Unfallversicherung für Freiberufler

Das ist der Inhalt dieser Seite:
. Die private Unfallversicherungg
. Vergleich privater Unfallversicherungen
. Anbieter Unfallversicherung im Vergleich
. Die gesetzliche Unfallversicherung
. Die Berufsgenossenschaft: freiwillig oder Pflicht

Krankenkassen kommen bekanntlich nur für die Kosten von Krankheiten auf.
Für Renten und Rehabilitationsmaßnahemn nach Unfällen sowie für die Folgen von Berufskrankheiten sind die Unfallversicherungen zuständig.

Bei einem Unfall ist zu unterscheiden zwischen einem Arbeits- und Freizeitunfall.

Für den Freiberufler gibt es zwei Möglichkeiten:
Haken die private Unfallversicherung und/oder
Haken die Unfallversicherung in der Berufsgenossenschaft - freiwillig oder Pflicht

Die private Unfallversicherung

Neben der gesetzlichen Unfallversicherung steht es natürlich offen, sich privat abzusichern.
Das hat den Vorteil, dass damit auch die Unfälle abgesichert werden können, die zu Hause oder in der Freizeit passieren können.

Hier passiert jeder zweite Unfall und über die gesetzliche Unfallversicherung sind diese Fälle eben nicht abgedeckt.

Die private Unfallversicherung bringt auch den Vorteil mit, dass sie höhere Unfallsummen zahlt.

Denn die Renten, die bei der gesetzlichen Unfallversicherung zu erwarten sind, reichen in der Regel nicht aus, um den gesamten Lebensunterhalt zu bestreiten, geschweige denn, auch noch Umbauten in der Wohnung oder ähnliches zu realisieren.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung für Freiberufler ist zwar die bessere Variante, aber wer sich diesen Schutz nicht leisten kann, erhält durch die private Unfallversicherung zumindest einen eingeschränkten Schutz.

Die Leistungen aus der privaten Unfallversicherung werden nur dann fällig, wenn der Unfall durch eine Einwirkung von außen oder durch eine erhöhte Kraftanstrengung verursacht wurde.

Ein Suizidversuch zum Beispiel ist nicht abgedeckt.



Wer sparen muss, der sollte auf die angebotenen Extras der Versicherer verzichten.
Die Versicherung selbst besteht in den meisten Fällen aus Bausteinen, die zusammengesetzt werden können und aus den zubuchbaren Extras.

Einige Extras, wie zum Beispiel das Krankentagegeld, können anderweitig versichert werden und sind dann zu günstigeren Prämien zu bekommen.

© Udo Kroener - Fotolia.com

private UnfallversicherungAbgeraten werden kann auch von einer Unfallversicherung, die mit der Auszahlung von Prämien lockt.
Die Zinsen sind dafür nur gering.

Besser ist dann, eine reine Invaliditätsversicherung abzuschließen und das Geld, das so gespart wird, anderweitig Gewinn bringend anzulegen.

Einige Versicherungen bieten die so genannte Progression an.

Das heißt, dass höhere Leistungen bei einem höheren Grad der Invalidität fällig werden.
Ab einem Grad von 25 Prozent steigen die Leistungen dann kontinuierlich an.

Der Beitragszuschlag dafür beträgt zwischen 30 und 40 Prozent.

Vor allem für junge Leute ist eine Progression wichtig, denn sie müssen in jungen Jahren die mögliche Invalidität absichern.

Bei älteren Leuten steigen schon wieder die Rentenansprüche, die die finanziellen Einbußen zum Teil mit ausgleichen kann.

Wichtig vor dem Abschluss der privaten Unfallversicherung ist in jedem Falle, dass die Leistungen und Beiträge verschiedener Anbieter miteinander verglichen werden.

Denn sie unterscheiden sich zum Teil recht erheblich und es ist auch möglich, bei Angebote mit Gruppentarifen oder Familienversicherungen einiges an Geld zu sparen.

Vergleich privater Unfallversicherungen

Für einen Freiberufler ist der Abschluss einer privaten Unfallversicherung unbedingt anzuraten, übernimmt die gesetzliche Unfallversicherung über die Berufsgenossenschaft doch nicht alle Kosten.

Wenn ein Unfall in der Freizeit passiert – oder auch auf dem Weg zum Büro mit Abstecher zum Bäcker (kein direkter Weg wird gewählt) – tritt die Berufsgenossenschaft nicht in Leistung.

