Ratgeber für die Berufsunfähigkeitsversicherung


Versicherungen schüren Ängste, indem sie sagen, jeder vierte Erwerbstätige würde vor dem Erreichen des Rentenalters berufsunfähig.

Im Versicherungsfall prüfen die Versicherungen akribisch, ob Sie wirklich unfähig sind, den Beruf auszuüben.

Als Freiberufler arbeiten Sie vorwiegend mit dem Kopf.

Diese Tätigkeit können Sie z. B. aber auch mit Behinderungen und Allergien ausüben.

Wägen Sie also die Vor- und Nachteile dieser Versicherung genau ab.


Frage Inhaltsverzeichnis
> Ihr Gesundheitszustand und die Berufsunfähigkeitsversicherung
> Die Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung
> Schätzen Sie jetzt die Kosten und Beiträge für Ihre BU
> Was bedeutet die Karenzzeit bei der Berufsunfähigkeit
> Das Risiko der Karenzzeit richtig bewerten
> Auf die Garantie der Nachversicherung achten
> Wie flexibel ist die Nachversicherung tatsächlich?
> Wie hoch ist die Überschussbeteiligung bei der Berufsunfähigkeitsversicherung?
> Lesen Sie das Kleingedruckte im Versicherungsvertrag gründlich durch!
> Welche Möglichkeiten gibt es bei Zahlungsschwierigkeiten des Freiberuflers?
> Berufsunfähigkeitsversicherung mit anderer Versicherung kombinieren?
> Die Feststellung der Berufsunfähigkeit bei einem Freiberufler
> Wie hoch darf Ihre Versorgungslücke im Ernstfall sein?

Ihr Gesundheitszustand und die Berufsunfähigkeitsversicherung

Ob jemand einen Versicherungsschutz zur Berufsunfähigkeit bekommt oder nicht, hängt vom Gesundheitszustand des Freiberuflers noch weitaus mehr ab, als von seinem Beruf.

So kommt es, dass so genannte Risikokunden im schlechtesten Fall gar keine Versicherung bekommen, oder mit hohen Risikozuschlägen rechnen müssen.

Wer gesund ist und keine Probleme hat, bekommt zu niedrigen Prämien einen Vertrag für die Berufsunfähigkeitsversicherung.

Doch weitaus häufiger vergeben die Versicherungsgesellschaften Verträge, die mit reduzierten Rentenhöhen oder einer verkürzten Versicherungszeit einher gehen – oder sie schließen die Verträge gar nicht erst.

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Im Antrag auf die Berufsunfähigkeitsversicherung müssen sämtliche Angaben zu Erkrankungen gemacht werden, egal, ob diese Erkrankungen einmal bestanden und ausgeheilt sind oder ob sie immer noch aktuell sind.

Wenn hier geschummelt wird, kann die Versicherung später vom Vertrag zurücktreten, wenn sie dahinter kommt.

Die Prämien, die bis dahin eingezahlt wurde, werden ebenfalls nicht zurückerstattet.

Wer aber die Wahrheit sagt, muss damit rechnen, dass er von einer Versicherung ausgeschlossen wird, weil genau jene Krankheiten auf der roten Liste des Versicherers stehen.

Möglich ist die Versicherung teilweise unter Inkaufnahme des Risikozuschlags.
Wenn die Versicherung möglich ist, allerdings der Bereich, in dem das Leiden jetzt besteht (Schäden an der Wirbelsäule und daraus resultierende Berufsunfähigkeit), ausgenommen wird, werden dennoch keine geringeren Beiträge fällig.

Die Versicherung verlangt also die volle Prämie, obwohl sie ein geringeres Risiko tragen muss. Einige Anbieter bieten aber wenigstens an, die Risikozuschläge nach einer Weile zu überprüfen, so dass es sein kann, dass der jeweilige Zuschlag eventuell gestrichen werden kann.

Fazit Vorerkrankungen und Berufsunfähigkeitsversicherung

Vorerkrankungen müssen angegeben werden, der Gesundheitszustand hat einen großen Einfluss auf den Vertrag.

