieten die Rürup-Rente als klassische Rentenversicherung an, außerdem als fondsgebundene Versicherung.

Bei der klassischen Rentenversicherung wird eine garantierte Verzinsung geboten, bei der fondsgebundenen Versicherung hingegen nicht.

Bei der Rürup-Rente auf den Rentenfaktor achten

Wichtig ist, dass bei Abschluss der Rürup-Rente darauf geachtet wird, wie hoch der so genannte Rentenfaktor ist.

Dieser bildet die Basis für die spätere Rente und je höher dieser Faktor ist, desto höher fällt in Zukunft auch die Rente aus.

Der Rentenfaktor sollte nicht erst bei Beginn der Rente festgelegt werden.

Teilweise bieten die Gesellschaften eine Garantie auf die Rente, die sich aus den eingezahlten Beiträgen ergibt. Hier werden keine Zinsen aufgerechnet. Der Kunde bekommt dafür eine Überschussbeteiligung, bei der Art der Beteiligung kann der Kunde dann wählen.

Am günstigsten ist dabei die Auszahlung in Form von Einmalbeträgen, denn damit wird eine höhere Rente garantiert.

Ist die Rüruprente für Freiberufler sinnvoll?

Ein Freiberufler kann niemals garantieren, wie die Geschäfte laufen und ob die vielleicht momentan gute Auftragslage mit hohen Honorareinnahmen so bleiben wird.

Laufen die Geschäfte nun aber schlechter, als geplant, besteht immer noch Anspruch auf Arbeitslosengeld II, selbst wenn ein Vertrag für die Rürup-Rente besteht.

Allerdings dürfen Sie keine größeren Beträge in die Rürup-Rente einzahlen, wenn Sie vorhaben, Ihre Freiberuflichkeit aufzugeben.

Müssen Sie als Freiberufler Insolvenz anmelden, ist das angesparte Vermögen in der Rürup-Rente aber geschützt.


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Rüruprente für Freiberufler sinnvollLaut Tests ist es allerdings so, dass die Rürup-Rente nur für ältere Freiberufler geeignet ist, die geringe Aufwendungen für die Krankenversicherung und andere Vorsorgeversicherungen ausgeben.

Der Grund ist, dass neben den Aufwendungen für die Rürup-Rente nur noch maximal 2400 Euro von der Steuer abgesetzt werden können.

Außerdem sollte der persönliche Steuersatz relativ hoch sein, die Zeit bis zur Rente nur noch kurz.

In der Ansparphase können diese Sparer von den steuerlichen Vergünstigungen profitieren und müssen bei der Auszahlung dann einen vergleichsweise geringen Anteil der Rente versteuern.

Steuerlicher Vorteil für älteren Freiberufler bei der Rürup-Rente

Ein Freiberufler hat im Jahr 2009 einen Vertrag für die Rürup-Rente abgeschlossen, der fünf Jahre lang dauern soll.



Er geht als 2014 in Rente und muss nun nur 68 Prozent der Rente versteuern.
Dabei kann er aber schon im Jahr 2010 70 Prozent der Beiträge absetzen.

Jüngere Sparer können die Beiträge zwar auch in der Höhe absetzen, beziehungsweise in den folgenden Jahren in steigender Höhe, aber sie müssen ihre Rente zu 100 Prozent versteuern, wenn sie ab dem Jahr 2041 in Rente gehen.
Natürlich ist für sie auch ein Vorteil erkennbar, aber dieser ist eben nicht so groß, wie bei älteren Sparern.

Beratung zur Rürup-Rente

Wer als Freiberufler darüber nachdenkt, eine Rürup-Rente abzuschließen, sollte unbedingt auf eine neutrale Beratung achten.
Denn die Versicherungsunternehmen sind natürlich nur in der Lage, zu dem von ihnen gebotenen Produkt – das selbstverständlich das Beste auf dem Markt ist! – Auskunft zu geben.