Auch die Freiberufler, die sich nicht freiwillig in der BG versichern lassen und die auch nicht pflichtversichert sind, sollten über den Abschluss einer privaten Unfallversicherung nachdenken, um zumindest ein gewisses Maß an Sicherheit zu erlangen.

Die Unterschiede bei den privaten Unfallversicherungen sind allerdings immens. 

© bluedesign - Fotolia.com

private Unfallversicherung im VergleichIm Umlauf sind momentan rund 28 Millionen Verträge für private Unfallversicherungen, eine recht ansehnliche Zahl.

Darunter befinden sich mehr als 300 Tarife, von denen nach aktuellen Tests aber nur drei als sehr gut zu empfehlen sind.

Ein guter Vertrag sollten dem versicherten Freiberufler schon eine Leistung zugestehen, auch wenn keine 100prozentige Invalidität vorliegt.

Die Leistung sollte auch dann stimmen, wenn nur eine geringe Invalidität vorhanden ist.

Die Versicherer warten ständig mit neuen Tarifen auf, der Markt ist völlig undurchschaubar geworden.
Zu den einzelnen Haupttarifen gibt es unzählige Varianten, so dass ein Laie kaum mehr den Durchblick bekommen kann. 

Anbieter von privaten Unfallversicherungen im Vergleich

Ein Vergleich ist immer notwendig

Wer eine Unfallversicherung abschließen möchte, muss sich unbedingt um einen Versicherungsvergleich bemühen. Hilfe erhält er da von großen Verbraucherschutzorganisationen und Fachzeitschriften, die sich mit solchen Tests befassen.

Wichtig ist, dass nicht nur die finanzielle Ersparnis pro Jahr zu Grunde gelegt wird, obgleich diese enorm sein kann.

Es muss nicht zwingend die teuerste Versicherung sein, im Gegenteil:
Tests haben gezeigt, dass günstigere Versicherungen sogar noch besser abschneiden.

Doch in erster Linie sollte es bei einem Vergleich um die gebotenen Leistungen gehen und angesichts der Vielzahl an Tarifen ist hier einige Geduld beim Durchsehen der Angebote gefragt. 

Bei einem Vergleich sollte in erster Linie auf die Leistungen geachtet werden, die im Idealfall schon bei kleineren Unfällen angemessen sind.
Auch die langfristigen Zahlungen, wie Invaliditätsrente, sollten hoch genug sein, damit der Lebensunterhalt davon bestritten werden kann.

Weniger Wert hingegen muss auf sehr hohe Sterbegelder oder Todesfallsummen gelegt werden.
Diese sollten ausreichend sein, eine Beisetzung zu finanzieren.

Für die Absicherung der Hinterbliebenen gibt es sinnvollere Vorsorgemöglichkeiten, als eine Unfallversicherung.

Die gesetzliche Unfallversicherung

Die Unfallversicherung tritt immer dann in Kraft, wenn ein Unfall passiert ist.

Dabei greift die gesetzliche Unfallversicherung immer dann, wenn ein Unfall direkt bei der Ausübung der freiberuflichen Tätigkeit oder auf dem Weg von oder zu derselben passiert.

Unfälle zu Hause oder in der Freizeit sind hingegen nicht abgesichert.


Bei der gesetzliche Unfallversicherung sind auch Schäden mit eingeschlossen, die einem Freiberufler aufgrund von Berufskrankheiten entstehen können.

Als Freiberufler und Selbstständiger ist es möglich, freiwillig Mitglied in der gesetzlichen Unfallversicherung zu werden, es ist sogar ratsam.

© Jaimie Duplass - Fotolia.com

gesetzliche UnfallversicherungIn dem Zusammenhang müssen die Berufsgenossenschaften erwähnt werden, die auch den Freien zur Verfügung stehen und bei denen die Beiträge in den letzten Jahren immer weiter gesunken sind.

Dabei stehen sie in Bezug auf die Leistungen den normalen gesetzlichen Versicherungen aber in nichts nach.

Viele Menschen verzichten auf den Abschluss einer Unfallversicherung, allerdings ist das natürlich nicht ratsam.
Denn die finanziellen Folgen eines Unfalles können erheblich sein.

Honorarausfall, Behandlungskosten, Kosten für den Umbau der Wohnung oder auch Gebühren für eine Umschulung können schnell ins Geld gehen und gerade, wenn eine ganze Familie mit dem Einkommen versorgt werden müsste, den finanziellen Ruin bedeuten.