Allerdings zahlen Sie bei bestehenden Erkrankungen mehr, auch, wenn diese laut Arzt ausgeheilt oder therapiert wurden.
Die Gefahr des Ausschlusses besteht ebenfalls, was eine lange Suche nach einem anderen Anbieter nach sich ziehen kann.

Das ist auch ein Grund, warum es günstiger ist, eine Berufsunfähigkeitsversicherung in möglichst jungen Jahren abzuschließen.
Denn junge Menschen haben in der Regel weniger Vorerkrankungen und können guten Gewissens den Antrag so ausfüllen, dass Risikozuschläge eben nicht nötig werden.

Ältere Menschen sind meist bei weniger guter Gesundheit, außerdem müssen sie schon wieder mehr zahlen, einfach weil sie älter sind.

Die Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung

Für die Wahl der Berufsunfähigkeitsversicherung ist nicht nur die Leistung entscheidend, die vom Anbieter offeriert wird, sondern auch der Preis, also die Kosten, die pro Jahr zu zahlen sind.

Entscheidend ist dabei unter anderem die Einteilung in die bereits an anderer Stelle erwähnten Berufsgruppen.

Denn die Versicherer nehmen die Einteilung nicht einheitlich vor und so kann es sein, dass der Angehörige eines freien Berufs bei einer Versicherung in der Berufsgruppe zwei landet, bei einer anderen in der drei und hier deutlich mehr zahlen muss.

Wichtig zu wissen ist, dass viele Versicherungen mit Tarifen werben, die für den optimalen Versicherungskunden passend sind, also männlich, gesund, möglichst jung, risikoloser Beruf, Nichtraucher usw.

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Kosten für die berufsunfähigkeitsversicherungWer nur einen Punkt nicht erfüllen kann, kann den gebotenen Tarif getrost vergessen, er kommt für ihn nicht mehr in Frage.

Der Vergleich mit anderen Versicherungsanbietern ist daher sehr lohnend, denn hier kann ein ganz anderer Anbieter der günstigste sein.

Es kann sogar sein, dass eine Gesellschaft auf den ersten Blick deutlich teurer ist, aber aufgrund geringerer Risikozuschläge wieder günstiger, als der vermeintlich billigere Anbieter.


Schätzen Sie jetzt die Kosten und Beiträge für Ihre BU

Um die Kosten und Beiträge für die Berufsunfähigkeitsversicherung zu schätzen, wenn man kein konkretes Angebot angefordert hat oder dieses noch offen ist, können folgende Punkte durchgegangen werden:

  • Alter (je nachdem, ob Sie älter oder jünger sind, als im Basisangebot angegeben, können Sie 10 bis 20 Prozent abziehen oder aufschlagen)
  • Geschlecht (Frauen zahlen zwischen 10 und 30 Prozent mehr Beiträge, im Alter muss der überdurchschnittliche Anstieg der Prämien zusätzlich bedacht werden)
  • Raucher oder Nichtraucher (Raucher zahlen rund 10 Prozent mehr)
  • Kürzere Laufzeiten (die Reduzierung der Versicherungszeit kann bis zu 15 Prozent Ersparnis bringen)
  • Die genauen Prozentsätze erfahren Sie allerdings erst, wenn Sie sich ein konkretes Angebot haben vorlegen lassen.


Es empfiehlt sich, dabei nicht nur die Billiganbieter einzubeziehen, sondern sich auch an die alteingesessenen Versicherer zu wenden, die oftmals auf den zweiten Blick günstiger sind und vielleicht sogar noch einen Ansprechpartner für Sie vor Ort bieten können.

Was bedeutet die Karenzzeit bei der Berufsunfähigkeit?

Unter der Bezeichnung Karenzzeit ist zu verstehen, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht sofort zahlt, sobald der Versicherungsfall, also die Berufsunfähigkeit, eingetreten ist, sondern erst Monate später.

