Definition Freiberufler

Der Begriff des Freiberuflers wird oft sehr ungenau verwendet, dabei gibt es eine genaue Definition für die freien Berufe. Beim Definieren selbst hilft eine kleine Checkliste, die die wichtigsten Merkmale der freien Berufe beinhaltet:

- Der Beruf erfordert eine hohe berufliche Ausbildung oder eine besondere schöpferische Begabung.
- Die Tätigkeit wird unabhängig und eigenverantwortlich selbstständig ausgeübt.
- Es wird kein Handel oder eine Massenproduktion betrieben.
- Die eigene Arbeitsleistung steht im Vordergrund.
- Der Beruf wird als Katalogberuf im Einkommenssteuergesetz geführt.

Freiberufler werden entweder in die Katalogberufe oder in die katalogähnlichen Berufe eingruppiert.

Wenn ein gewerblicher Anteil bei der Arbeit vorhanden ist oder die Arbeit nicht komplett durch eine eigene geistige Leistung ausgeübt werden kann, so neigen die Finanzämter zur gewerblichen Einstufung.

Diese wiederum bringt mit sich, dass der Betreffende sich beim Gewerbeamt anmelden muss und auch zur Zahlung von Gewerbesteuer verpflichtet ist. Ansonsten reicht die Anmeldung beim Finanzamt aus. Hier wird eine Steuernummer vergeben und es wird festgelegt, ob der Betreffende zur Zahlung von Einkommenssteuer im Voraus verpflichtet ist. In der Regel muss eine Steuererklärung abgegeben werden.

Der Kleinunternehmer

Wer sich als Kleinunternehmer registrieren lässt, das heißt, wer im ersten Jahr bis zu 17.500 Euro verdient und im Jahr darauf nicht mehr als 50.000 Euro, muss keine Umsatzsteuer zahlen und kann von der einfachen Gewinnermittlung Gebrauch machen.

Freiberufler  ermitteln den Gewinn über Einnahmen-Überschussrechnung

Die Einnahmen-Überschussrechnung ist ausreichend, eine Bilanzierung ist nicht zwingend.
Angehörige der freien Berufe müssen sich weder in das Handelsregister eintragen lassen, noch sind sie dazu verpflichtet, in der IHK Mitglied zu werden. Sie profitieren von deutlich einfacheren Vorschriften bzgl. der Buchführung und des Rechts.

Bin ich als Freiberufler geeignet?

als Freiberufler geeignet

Viele malen sich aus, wie toll das Leben als Freiberufler wäre:
Kein Chef, der einem sagt, was wann gemacht werden muss, keine festen Arbeitszeiten und das Gehalt ist theoretisch nach oben offen.

Doch so rosig ist es nicht. Denn auch wenn kein direkter Vorgesetzter vorhanden ist, so sind doch die Belange der Auftraggeber wichtig.

Die Arbeitszeiten regeln sich von selbst, denn die Aufträge müssen erledigt werden, egal, ob es später am Abend wird oder auch am Wochenende gearbeitet werden muss.

Das Honorar kann nur für die erledigte Arbeiten eingenommen werden. Das bedeutet, fällt der Freiberufler aufgrund Krankheit oder Urlaub aus, wird auch kein Geld eingenommen.

Das muss bei der Kalkulation des Honorars berücksichtigt werden. Und immerhin ist das letztendliche Einkommen von Aufträgen abhängig, es gibt kein monatliches Grundhonorar, mit dem sicher zu rechnen ist.
Jeder, der den Schritt in die Freiberuflichkeit wagen will, sollte sich über die Konsequenzen im Klaren sein. Denn der Leistungsdruck ist auch unter den Freien groß.

Zur eigentlichen Arbeit kommen schließlich die verwalterischen Tätigkeiten, die nicht jedermanns Sache sind und die vielleicht auch erst erlernt werden müssen.
Wichtig sind immer Erfahrungen und eventuell sogar bestehende Kontakte, die für die freiberufliche Tätigkeit genutzt werden können.

Es gibt sicher auch die Chance, als Freier Erfolg zu haben, wenn die Arbeit gleich nach der Ausbildung aufgenommen wird. Allerdings stehen die Zeichen eher auf Erfolg, wenn die Branche bekannt ist, wenn auch Probleme bereits gemeistert wurden und der Neuling als Freier nicht völlig blauäugig startet.

