Selbstständig werden in der Corona-Zeit: Diese Herausforderungen müssen Gründer derzeit annehmen

Selbstständigkeit trotz Corona? Immer mehr Menschen wagen den Schritt zur Existenzgründung

Die Corona Pandemie hat in vielen Branchen zu großen Umsatzeinbrüchen geführt. Besonders Selbstständige und Gründer sind davon betroffen, denn zu Beginn der Selbstständigkeit werfen die meisten Unternehmen noch nicht genug Gewinn ab, um etwas für schwere Zeiten zurück zu legen. Es gibt aber auch Branchen, an denen die Corona Pandemie nahezu spurlos vorbeigeht, oder sogar solche, die von der Pandemie profitieren. Wir erläutern, mit welchen Herausforderungen Selbstständige aktuell zu kämpfen haben und wieso selbstständig werden in der Corona-Zeit sich für manche Unternehmer sogar lohnen kann.

Herausforderungen für Selbstständige in der Corona-Zeit

Durch die Corona-Pandemie ist die Lage für viele Unternehmen schwierig geworden. Das liegt zum einen am veränderten Konsumverhalten der Bevölkerung. Viele Menschen bangen um ihre Existenz, weshalb große Anschaffungen, wie beispielsweise ein neues Auto, erst einmal hinten angestellt werden. Für die Wirtschaft bedeutet das auf Dauer große finanzielle Einbrüche.

Hinzu kommen die Maßnahmen der Bundesregierung: Um die Verbreitung des Virus einzudämmen werden ganze Branchen lahm gelegt – Lockdown wie es auf Neudeutsch heißt. Gastronomie, Kultur und die Reisebranche wurden auf das Nötigste heruntergefahren und bei zu hohen Fallzahlen ganz geschlossen. Das ist mit Blick auf die gesundheitliche Lage im Land zwar durchaus verständlich, für Selbstständige bedeuten die Schließungen aber teilweise finanzielle Einbußen von bis zu 100 Prozent.

Besonders, wenn trotz fehlender Einnahmen weiterhin laufenden Kosten wie Miete oder Lohn für Mitarbeiter hinzukommen, sind Selbstständige auf finanzielle Hilfen angewiesen oder müssen Ihr Unternehmen ganz aufgeben. Die große Insolvenzwelle blieb zwar bislang aus, wird aber von vielen Experten bis Mitte 2021 erwartet.

In welchen Branchen Selbstständige von Corona profitieren 

Aber nicht allen Selbstständigen schadet die Pandemie. Beispielsweise Unternehmen, die sich auf digitale Dienstleistungen, wie das Online Marketing, spezialisiert haben oder Gründer, die einen Online Shop betreiben. Besonders, wenn Unternehmen bereits vor Corona überwiegend digital gearbeitet haben, sind sie in ihrem Arbeitsalltag kaum von der Pandemie betroffen oder profitieren sogar von höherer Nachfrage. Auch die Möbelbranche oder Firmen, die Bürobedarf verkaufen, verzeichnen aufgrund von Home Office und Quarantäne eine steigende Nachfrage. Ebenso Lieferdienste und Anbieter für Video Chat und ähnliche Kommunikationsplattformen. 

Es haben sich also neue Märkte eröffnet. Die Corona-Pandemie kann für Selbstständige durchaus auch eine Chance sein, schnell und erfolgreich mit dem eigenen Unternehmen durchzustarten. Das gelingt, in dem Sie den veränderten Markt und die neuen Kundenbedürfnisse als erstes erkennen und eine passende Lösung anbieten. Jede Krise ist auch die Chance für neue Startups und mutige Ideen!

Selbstständig werden in der Corona-Zeit – warum lohnt sich das?

1. Weniger Konkurrenz

Fast alle Unternehmen sind damit beschäftigt, den bisherigen Betrieb am Laufen zu halten, die IT zu modernisieren oder experimentelle Projekte zu streichen. Viele Unternehmen sind auf Sparkurs und haben kaum finanzielle Ressourcen, neue Ideen umzusetzen. Falls Sie über eine Neugründung nachdenken, kann dieser Umstand durchaus von Vorteil sein.

Das ist Ihr Vorteil. Denn wenn die Konkurrenz keine Neuerungen rausbringt, können Sie das tun und ihnen somit auch als kleines Unternehmen, das noch ganz am Anfang steht, einen Schritt voraus sein. 