Im Leistungsfall spart die Versicherung damit Geld, das macht die Prämien auch etwas günstiger.

Um zu sparen, wird daher teilweise die Vereinbarung dieser Karenzzeit empfohlen.

Der Versicherte könne den Beitrag senken oder bei einem gleich hohen Beitrag, wie wenn keine Karenzzeit vereinbart werden würde, eine höhere Rente bekommen.

Als Ersatz wird die Krankentagegeldversicherung angesehen und angepriesen, die ja bis zu 78 Monate lang zahlt.

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Doch das ist ein Irrtum, denn die Krankentagegeldversicherung zahlt bei einer Berufsunfähigkeit generell gar nicht.

Vor allem die privaten Krankenversicherer prüfen sehr genau, ob es sich einfach nur um eine längere Krankheit oder um eine Berufsunfähigkeit handelt.

Wer eine Karenzzeit vereinbart hat und kein Geld durch die Krankentagegeldversicherung bekommt, steht ohne jegliches Einkommen da.

Die Krankentagegeldversicherung stellt spätestens drei Monate nach Eintreten der Berufsunfähigkeit jegliche Zahlungen ein.

Es kann sogar sein, dass die Versicherung überzahlte Tagegelder zurückfordert und das sogar zu Recht.

Nun muss man aber überlegen, dass die Unkosten weiter laufen und dass sämtlichen Zahlungsverpflichtungen weiterhin nachgekommen werden muss, auch ohne reguläres Einkommen.



Das Vereinbaren von Karenzzeiten ist also ein großes Risiko, das nicht unbedingt eingegangen werden sollte, nur um Geld bei den Prämien zu sparen.
Die Ersparnis ist außerdem nicht so groß, dass es sich wirklich lohnen würde, dieses Risiko einzugehen.

Das Risiko der Karenzzeit richtig bewerten

Doch nicht nur die Überbrückung der Karenzzeit im finanziellen Sinne ist ein Problem bei der Sache.

Wer sich während der längeren Karenzzeit gesundheitlich wieder erholt, kann das Pech haben und seine alte Stellung nicht mehr wieder bekommen beziehungsweise sind die Auftraggeber bei einem Freiberufler inzwischen vielleicht zu einem anderen Dienstleister gewechselt.

Das Einkommen ist nicht da, die Honorare fließen nur spärlich, wenn überhaupt – und die Berufsunfähigkeitsversicherung stellt die Zahlungen ein, weil keine Berufsunfähigkeit mehr nachgewiesen werden kann.



Übrigens müssen die Beiträge für die Berufsunfähigkeitsversicherung auch in der Karenzzeit weitergezahlt werden, was schwer werden kann, wenn kein Einkommen mehr aufgrund der Krankheit vorliegt.

Fazit zur Karenzeit bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung
Überlegen Sie es sich gut, ob eine mögliche Karenzzeit und die damit verbundene Ersparnis bei den Prämien das finanzielle Risiko wieder aufzuwiegen vermag.
In den meisten Fällen dürfe das nicht der Fall sein.


Auf die Garantie der Nachversicherung achten

Wer jetzt einen Vertrag für die Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, sollte auf jeden Fall darauf achten, dass die Versicherung flexibel ist, dass sie also ermöglicht, auch später noch auf die individuellen Bedürfnisse angepasst zu werden.

Die Rente soll schließlich auch noch in 20 oder 30 Jahren ausreichen.

Wie sich Ihre finanzielle Situation entwickeln wird, können sie aber so weit voraus nicht planen.

Dabei muss mit einberechnet werden, dass die 1000 Euro Rente in 20 Jahren aufgrund der Inflation weniger wert sein werden. Eine Möglichkeit, den steigenden Bedarf abzusichern, besteht durch für Sie als Freiberufler die so genannte Dynamisierung bzw. Nachversicherung .

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Garantie einer NachversicherungDabei werden die Beiträge jährlich angepasst, dafür steigt auch der Rentenanspruch.