Dass dieses Produkt aber für den betreffenden Kunden nicht unbedingt die beste Variante ist, ist klar.
Denn die EINE Rürup-Rente gibt es nicht, die für jeden passt und individuelle Gegebenheiten dabei mit berücksichtigt.


Mehr Risiko oder mehr Sicherheit für das Riester-Produkt

Wer risikobewusster ist, interessiert sich vielleicht mehr für die Rendite und das Risiko, wie hoch dieses sein kann und was getan werden kann, um möglichst viel Geld am Ende der Laufzeit des Vertrags zu haben.
Wer mehr auf Sicherheit setzt, informiert sich besser über die klassischen Versicherungen, die von den verschiedenen Anbietern offeriert werden, und erfährt mehr über Rentabilität und Sicherheit des eingezahlten Geldes.


Beratung über Verbraucherzentrale, Banken und Versicherungen

Eine Beratung wird zum Beispiel von Verbraucherzentralen angeboten, es gibt aber auch die Möglichkeit, hier einfach das Internet oder die diversen Veröffentlichungen der Finanztests zu nutzen.

Eine neutrale Bewertung ist schon allein aus dem Grund enorm wichtig, weil nur so das perfekt passende Produkt gefunden werden kann, das auf den künftig Versicherten exakt zugeschnitten ist und nicht auf die Wünsche des Versicherers.
Lohnenswert kann daher auch ein Vergleich der verschiedenen Beratungen sein.


Nutzen Sie dazu die Beratungsangebote von Versicherungsunternehmen, von Banken und Investmentgesellschaften, nachdem Sie eine für Sie passende Vorauswahl getroffen haben.

Sie werden verschiedene Rürup-Produkte vorgestellt bekommen und wissen später genau über Rentabilität, Flexibilität und eventuelle Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Versicherungen Bescheid.

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Beratung zur Rürup-Rente

So können Sie die Rürup-Rente zum Beispiel mit einer Berufsunfähigkeitsrente kombinieren, was wiederum steuerliche Vorteile mit sich bringen kann.

Anbieter-Wechsel bei der Rürup-Rente in der Ansparphase

Bedenken Sie, dass die Bindung an den Versicherer durch einen Vertrag für die Rürup-Rente sehr lang sein kann. Wichtig ist daher, dass ein Anbieterwechsel möglich sein sollte, was vertraglich festgehalten werden muss.

In der Ansparphase kann so der Vertragspartner gewechselt werden, wenn Sie mit diesem unzufrieden sind.

Allerdings sollten Sie bedenken, dass mit einem solchen Wechsel auch Kosten verbunden sein können.

Klären Sie im Rahmen einer Beratung auch, ob die Beitragsfreistellung möglich ist, denn wenn Sie den Beitrag nicht mehr aufbringen können, ist das eine gute Lösung.

Mögliche Produkte der Rüruprente

Die Gestaltung der einzelnen Produkte, die für eine Rürup-Rente in Frage kommen, ist unterschiedlich.

So dürfen die Leistungen nicht als Einmalzahlung erfolgen, sondern in Form einer lebenslangen Rente.

Außerdem muss der Versicherte mindestens 60 Jahre alt sein, ehe die Auszahlung beginnen kann.

Vorzeitige Kapitalauszahlungen sind ausgeschlossen. Die Angebote sind nicht übertrag- oder vererbbar.


Angeboten wird einmal die Rürup-Rente in Form einer klassischen Rentenversicherung und in Form einer fondsgebundenen Versicherung.

Bei der erstgenannten Variante ist die garantierte Verzinsung möglich, bei der fondsgebundenen Versicherung hingegen nicht.

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Produkte Rürup-RenteDie Rendite einer fondsgebundenen Versicherung ist immer davon abhängig, wie sich der Fonds in der Zeit des Ansparens entwickelt.