2. Mehr Zeit durch Kurzarbeit

Träumen Sie schon lange von der Selbstständigkeit, haben aber Ihre Vollzeitstelle als Angestellter aufgrund der finanziellen Sicherheit noch nicht aufgegeben, könnte Kurzarbeit eine Chance für Sie sein. Nutzen Sie die neu gewonnene Zeit, um Ihre eigenen Ideen zu verwirklichen und den Weg für den Start in Ihre Selbstständigkeit zu ebnen – ganz ohne den Druck, direkt Gewinn erzielen zu müssen.

Ist für Sie keine Kurzarbeit (mehr) angesetzt, bieten Sie je nach Ihren aktuellen finanziellen Möglichkeiten freiwillig an, Stunden zu reduzieren und beispielsweise in Teilzeit zu wechseln. Viele Chefs werden momentan aufgrund einer geringeren Auftragslage sicher froh darüber sein, etwas weniger Lohn auszahlen zu müssen.

3. Raum für neue Ideen

Am wichtigsten ist jedoch, dass Sie sich eines vor Augen halten: Das Konsumverhalten der Menschen hat sich zwar verändert, der Konsum an sich ist aber (kaum) gesunken. Der entscheidende Unterschied liegt also in der Veränderung der Bedürfnisse der Menschen. Daher könnte genau jetzt der ideale Zeitpunkt sein, um neue Ideen auszuprobieren und sich diese Veränderungen auf dem Markt zunutze zu machen. Machen Sie sich Gedanken darüber, was ihre Zielgruppe jetzt braucht.

Welche Produkte oder Dienstleistungen können Sie als Selbstständiger in der Corona-Zeit anbieten? Wenn Sie sich an dieser Frage orientieren, stehen die Chancen gut, dass Sie auch in der Corona-Zeit Erfolg als Selbstständiger haben werden.

Heute ist der Schritt in die Selbstständigkeit so einfach wie nie. Schnell alles digital erledigen, von der Anmeldung über Steuerberatung bis zur Rechnungserstellung: Moderne Tools für Selbstständige und Freelancer machen es möglich.

4. Erste Schritte schneller und einfacher denn je

Früher war eben nicht alles besser. Wer selbstständig werden will, muss nicht mehr weite Wege gehen, mühsam alle erforderlichen Informationen und Formulare zusammensuchen und teilweise mit unbeantworteten Fragen ins kalte Wasser springen. Heute ist der Start in die Selbstständigkeit einfacher und schneller als je zuvor. Vor allem wer als Freelancer arbeiten möchte, kann im Prinzip sofort loslegen. Die Anmeldung ans Finanzamt sowie Tools für Buchhaltung und Umsatzsteuervoranmeldungen erhält man direkt bei sorted aus einer Hand. Damit hat man schon viele kleine Aufgaben zu Beginn digital erledigt.

Selbstständig werden trotz Corona: Was ist zu tun?

Sie haben sich dazu entschlossen, den Schritt in die Selbstständigkeit trotz der Corona-Pandemie zu wagen? Dann stellen Sie sich zunächst folgende Fragen:

  • Welche Bedürfnisse haben die Menschen momentan? Welche Leistungen werden in Anspruch genommen?
  • Welche Zielgruppe hat keine oder geringe finanzielle Einbußen? Wer könnte sich mein Produkt oder meine Dienstleistung weiterhin leisten?
  • Passt meine Idee zu den veränderten Bedürfnissen und ist sie zukunftssicher? Falls nicht, wie kann ich sie daran anpassen?
  • Wie hoch ist das finanzielle Risiko? Wie viel muss ich zunächst in meine Idee investieren? Muss ich ggf. einen Geschäftsraum anmieten oder habe hohe Produktionskosten?
  • Wie hoch ist der Zeitaufwand? Könnte ich nebenbei noch eine Vollzeit-/ Teilzeitstelle ausführen?

Berücksichtigen Sie diese wesentlichen Punkte, und es sollte Ihnen leicht fallen, zu entscheiden, ob der Schritt in die Selbstständigkeit aktuell sinnvoll für Sie wäre. Planen Sie aber in jedem Fall ausreichend hohe finanzielle Rücklagen ein, um mit Ihrem neuen Unternehmen auch unvorhersehbare Veränderungen der Situation überstehen zu können.

Informieren Sie sich außerdem im Voraus darüber, welche Hilfen und Fördermöglichkeiten Sie in Anspruch nehmen können, um trotz der Corona-Pandemie Ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Ihre Hausbank sowie die KfW helfen bei allen Fragen rund um Kredite und staatliche Programme zur Förderung von Existenzgründungen.

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