Jedoch ist nicht jeder in der finanziellen Lage, dass er sich in jedem Jahr höhere Versicherungsbeiträge leisten kann.

Die Dynamik steigt dabei nicht in jedem Jahr um den gleichen Prozentsatz, sondern schon nach wenigen Jahren deutlich mehr.

Das liegt an dem gestiegenen Alter des Versicherten, denn dieses hängt mit der Höhe der Beiträge zusammen. Die Dynamisierung kann so weit gehen, dass sie Sie sogar überfordern kann. Die Lösung ist, dass nicht alle Dynamisierungsschritte mitgemacht werden.

Zwei Dynamisierungen können abgelehnt werden, nach der dritten wird dieser Anpassungsvorgang gänzlich gestoppt.

Eine bessere Möglichkeit der Rentenanpassung besteht in der Nachversicherungsgarantie.

Wie flexibel ist die Nachversicherung tatsächlich?

Damit haben Freiberufler als Versicherter die Möglichkeit, die Versicherung flexibel anzupassen.

Damit kann die Versicherung auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt werden, auch, wenn sich die persönliche Lebenssituation des Freiberuflers ändern sollte.

Wichtig zu vereinbaren ist, dass die Anpassungen erfolgen, ohne dass eine erneute Gesundheitsprüfung ansteht.

Allerdings kostet die nachträglich vereinbarte Rente mehr, denn hier wird wieder das inzwischen gestiegene Lebensalter des Versicherten zu Grunde gelegt.
Der Versicherer sollte eine Anpassung alle drei bis fünf Jahre zulassen und zwar bis zu 100 Prozent der ursprünglich vereinbarten Rente. Begrenzungen auf 50 oder 75 Prozent maximal sind weniger gut.

Vom Versicherten wird aber mehr Eigeninitiative verlangt, als wenn es der Dynamisierung zustimmt.
Er muss sich stets selbst darum kümmern, dass der neue Vertrag auf seine individuellen Lebensumstände passt.

Damit ist die Nachversicherungsgarantie weniger bequem und fordert den Versicherten mehr, dafür wird er mit einer flexiblen Lösung belohnt.
Achten Sie übrigens auch darauf, dass die Anpassungen noch nach dem 45. Lebensjahr möglich sind.

Wie hoch ist die Überschussbeteiligung bei der Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Versicherungsunternehmen kalkulieren die Berufsunfähigkeitsversicherung immer so, dass mehr Beiträge eingenommen werden, als tatsächlich gebraucht werden.

Die Bruttobeiträge stellen die Obergrenze dar, auch zukünftig dürfen die Beiträge nicht darüber steigen.

Sie erwirtschaften damit aber zum Teil recht erhebliche Überschüsse, die auf dem Kapitalmarkt angelegt werden und so Zinsen bringen.

Der Versicherte als Kunde kann an diesen Überschüssen teilhaben, in dem er sie mit den Beiträgen verrechnet bekommt, indem er eine Bonusrente bezahlt bekommt oder in dem eine verzinsliche Ansammlung vorgenommen wird.

Bei der Verrechnung mit den Beiträgen profitiert der Versicherte unmittelbar, denn die Verrechnung erfolgt mit den Bruttobeiträgen.

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Übeschussbeteiligung bei der berufsunfähigekeitsversicherungSo müssen nur noch die Nettobeiträge gezahlt werden, die teilweise nur halb so hoch sind.

Das heißt umgekehrt aber auch, dass sich die Nettobeiträge wieder bis zu den Bruttobeiträgen steigern können, Sie sollten also genug finanziellen Spielraum haben, um auch diese Beiträge aufbringen zu können.

Andere Versicherer legen die Überschüsse an und zahlen später zusätzlich zur vereinbarten Rente eine Bonusrente.

Das hat den Vorteil, dass die Berufsunfähigkeitsrente höher ausfällt, als ursprünglich vereinbart, dafür müssen bis dahin aber höhere Beiträge hingenommen werden.

