Altersvorsorge für freie Berufe

Die Freien Berufe sind in ihrer Art nicht statisch, sondern ständigen Veränderungen unterworfen.

So bilden sich immer wieder neue Freie Berufe heraus, die das Spektrum der bereits vorhandenen Berufe ergänzen und erweitern.

Die Gestaltung der Honorarsituation ist gleichermaßen verschieden, die Bandbreite reicht hier von extrem gut verdienenden Freiberuflern, die meist als Ärzte oder Berater tätig sind, bis hin zu extrem schlecht verdienenden Berufsgruppen, zu denen gerade die Pflegefachkräfte oder auch viele Künstler gehören.

Die Lage der Freien Berufe

Zu den Freien Berufen zählten ursprünglich die Freien Kulturberufe, die Freien technischen und naturwissenschaftlichen Berufe, die Freien Heilberufe und die rechts-, wirtschafts- und steuerberatenden Berufe.

Neu hinzugekommen sind „Zwischenberufe“, die praktisch aus einer der genannten Gruppen hervorgehen und zwischen den Kategorien stehen.

Zu nennen sind hier etwa Freien Heilhilfsberufe, die Freien Umweltberufe oder die Freien Informations- und Kommunikationsberufe.

Die Zahl der Freiberufler hat sich kontinuierlich nach oben entwickelt.

Waren es 1978 noch rund 295.000, waren es im Jahr 2000 schon 705.000 Menschen, die als Selbstständige freiberuflich tätig waren.

Ein neuer Höchststand wurde 2011 erreicht, als 1.143.000 Freiberufler gezählt wurden.

Während Ärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater oder Tierärzte auf die Honorarordnungen zurückgreifen können, wenn sie ihr Entgelt berechnen, müssen andere Freiberufler ihr Honorar selbst bestimmen.

Dies ist umso schwerer, weil die Konkurrenz in diesen Berufen sehr groß ist.

Der Drang, einen hohen Gewinn zu erwirtschaften steht dem Wunsch der Kunden, möglichst wenig Geld zu bezahlen, entgegen.

Die Kostensituation ist ein Grund dafür, dass es bei vielen Freiberuflern enorme Defizite in Bezug auf die Altersvorsorge gibt.

Hier kann zwar nicht verallgemeinernd von allen Freiberuflern davon gesprochen werden, dass sie im Rentenalter einen schlechten finanziellen Stand erwarten können.

Doch bei vielen Selbstständigen, die einem Freien Beruf angehören, werden sich im Alter Probleme aufgrund der mangelnden Vorsorge zeigen.

Altersvorsorge bei Angehörigen der Freien Berufe

Verschiedene Freiberufler müssen sich verpflichtend in den berufsständischen Versorgungswerken absichern.

Das trifft beispielsweise auf die Ärzte zu.

Im Rahmen der Vorsorge werden hier Leistungen gewährt, die in etwa denen der gesetzlichen Rentenversicherung gleichzusetzen sind.

Andere Freiberufler müssen sich in der Künstlersozialkasse versichern lassen, was auf Künstler und Publizisten zutrifft.

So müssen sich also Bildhauer, Maler oder Illustratoren in der KSK absichern lassen, auch Journalisten oder Texter und Autoren sind Pflichtmitglieder.

Der Vorteil für diese Berufsangehörigen, die oftmals recht wenig verdienen, besteht darin, dass sie hier nur die Hälfte der Beiträge zahlen müssen.
Die andere Hälfte wird durch den Bund bezuschusst.

Die Freiberufler erwerben damit Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung.

Wieder andere Freiberufler – so zum Beispiel die Freien Hebammen – sind gesetzlich pflichtversichert und müssen sich in der gesetzlichen Rentenversicherung absichern.

Dies bedeutet in vielen Fällen eine enorme Kostenbelastung, denn auch wenn die Beiträge einkommensgerecht berechnet werden können, gibt es doch Mindestbeiträge.

Der Vorteil für Berufsanfänger besteht darin, dass die Beiträge in den ersten drei Berufsjahren niedriger sind.

Reicht die gesetzliche Altersvorsorge?

Die Freiberufler, die sich gesetzlich rentenversichern, sollten diese Absicherung unbedingt durch eine private Altersvorsorge ergänzen.

Denn wenn zum Beispiel ein Künstler seine Beiträge über die KSK an die Rentenversicherung entrichtet, erwirbt er hier nur vergleichsweise geringe Ansprüche auf eine Altersrente.

Die Rente, die dann später einmal ausgezahlt werden wird, ist zu gering, als dass sich damit der gewohnte Lebensstandard halten ließe.

Empfehlenswert ist daher die Streuung der Altersvorsorge auf verschiedene Produkte.

Zum einen ist natürlich die gesetzliche Altersvorsorge zu nennen.

Diese kann der Freiberufler mit der Rüruprente oder Riester-Rente kombiniert werden.

Das Besondere an diesen Produkten ist die Steuerfreiheit in der Zeit des Ansparens und die Förderung durch den Staat.

Für den Sparer selbst und für dessen Kinder gilt, dass hier Fördersummen ausgezahlt werden, die die Produkte überhaupt erst interessant werden lassen.

Die althergebrachte Kapitallebensversicherung ist nicht mehr zu empfehlen, die Rendite ist hier einfach zu gering. Wer es sich leisten kann, sollte schon eher in Immobilien investieren.

Diese können selbst genutzt oder vermietet werden und werfen bei geschickter Auswahl des Objekts und entsprechend guter Lage eine gute Rendite ab.

Auch Fondssparpläne sind zu empfehlen, wer Risiken eingehen kann und möchte, sollte über die Geldanlage in Aktien nachdenken.

Auch das Tagesgeldkonto gehört zu den Vorsorgemaßnahmen dazu, auch wenn die Rendite angesichts der aktuellen Zinslage nicht mehr so gut ist wie noch vor wenigen Jahren.

Das Geld ist hier aber besser verzinst als auf einem Sparbuch und erhöht die Liquidität des Freiberuflers.

Vergleichen Sie hier die Möglichkeiten zur privaten Rentenversicherung für Freiberufler und Selbstständige

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