Für Künstler und Publizisten kommt die „Verwaltungs-Berufsgenossenschaft der Banken, Versicherungen, Verwaltungen, freien Berufe und besonderen Unternehmen“ für eine Versicherung in Frage.

Die Einstufung der Freiberufler in eine Tarifgruppe erfolgt durch Einordnung eine Gefahrenklasse.

Dabei zahlt der freiberufliche Übersetzer einen deutlich niedrigeren Beitrag, als das bei einem Tanzlehrer der Fall ist – logisch, denn hier zählt das jeweilige Unfallrisiko.

Daher sollte bei der Anmeldung darauf geachtet werden, dass sich der Freiberufler nicht in eine unnötig hohe Gefahrenklasse eingruppieren lässt, denn dann zahlt er hohe Beiträge.




Die tatsächliche Höhe der Beiträge wird in jedem Jahr neu festgelegt und zwar immer unter Beachtung der tatsächlichen Schadensfälle, die vorgelegen haben.

Daher kann auch keine Prognose für die Zukunft gegeben werden. Passieren in einem Jahr viele Unfälle, so steigt der Versicherungsbeitrag für das nächste Jahr, sind in einem Jahr weniger Unfälle gemeldet worden, so kann der Beitrag sinken.

Wer übrigens nicht in eine der vorgegebenen Gefahrenklassen einsortiert werden kann, zahlt den Mindestbeitrag von 81 Euro pro Jahr.

Steuerliche Absetzbarkeit

Die Kosten für die gesetzliche Unfallversicherung sind steuerlich absetzbar.
Das heißt, ein Freiberufler kann die entsprechenden Beiträge im Rahmen einer Steuererklärung als Betriebsausgaben geltend machen.

Das gilt nicht nur für die Beiträge, die für die eigene Versicherung gezahlt werden, sondern auch für die, die für Mitarbeiter anfallen.
Insofern mindern die Beiträge den steuerpflichtigen Gewinn. 


Versicherung in Anspruch nehmen?

Tritt ein Unfall ein, so wird im Krankenhaus oder durch den behandelnden Arzt in der Regel erst einmal die Versichertenkarte eingelesen.

Die übliche Krankenversicherung des Freiberuflers geht praktisch in Bezug auf die Kosten in Vorleistung.

Wenn sich nun aber herausstellt, dass ein berufsbedingter Unfall oder eine beruflich veranlasste Erkrankung der Grund für die Behandlung ist, so muss die gesetzliche Unfallversicherung dafür in Leistung gehen.

Die Krankenkasse übernimmt eine Verrechnung mit der Unfallversicherung.
Dafür muss der Versicherte in der Regel einen Fragebogen zum Unfallhergang ausfüllen.

Die Berufsgenossenschaft: freiwillig oder Pflicht

Alle Arbeitnehmer müssen von ihrem Arbeitgeber in der zuständigen Berufsgenossenschaft gegen Unfall versichert sein. Eine Versicherungspflicht für Freiberufler besteht allerdings nicht.

Es gibt hier aber auch Ausnahmen. So sind Freiberufler aus den Bereichen Grafik und Fotografie bei der BG Druck und Papierverarbeitung pflichtversichert.
Wenn Sie nicht pflichtversichert sind, können Sie als Freiberufler freiwillig in die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft eintreten.

VBG - gesetzliche Unfallversicherung >> zur Website der VBG.

Die Berufsgenossenschaften erwirtschaften keine Überschüsse, sondern nehmen so viel ein, wie sie benötigen.

Wenn Sie freiwillig versichert sind, können Sie die Versicherungssumme innerhalb bestimmter Grenzen selbst bestimmen.



Doppelte Versicherungssumme bedeutet also doppelter Beitrag und doppelte Leistung.

Ein weiterer Faktor, der auf Ihren Beitrag einen Einfluss hat, ist die Gefahrenklasse. Die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft hat eine Mindestversicherungssumme, woraus sich ein zu zahlender Mindestbeitrag ergibt.


Autor:


Über diesen Ratgeber

Jürgen Busch Jürgen Busch + sein Team betreiben diesen Ratgeber seit 2008. Derzeit sind 650 Artikel online!


Unser PDF-Dokument

Unfallversicherung oder BG?
Download kostenfrei: Inhalt 11 Seiten

Unabhängiger Preisvergleich

Die beste Unfallversicherung 2014 finden.
Jetzt in unserem Ratgeber einen Online-Tarifvergleich durchführen!
Online-tarifvergleich Unfallversicherung