Diese Variante zahlt sich aber nur aus, wenn Sie tatsächlich die Berufsunfähigkeitsversicherung in Anspruch nehmen müssen.
Der Bonus ist zudem nicht garantiert und kann so sehr viel niedriger ausfallen, wenn er überhaupt gezahlt wird.

Die dritte Möglichkeit stellt die verzinsliche Ansammlung dar.
Die so gesammelten Gelder werden am Ende der Laufzeit des Vertrags ausgezahlt.
Als Vorteil wird hier von Seiten der Anbieter angegeben, dass von dieser Zahlung auch diejenigen etwas hätten, die die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht in Anspruch nehmen müssten. Fakt ist aber, dass jeder mit der Zahlung der Bruttobeiträge selbst an diesem Überschuss mitgewirkt hat.

Fazit:

Die sofortige Verrechnung der Beiträge ist also die weitaus bessere Variante, Experten raten von den anderen beiden Möglichkeiten sogar ab.

Diese Verrechnung kann sofort in Anspruch genommen werden, bei den anderen beiden Möglichkeiten sind das Wann und Überhaupt noch sehr ungewisse.

Zudem geht es im Grunde genommen nicht darum, Geld gewinnbringend anzulegen, sondern es soll ein bestimmtes Risiko abgedeckt werden, nämlich, das der Berufsunfähigkeit.
Wenn Sie Geld anlegen und später ausgezahlt bekommen wollen, so gibt es dafür bessere Möglichkeiten, als in die Berufsunfähigkeitsversicherung einzuzahlen.

Lesen Sie das Kleingedruckte im Versicherungsvertrag gründlich durch!

Gerade das Kleingedruckte birgt in einem Versicherungsvertrag oft Risiken, die nicht eben als verbraucherfreundlich zu bezeichnen sind und immer zum Nachteil des Versicherten gereichen.

Daher sollten Sie unbedingt auf das Kleingedruckte achten.

Im Folgenden finden Sie sieben Kriterien,
die auf jeden Fall für den Versicherten ausgelegt werden sollten.


1. Die Berufsunfähigkeitsversicherung verzichtet auf die abstrakte Verweisung
Der Verzicht auf die abstrakte Verweisung (der Versicherte bekommt die Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung, auch wenn er theoretisch noch in der Lage ist, einen schlechteren Job auszuüben) sollte sich nicht nur auf die erst Prüfung beziehen, sondern auch auf alle Nachprüfungen.

Gibt es die Möglichkeit nicht, eine Police mit einem kompletten Verweisungsrecht zu bekommen, so sollte auf dieses wenigstens ab einem Alter von 50 oder 55 Jahren verzichtet werden.

© Henry Schmitt - Fotolia.com

Versicherungsvertrag  Berufsunfähigkeit gründlich lesen2. Der Prognosezeitraum wird auf sechs Monate verkürzt
Der Arzt muss die voraussichtliche Berufsunfähigkeit bescheinigen.
Früher einmal waren hier drei Jahre gemeint, heute wird die voraussichtlich andauernde Berufsunfähigkeit auf sechs Monate verkürzt.

3. Die Berufsunfähigkeit wird ab ihrem Eintritt anerkannt, was auch rückwirkend möglich ist
Die Berufsunfähigkeitsversicherung soll ihre Leistungen ab dem Eintritt der Berufsunfähigkeit erbringen, nicht erst nach sechs Monaten.
Die rückwirkende Zahlung soll dabei möglich sein.

4. Die rückwirkende Zahlung ist möglich, es gibt keine oder nur lange Meldefristen
Der Versicherte ist verpflichtet, den Leistungsfall seiner Berufsunfähigkeitsversicherung sofort nach Eintritt zu melden.
Wer dem nicht nachkommt, riskiert einen Teil der Rentenzahlungen.
Ist die Formulierung aber kundenfreundlich, so werden die Zahlungen auch rückwirkend ab Eintrittsdatum der Berufsunfähigkeit geleistet.