Wer überprüfen will, ob die Tätigkeit als Freiberufler für ihn geeignet ist, kann einmal die folgende Checkliste durchgehen. Wenn die meisten Fragen mit „ja“ beantwortet werden können, kommt die selbstständige Arbeit in Frage.

Checkliste:
1. Ich kann mir eigene Ziele setzen und mich immer wieder neu motivieren.
2. Ich komme mit meinem Einkommen auch dann klar, wenn es nicht regelmäßig erzielt wird oder unterschiedlich hoch ausfällt.
3. Ich kann auch abends und am Wochenende arbeiten, eine 40-Stunden Woche ist anfangs nicht drin.
4. Ich habe einen Blick für das Wesentliche.
5. Ich kann neue Ideen verfolgen.
6. Auch unangenehme Arbeiten erledige ich schnell und ohne Aufhebens.
7. Bei Problemen suche ich eine Lösung.
8. Ich komme auch mit Niederlagen klar.
9. Ich stehe hinter meiner Tätigkeit.
10. Ich kann auf Menschen zugehen und knüpfe rasch neue Kontakte.
11. Ich kann geduldig mit meinen Zeitgenossen sein.
12. Ich bin selbstbewusst und kann meine Rechte vertreten.
13. Ich bin bereit, mich weiterzubilden.

Existenzgründung – Anmeldung beim Finanzamt

als Freiberufler beim Finanzamt anmelden

Vor dem Start in die berufliche Selbstständigkeit steht die Anmeldung beim Finanzamt.
Diese ist unbedingt wichtig, denn ein erzieltes Einkommen muss nun einmal versteuert werden.

Wer bis zu einer Geringfügigkeitsgrenze von 400 Euro pro Monat wirtschaftet, der muss die Anmeldung nicht vornehmen. Aber wer als Freiberufler tätig sein will, der wird sich wohl kaum an diese niedrige Grenze halten wollen.

Das zuständige Finanzamt schickt auf Anfrage gern ein entsprechendes Formular zur Anmeldung zu, es kann aber auch im Internet heruntergeladen werden.

Es werden darin aber auch Fragen gestellt, die man als Freiberufler nicht beantworten muss, denn das Formular ist nicht exakt auf Freiberufler zugeschnitten.
Das Finanzamt will aber zum Beispiel wissen, wie hoch der geschätzte Gewinn sein wird. Dafür müssen Einnahmen gegen Ausgaben gerechnet werden.

Relevant ist das Jahr der Gründung ebenso, wie das folgende Jahr. Die Schätzung sollte realistisch vorgenommen werden, denn anhand dieser Daten werden die Vorauszahlungen für die Einkommenssteuer berechnet.

Wichtig sind zudem weitere Einnahmen, die aus Vermietung oder einem bestehenden Arbeitsverhältnis stammen können. Es muss des Weiteren angegeben werden, ob Mitarbeiter eingestellt werden sollen oder ob die Kleinunternehmerregelung zur Anwendung kommen soll.

Soll eine Personengesellschaft gegründet werden oder will man als Freiberufler einer bestehenden Personengesellschaft beitreten?

Wird eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer benötigt?
Sind alle Formulare ausgefüllt, werden sie an das zuständige Finanzamt übermittelt und dieses legt die Höhe der zu zahlenden Einkommenssteuer fest.

Mit der Anmeldung beim Finanzamt darf nicht zu lange gewartet werden, maximal sind drei Monate nach Beginn der freiberuflichen Tätigkeit erlaubt.
Die Steuern werden dem Freiberufler dann rückwirkend eingezogen, ansonsten sind sie im Voraus zu zahlen.

Networking der Freiberufler

Networking als Freiberufler

Zu Beginn der freiberuflichen Tätigkeit ist es von immenser Bedeutung, auf Kontakte zurückgreifen zu können.

Wer völlig ohne solche zu starten versucht, wird erst einmal eine längere Durststrecke überwinden müssen, was zum einen nicht jedermanns Sache ist und zum zweiten auch erst einmal finanziert werden muss.