Hier spielt zudem der Rentenfaktor eine Rolle, denn je höher dieser ist, desto höher fällt die garantierte Rente aus.

Lassen Sie sich daher nicht darauf ein, den Rentenfaktor erst zu Beginn der Auszahlungsphase festlegen zu lassen.

Dies bringt unnötige Unsicherheiten mit sich.

Der Vorteil der fondsgebundenen Versicherung ist die Chance auf eine hohe Rendite – wenn sich denn der Fonds entsprechend entwickelt.

Der Nachteil ist also, dass niemand so genau weiß, wie sich der Fonds entwickelt und wie der Rentenfaktor sein wird.

Bei der klassischen Rentenversicherung hingegen ist die Verzinsung garantiert, dafür kann die Rendite niedriger ausfallen.



Der Vorteil ist hingegen, dass das Kapital sicherer ist. Das einmal eingezahlte Kapital ist sicher, ein Verlustrisiko besteht nur, wenn der geschlossene Vertrag nicht durchgehalten wird.

Für risikofreudige Sparer ist die fondsgebundene Versicherung also eine geeignete Möglichkeit, sofern sie über eine Basisabsicherung verfügen. Diese Art der Versicherung ist allerdings mit deutlich höheren Kosten verbunden, als zum Beispiel der Rürup-Fondssparplan.

Hinterbliebenenschutz in den Riester-Vertrag mit aufnehmen

Sinnvoll ist es, einen Schutz für die Hinterbliebenen in den Vertrag mit aufzunehmen.

Der vertraglich vereinbarte Hinterbliebenenschutz in Form einer Rente wirkt sich allerdings mindernd auf selbige aus.

Geringer sind die Leistungseinbußen bei der Variante, dass für den Todesfall keine Rente an die Erben, sondern die Auszahlung der angesparten Beträge vereinbart wird.

Diese Beitragsrückgewähr kann auch nach einer Heirat oder Geburt noch nachträglich in den Vertrag mit aufgenommen werden.

Sinnvoll kann es auch sein, eine Rentengarantiezeit zu vereinbaren, die dann zum Tragen kommt, wenn der Versicherte kurz nach Eintritt in die Rente stirbt. Die Hinterbliebenen bekommen dann bis zum vereinbarten Zeitpunkt die Rente weiter gezahlt.

Zulässige Produktgestaltung

Nicht jedes Produkt ist im Rahmen der Rürup-Rente für den Freiberufler förderfähig.

Wichtig:
Die erbrachten Leistungen aus der Basisrente müssen in Form einer lebenslangen Rente erfolgen und die erste Auszahlung der Leistungen ist erst ab dem 60. Lebensjahr möglich.

Eine Einmalzahlung des gesamten Sparguthabens ist nicht erlaubt. Generell sind auch teilweise Kapitalauszahlungen ausgeschlossen. Die angebotenen Produkte dürfen nicht vererbbar, veräußerbar, beleihbar oder übertragbar sein.

Erst dann, wenn alle diese Kriterien eingehalten werden, kann das Produkt für die Rürup-Rente in Frage kommen. 

Verschiedene Produkte sind auf dem Markt

Es stehen dem Anleger unterschiedliche Anlageformen zur Auswahl. Sie unterscheiden sich in Bezug auf Rendite und Risiko, Flexibilität und natürlich Kosten. Nicht jedes Produkt kann für jede Laufzeit eingesetzt werden. 

Die klassische Rentenversicherung ist sehr sicherheitsorientiert und bietet eine garantierte Verzinsung.
Die spätere Rente wird garantiert und schon bei Abschluss des Vertrags bekannt gegeben. 

Die Basisrente kann auch über einen Fondssparplan laufen, dabei wird in Investmentfonds investiert.
Es gibt eine Beitragsgarantie sowie eine dynamische Anlagestrategie. 

Die fondsgebundene Rentenversicherung kombiniert Rentenversicherung und Fondssparplan.