Meist erfolgt die Meldung nämlich erst nach einigen Monaten, wenn die Hoffnung auf eine Besserung des Zustandes aufgegeben wurde.
Die Meldefristen sollten daher nicht vorhanden oder nur sehr lang sein.

5. Bis zur Leistungsentscheidung werden die Beiträge zinslos gestundet

Es vergehen meist Monate, bis der Versicherer entschieden hat, ob eine Leistung aus der Berufsunfähigkeitsversicherung in Anspruch genommen werden kann oder nicht.
Wichtig ist daher, dass die Beiträge für diese Zeit zinslos gestundet werden können – was zumindest auf Antrag möglich sein sollte.

6. Die Nachversicherungsgarantie ist enthalten
Mit der Nachversicherungsgarantie wird erreicht, dass die Rente jederzeit den aktuellen Bedürfnissen in ihrer Höhe angepasst werden kann, ohne von der starren Dynamisierung Gebrauch machen zu müssen.

7. Der Versicherungsschutz gilt weltweit
Bei vielen Versicherern besteht der Schutz aus der Berufsunfähigkeitsversicherung nur, wenn der Wohnort des Versicherten in Deutschland liegt.
Kundenfreundlich ist hingegen der weltweite Schutz – nicht nur der, der sich auf die Mitgliedsländer der Europäischen Union erstreckt.

Welche Möglichkeiten gibt es bei Zahlungsschwierigkeiten des Freiberuflers?

Schnell ist die Entscheidung getroffen, dass bei Zahlungsschwierigkeiten – etwa aufgrund einer Scheidung, ausbleibender Aufträge oder aus anderen Gründen – die Berufsunfähigkeitsversicherung gekündigt wird.

Doch so leicht sollten Sie es sich nicht machen, denn immerhin ist die Berufsunfähigkeitsversicherung eine der wichtigsten Versicherungen für Sie, da Sie auf staatliche Hilfe kaum noch bauen können.

Hinzu kommt, dass Sie später nur schwer wieder einen neue Berufsunfähigkeitsversicherung finden werden, denn mit zunehmendem Alter der Antragsteller lehnen immer mehr Versicherungen die Anträge ab.
Versuchen Sie daher, die Versicherung zumindest bis zum 60. Lebensjahr aufrechtzuerhalten. Verschiedene Möglichkeiten bieten sich bei Zahlungsschwierigkeiten an:

1. Aussetzen der Zahlungen an den Versicherer
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Zahlungsschwierigkeiten Berufsunfähigkeitsversicherung
Nachteile in Bezug auf die Leistungen müssen Sie meist nicht befürchten, wenn Sie bis zu zehn Wochen die Beiträge aussetzen.

Dann wird eine Mahnung von Seiten des Versicherers an Sie versendet und Sie bekommen eine Zahlungsfrist von zumeist 14 Tagen gesetzt.

Der Versicherungsschutz leidet also nicht, wenn Sie bis zu drei Monate die Zahlung aussetzen.

Haben Sie nach dem Ablauf der Frist die Beiträge aber nicht bezahlt und tritt dann der Versicherungsfall ein, so ist die Versicherung dazu berechtigt, die Rentenzahlungen zu verweigern.

Auch eine fristlose Kündigung ist dann möglich.

Nach der Kündigung haben Sie noch einen Monat Zeit, die ausgesetzten Zahlungen nachzuholen, die Kündigung wird dann unwirksam.


2. Die Teilkündigung der Berufsunfähigkeitsversicherung

Der Versicherungsschutz kann günstiger werden, wenn Sie eine so genannte Teilkündigung aussprechen.
So können einzelnen Vertragsbestandteile, die diesen nur verteuern, gestrichen werden. Auch die Höhe der Rente kann reduziert werden.

Wenn Sie über eine Kapitallebensversicherung in Kombination mit der Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung verfügen, sollten Sie versuchen, diese in eine Risikolebensversicherung umzuwandeln, die eine Berufsunfähigkeits-Zusatzpolice beinhaltet.

