Die Liquiditätsplanung des Freiberuflers

Der Erfolg eines Freiberufler ist zu einem nicht geringen Teil abhängig von einer guten Planung der Liquidität.

Der Selbstständige braucht stets einen Überblick über die verfügbaren finanziellen Mittel, um zum Beispiel Rechnungen zu begleichen.

Eine ständige Überwachung der eigenen Zahlungsfähigkeit ist daher vonnöten.

Die Liquiditätsplanung ist daher unerlässlich, betriebliche Einnahmen und betriebliche Ausgaben werden gemäß ihren Fristen und ihrer Höhe ermitteln und festgehalten.

Hierbei gibt es mehrere Punkte, die berücksichtigt werden müssen. Zum Einen sind dies die liquiden Mittel, die Mittel also, die vorhanden und jederzeit verfügbar sind.

Barmittel werden nicht berücksichtigt.
liquiditaetsplanungWeiterhin müssen die Einnahmen erfasst werden. Hierzu zählen voraussichtliche Einnahmen aus verschiedenen Verkäufen, aber auch voraussichtliche Darlehen. 
Einlagen und sonstige Einnahmen, also alle Vermögenswerte, müssen festgehalten werden.

Um einen Überblick über die tatsächlich vorhandenen Mittel zu bekommen, ist die Gründungsbilanz eine wertvolle Hilfe.

Sie setzt sich aus dem Vermögen und dem Kapitalbedarf zur Finanzierung desselben zusammen. Im Liquiditätsplan sind weiterhin die verfügbaren Mittel, die sich aus den liquiden Mitteln und den Einnahmen ergeben, zu führen.

Sie sind zur Aufrechterhaltung des täglichen Unternehmensbetriebes wichtig.

Zudem werden die Ausgaben im Plan für die Liquidität geführt.
Es handelt sich dabei um die laufenden Kosten, die nach ihrer Fristigkeit geführt werden müssen, außerdem zählen Rückzahlungen für Darlehen hier hinein. Die gesamten betrieblichen Ausgaben und privaten Entnahmen aus dem Geschäftsvermögen ergeben die Gesamtausgaben.

Werden nun alle Einnahmen und Ausgaben gegenüber gestellt, so ergibt sich entweder eine Überdeckung oder eine Unterdeckung.
Die Unterdeckung kann beispielsweise durch einen kurzfristigen Kontokorrentkredit von der Bank ausgeglichen werden.

Die Überdeckung ist als Gewinn für das Unternehmen zu sehen.

Die Liquidität des Freiberuflers kann in drei Ordnungen beschrieben werden.
Zu der ersten Ordnung zählen sämtliche Vermögenswerte, die direkt für Zahlungen aufgewendet werden, die Bankguthaben oder Kassenbestände.

Zur zweiten Ordnung werden zusätzlich die leicht verkäuflichen Vermögensteile gezählt, wie etwa Wechsel und Wertpapiere.

Sie stehen zur Zahlung kurzfristig zur Verfügung, aber nicht unmittelbar. Die dritte Ordnung umfasst die ersten beiden Ordnungen und zusätzlich die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, sowie fertige und unfertige Waren. Alle diese Mittel können dazu verwendet werden, kurzfristige Verbindlichkeiten zu begleichen.

Die Liquidität erhalten und verbessern

Der Erhalt und die Verbesserung der Liquidität wollen gut geplant sein, wenn das Unternehmen erfolgreich arbeiten will.

Es gibt daher mehrere Punkte, die dazu beachtet werden müssen.

Die Ausgabenkontrolle gehört zum Beispiel dazu. Es muss eindeutig festgelegt werden, welche Ausgaben am wichtigsten sind, diese müssen zuerst beglichen werden.

Weiterhin müssen die privaten Entnahmen berücksichtigt werden.

Sie können immer nur in einem vertretbaren Verhältnis mit den Erträgen des Unternehmens stehen, soll die Liquidität gewährleistet bleiben.

Schon beim Einkauf muss auf günstiges Wirtschaften geachtet werden, es sollten zum Beispiel immer mehrere Angebote eingeholt werden, um letzten Endes den Gewinn möglichst hoch zu halten.

Investitionen sollten nur dann getätigt werden, wenn die Ertragslage und die finanzielle Situation in Bezug auf die Liquidität dies zulassen, andernfalls sollten nicht unbedingt notwendige Investitionen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Sinnvoll kann es sein, wirtschaftliche Güter zu leasen, statt sie zu kaufen.

Für das Unternehmen bietet das mehrere Vorteile, zum Einen wird das Kapital weniger stark gebunden, die Liquidität also nicht sehr verringert, das Kreditlimit bei der Bank bleibt auch weiterhin bestehen, außerdem ist die Grundlage für die Kostenrechnung für das Unternehmen eine bessere.

Allerdings ist Leasing eine relativ teure Form der Finanzierung für den Freiberufler, Vor- und Nachteile sollten also gegeneinander abgewogen werden.

Kreditaufnahmen sollten gut durchdacht sein und nicht zu sorglos getätigt werden.

Wer seinen Kunden Zahlungsziele und damit Rabatte oder Skonti gewährt, sollte sich dabei immer an den Gewinnaussichten orientieren.

Rechnungen sollten immer mit der Ware zusammen verschickt werden.

Offene Rechnungen müssen durch ein gut durchdachtes Konzept für das Mahnwesen überwacht werden.

Rechnungen sollten immer fristgemäß angemahnt werden.

Hier kann es auch hilfreich sein, die Einwilligung der Kunden zum Lastschrifteinzug zu bekommen, denn dann bestimmt der Unternehmer den Zeitpunkt des Zahlungseinzuges.

Auch der Versand per Nachnahme kann sinnvoll sein, denn dann erhält der Kunde seine Ware nur, wenn er auch bezahlt.
Zu hohe Lagerbestände können durch Sonderverkäufe abgebaut werden, womit eine kurzfristige Liquidität erreicht wird. Bestellungen sollten also dem tatsächliche Bedarf angepasst werden.

Da unter anderem auch Portogebühren einen hohen Kostenfaktor ausmachen können, ist es sinnvoll, auf Telefon und E-Mail zurückzugreifen, sollen neue Kunden gewonnen werden.

Dies spart nicht nur Geld, sondern auch Zeit.
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