Das gesamte Kapital wird in eine Versicherung geschichtet.

Der Anleger kann aus verschiedenen Anlagestrategien wählen und teilweise die Fonds selbst bestimmen.

Dazu gibt es eine Fondspolice, die keine Garantie gewährt. Hier ist das Risiko bedeutend höher, dafür können auch die Gewinne größer sein. 

Mehr Informationen ab 2013

Für die Rürup-Rente gilt, dass ab 2013 eine bessere Information für alle Versicherten vorliegen soll.

Wer eine Basisrente abschließen möchte, muss durch die verschiedenen Anbieter besser informiert werden.

Dieser Plan der Bundesregierung, die dafür vorsieht, dass die Anbieter der Rürup-Rente ein Produktinformationsblatt herausgeben müssen, soll im Laufe des Jahres umgesetzt werden.

Genannt werden sollen die Höhe der garantierten Rente sowie sämtliche Kosten, die mit Abschluss und Verwaltung der Verträge in Zusammenhang stehen.

Dabei soll berücksichtigt werden, inwieweit die Kosten die letztendliche Rente mindern werden. 


Weitere Änderungen in 2013

Auch hinsichtlich der Steuern gibt es für 2013 eine Änderung.

Während die Beiträge bis zu 24.000 Euro pro Person und Jahr betragen dürfen (bei Verheirateten insgesamt bis zu 48.000 Euro) steigt die steuerliche Abzugsmöglichkeit auf 76 Prozent an.
Im Jahr 2025 wird dann die maximale Endstufe der steuerlichen Förderung erreicht.

Das Finanzamt erkennt dann 100 Prozent der Ausgaben als Sonderausgaben an.

Wichtig:
Wenn andere förderfähige Beiträge gezahlt werden, verringert sich die steuerliche Absetzbarkeit für die Rürup-Rente.

Wer also zusätzlich in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, muss diese Beiträge von der maximalen Fördersumme abziehen. 

Tipp:
Selbstständige sollten für ihre Altervorsorge als Rürup und Riester Sparer gut für ihr Alter vorsorgen.
Der Vergleich der Versicherer mit der besten Rendite erfolgt stets über einen Vergelich mit einem Rechner.


Sicherheit der Rentenversicherung

Die Rürup-Rente ist sicher vor Hartz-IV Forderungen. Angesparte Beiträge dürfen nicht durch den Gesetzgeber im Rahmen der Grundsicherung als Vermögen angerechnet werden.

Außerdem ist die Rente sicher vor einer möglichen Pfändung.
Im Falle einer Insolvenz können weder Beiträge noch Förderungen verwertet werden. 

Die Beiträge für die Vorsorge können jedoch nicht als Betriebsausgaben angesetzt werden, denn sie zählen zur privaten Absicherung.

Die eingezahlten Beträge können aber als Sonderausgabe gemäß der Staffelung der Einkommenssteuererklärung geltend gemacht werden. 


Nachteile der Rürup-Rente

Natürlich bietet die Rürup-Rente nicht nur Vorteile.

Die Nachteile sind vor allem in der fehlenden Flexibilität zu sehen. Das Geld, das hier im Vertrag angespart wird, kann lediglich für die Altersvorsorge eingesetzt werden.

Außerdem ist die Rente im Todesfall nicht vererbbar. Um dies zu erreichen, muss ein gesonderter Schutz für die Hinterbliebenen in den Vertrag mit aufgenommen werden.

Damit einher geht aber eine Senkung der staatlich garantierten Rente.

Eine Einmalzahlung der angesparten Beträge ist nicht möglich, es können nur monatliche Rentenzahlungen in Anspruch genommen werden.

Frühestens ist die Auszahlung ab dem 60. Lebensjahr möglich, ein früherer Renteneintritt wäre möglich, ginge jedoch ohne Rentenzahlung durch die Rürup-Rente einher. 


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