Auch eine Beitragsfreistellung in der Hauptversicherung kann eine Lösung sein.
Dann kann die Berufsunfähigkeitsversicherung weiterlaufen und Sie haben weiterhin den Schutz aus derselben.


3. Ruhenlassen des Vertrags

Der Vertrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung kann bis zu einem halben Jahr ruhen, in der Zeit müssen Sie keine Beiträge zahlen.

Dabei gilt aber, dass während dieser Ruhezeit auch kein Versicherungsschutz besteht.

Das heißt, wenn der Versicherungsfall eintreten sollte, haben Sie keinen Anspruch auf die Leistungen der Berufsunfähigkeitsversicherung.

Es gibt auch Versicherer, die bis zu einem Jahr zustimmen, den Vertrag ruhen zu lassen. Dann steht aber in der Regel eine erneute
Gesundheitsprüfung an.
Die Prämie kann dann deutlich höher ausfallen.

Berufsunfähigkeitsversicherung mit anderer Versicherung kombinieren

Die Berufsunfähigkeitsversicherung kann entweder als selbstständige Einzelversicherung oder als Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung gewählt werden.

Risikolebensversicherungen mit Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung sind häufig günstiger als eine selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung.

Die Verknüpfung von einer kapitalbildenden Versicherung, wie Kapitallebens- oder Rentenversicherung, und einer Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung ist hingegen nicht sinnvoll.


Der Abschluss sollte vorgenommen werden, solange die versicherte Person gesund ist.

Bereits kleinere Leiden oder Vorerkrankungen können später zur Ablehnung eines Antrages führen.

Zur Berechnung der Versorgungslücke müssen u. a. die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung berücksichtigt werden. Die staatliche Rente wird allerdings häufig überschätzt.

Seit 2001 hat es erhebliche Verschlechterungen gegeben. Bitte informieren Sie sich bei Ihrem Rentenversicherungsträger.

Die Versicherungs- und Rentenzahlungsdauer sollte bis zum persönlichen Renteneintritt festgelegt werden.

In dieser Zeit wird eine monatliche Rente gezahlt, wenn der Versicherte durch Krankheit, Körperverletzung – auch Unfall – oder Kräfteverfall in einem vertraglich festgelegten Umfang (meistens ab 50 %) berufsunfähig wird, also in seinem zuletzt ausgeübten Beruf "auf Dauer" nicht mehr arbeiten kann.

Die Feststellung der Berufsunfähigkeit bei einem Freiberufler

Um die Berufsunfähigkeit festzustellen, bedarf es eines ärztlichen Attests.
Der Arzt stellt dann fest, ob der Patient dauerhaft nicht mehr in der Lage ist, seinen Beruf als Freiberufler auszuüben.

Es geht also darum, dass der derzeitige Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann, nicht, ob der Betreffende überhaupt noch erwerbsfähig ist.

Als Beruf wird dabei derjenige gesehen, der zum Zeitpunkt der Erkrankung oder des Unfalls ausgeübt wurde, der Beruf zum Zeitpunkt des Versicherungsbeginns ist nicht maßgeblich.

In den Versicherungsvertragsgesetzen wird die Berufsunfähigkeit so definiert, dass der Beruf voraussichtlich auf Dauer (teilweise wird diese Formulierung ersetzt durch „voraussichtlich mindestens sechs Monate ununterbrochen außerstande“) nicht mehr ausgeübt werden kann.

Als Gründe werden Krankheit, Unfall oder Kräfteverfall aufgrund des Alters angesehen.
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Einige Versicherungsunternehmen machen im Zusammenhang mit der Berufsunfähigkeit von der so genannten abstrakten Verweisung Gebrauch.

Diese geht davon aus, dass eine Berufsunfähigkeit nicht gegeben ist, wenn der Versicherte einen anderen Beruf ausüben kann, den er aufgrund von Ausbildung oder Erfahrung theoretisch ausüben könnte.