Daher sollte am besten schon vor dem Start in das Freiberuflerdasein ein umfangreiches Netzwerk aufgebaut werden.

Spätestens mit Beginn der Tätigkeit sollte dies vorgenommen werden. Persönliche Kontakte spielen dabei ebenso eine Rolle, wie Kontakte über das Internet. Wichtig ist dabei, welche Kunden denn genau angesprochen werden sollen.

Wer vor dem Start als Freiberufler in einem Unternehmen angestellt war, wird sicherlich von den persönlichen Kontakten profitieren können, Arbeitskollegen und ehemalige Kunden helfen sicherlich gut weiter.

Gleich nach der Existenzgründung sollten diese daher auch davon in Kenntnis gesetzt werden, ob nun per Flyer oder per E-Mail. Diese Kontakte können auch genutzt werden, um Visitenkarten oder Flyer an Interessenten weiterzugeben.

Die Bitte nach Empfehlungen ist vielen vielleicht unangenehm, doch es wird niemand übel nehmen, wenn gesagt wird: „Falls Sie jemanden kennen, der einen Texter/ Illustrator / Bildredakteur /usw. benötigt, geben Sie ihm meine Nummer?“ Oder so ähnlich.

Wurde bisher für ein großes oder renommiertes Unternehmen gearbeitet, so kann die Bitte um eine Empfehlung oder um ein Referenzschreiben sinnvoll sein.

Kontakte im Internet sollten gezielt gesucht werden. Hier gibt es verschiedene Plattformen, die sich dafür anbieten. Denn gerade, wer als Freiberufler nicht in einem Büro außerhalb, sondern in den eigenen vier Wänden arbeitet, findet schwer neue persönliche Kontakte.

Eine gute Chance bietet hier die Plattform XING. Hier ist die Suche nach neuen Geschäftspartnern leicht möglich und es kann zwischen einer Basis- und einer Premiummitgliedschaft gewählt werden. Doch auch die eher privat genutzten Plattformen, die Social Networks, können hilfreich sein.

Hier wird zwar nach Freunden gesucht, allerdings können auch an die eigene Pinnwand Beispiel der Arbeit gebracht werden – und man weiß ja nie, wer sich das ansieht und vielleicht selbst Bedarf an einer ähnlichen Arbeit hat.

 

Den Kontakt mit der Branche halten

Wer als Freiberufler neu startet, der sieht teilweise kein Land mehr, wenn es darum geht, neue Kunden zu akquirieren, die Rahmenbedingungen (Versicherungen, Steuern) zu regeln oder sich auf die Bearbeitung der Aufträge zu konzentrieren.

Der Kontakt mit der eigenen Branche ist daher wichtig, denn hier findet sich in der Regel immer Hilfe.
Für fast jeden freien Beruf gibt es eine Vereinigung bzw. Verbände, in die beigetreten werden kann und wo Hilfe zu erwarten ist.

Es werden unter anderem
- Angebote zur Weiterbildung und Information
- Günstigere Versicherungen
- Niedrigere Eintrittspreise für verschiedene Veranstaltungen der Branche (Messen, Kongresse)
- Rechtliche Beratungen
- Netzwerkveranstaltungen in der Region
- Werbeplattformen und Register
offeriert.

Einige Beispiele für Verbände:

- Lektoren: Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren
- Journalisten: Deutscher Fachjournalistenverband
- Grafiker und Webdesigner: Berufsverband der Deutschen Kommunikationsdesigner
- Dolmetscher und Übersetzer: Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer

Natürlich geht es nicht darum, der Konkurrenz Kunden auszuspannen.
Sondern es ergeben sich aus der Zusammenarbeit mit anderen Freiberuflern der Branche Synergien, die unbedingt genutzt werden sollten und vielleicht ist auch die eine oder andere Zusammenarbeit drin.
Eventuell will ein Freiberufler einen Auftrag abgeben, weil er selbst überlastet ist?

Oder jemand kennt jemanden, der einen kennt, der einen Freien aus einer anderen Branche benötigt?

Wer weiß, auf jeden Fall sollten die Möglichkeiten, die sich durch Kontakte mit der eigenen Branche ergeben, nicht ungenutzt verstreichen gelassen werden.