Damit kann der Versicherer die Rente einbehalten, wenn er der Meinung ist, dass der Versicherte irgendeiner anderen Tätigkeit als der zuletzt ausgeübten nachgehen kann.

Unwichtig ist hingegen, ob der Versicherte überhaupt eine freie Stelle bekommen könnte.

Diese Verweisung muss aber ausdrücklich vereinbart werden, ansonsten ist sie ab den Verträgen von 2008 nicht mehr gültig. So werden die meisten Abschlüsse zur Berufsunfähigkeitsversicherung heute so gestaltet, dass die Betreffenden eine Rente bekommen können, wenn sie ihren Beruf für voraussichtlich sechs Monate lang nicht mehr ausüben können.

Dafür benötigt der Versicherer eine ärztliche Bescheinigung über die Berufsunfähigkeit von mindestens 50 %.

Wie hoch darf Ihre Versorgungslücke im Ernstfall sein?

Wenn Ihr Verdienst durch eine Berufsunfähigkeit ausfällt, sollten Sie so vorgesorgt haben, dass die Berufsunfähigkeitsrente möglichst dicht an das ehemalige Gehalt, beziehungsweise an die Einnahmen aus Honoraren, herankommt.

Die Kosten, die bisher anfielen, fallen auch weiterhin an und müssen irgendwie finanziert werden.

Gehen Sie dabei immer davon aus, dass Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sind, etwas zu tun und Geld zu verdienen.

Es gibt jedoch nur wenige Versicherer, die sich auf eine Absicherung einlassen, die den vollen früheren Gewinn umfasst.

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Zwei Drittel sind in den meisten Fällen gar kein Problem.

Doch darüber hinaus?

Für einen Arbeitnehmer könnte diese Absicherung mit zwei Dritteln reichen, denn er hat in der Regel weitere Ansprüche aus der Erwerbsminderungsrente.

Doch für einen Freiberufler sieht die Sache anders aus.
Er bekommt höchstens die zwei Drittel aus der Berufsunfähigkeitsversicherung – bei den meisten Anbietern.

Es ist also durchaus ratsam, die Anbieter zu vergleichen und dabei nicht nur die monatlichen Prämien im Blick zu haben, die gezahlt werden müssen, sondern auch den Schutz im Versicherungsfall.

Sicherlich ist der monatliche Gewinn bei einem Freiberufler schwer zu berechnen, da die Einnahmen aus den Honoraren immer wieder variieren.

Hier sollten Sie ein gutes Mittelmaß finden.

Berechnen Sie genau, wie viel Geld Sie tatsächlich zum Leben benötigen.

Denken Sie auch daran, dass Sie einen etwas größeren Spielraum einplanen, denn möglicherweise müssen Sie im Ernstfall eine Haushaltshilfe bezahlen.

Der durchschnittliche Gewinn eines Jahres sollte daher zu Grunde gelegt werden. Schwierig wird die Sache aber, wenn Risikozuschläge anfallen, denn dann sind viele Versicherer von Vornherein nicht bereit, überhaupt bis zu zwei Drittel zu zahlen – das Risiko, dass dieser Fall tatsächlich eintritt, ist zu groß.

Die meisten Versicherten schätzen ihren finanziellen Bedarf zu gering ein. Gehen Sie daher davon aus, dass sie im Ernstfall gar nicht mehr in der Lage sind, etwas für den Lebensunterhalt beizusteuern.

Als sehr gut haben sich die Verträge erwiesen, die über eine Nachversicherungsgarantie verfügen.

So kann der Versicherungsschutz auch später noch angepasst werden.
Wählen Sie also gut aus, welcher Anbieter für die Berufsunfähigkeitsversicherung in Ihrem speziellen Fall in Frage kommt und führen Sie einen Versicherungs-Vergleich durch, wenn mehrere Anbieter in Frage kommen könnten.


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Über diesen Ratgeber

Jürgen Busch Jürgen Busch + eine Texterin betreiben diesen Ratgeber seit 2008. Derzeit sind 708 Artikel online!


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