Berufliche Neuorientierung: Wenn der Job nicht passt, hilft nur noch der Ausstieg – und Quereinstieg?

Berufliche Neuorientierung: Wenn der Job nicht passt, hilft nur noch der Ausstieg - und Quereinstieg?

Feste Arbeitszeiten, ein sicheres Einkommen und Planungssicherheit: Eigentlich bietet Ihnen Ihr Job alles, was Sie sich für einen sicheren Alltag wünschen, doch glücklich sind Sie trotzdem nicht? Vielleicht sehnen Sie sich nach einem Tapetenwechsel oder auch nach einer vollkommen neuen Herausforderung. Damit sind Sie nicht allein. Auch Experten raten spätestens nach sieben Jahren zu einem Jobwechsel, um mit frischem Tatendrang und Kreativität die eigenen Aufgaben wahrnehmen zu können.

Eine berufliche Neuorientierung ist damit unabhängig vom Alter nicht nur möglich, sondern auch empfehlenswert. Der Wunsch nach einer Neuorientierung oder einem beruflichen Neuanfang liegt vor allem der menschlichen Entwicklung zu Grunde. Sie verändern sich im Laufe Ihres Lebens und entwickeln sich weiter. Damit ändern sich auch die Anforderungen, die Sie an Ihren Job stellen. Bevor Sie daraus resultierend unglücklich sind und Ihrem Beruf nur ungern nachgehen, kann sich ein Umstieg lohnen.

Wann sollten Sie über einen Neuanfang im Beruf nachdenken?

Wenn Sie nur hin und wieder genervt sind, ist das noch lange kein Grund, um den Job zu wechseln. Es gibt aber durchaus einige Punkte, die für einen raschen, aber auch konsequenten Neuanfang sprechen:

  • Ihr Job langweilt Sie täglich.
  • Sie haben zunehmend Lust auf etwas Neues und sehnen sich nach Abwechslung.
  • Sie möchten eine neue Herausforderung annehmen.
  • Sie wollen Ihren Arbeitsalltag flexibler und individueller gestalten.
  • Sie fühlen sich im Job unwohl, was wiederum Einfluss auf die gesamte Lebensfreude und Qualität hat.
  • Sie sehen in Ihrem Job weder Erfüllung noch Sinn.

Neuorientierung muss nicht zwingend ein strikter Jobwechsel sein

Auch wenn Sie in Ihrer aktuellen beruflichen Position nicht glücklich sind, muss eine Neuorientierung nicht zwangsläufig einen strikten Jobwechsel nach sich ziehen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie beruflich einen Neustart hinlegen können:

Tipp: Häufig bringt beispielsweise die Betreuung neuer Projekte, aber auch der Wechsel des Teams frischen Wind in den Alltag und sorgt damit wiederum für neue Freude. Auch die Übernahme von neuen Aufgaben kann die alte Begeisterung für den Job wecken.

Können Sie sich auch damit nicht anfreunden und arbeiten Sie bislang als Arbeitnehmer, ist der Weg in die freiberufliche Tätigkeit vielleicht eine Überlegung wert. Mit der Aufnahme der freiberuflichen Arbeit warten vollkommen neue Aufgaben auf Sie, die über den klassischen Tätigkeitsbereich hinausgehen. Zudem geht die freiberufliche Arbeit mit einer vollkommen neuen Verantwortung einher. So können Sie sich Projekte, die Sie aussuchen, selbst auswählen. Die mit der freiberuflichen Tätigkeit dazu gewonnenen Aufgaben und Freiheiten wissen vor allem kreative Köpfe zu schätzen.

Berufliche Neuorientierung: Wenn der Job nicht passt, hilft nur noch der Ausstieg - und Quereinstieg?
In vielen Berufen können Sie auch ohne Ausbildung oder Umschulung als Freiberufler erfolgreich sein.

Nicht jeder Neuanfang ist mit aufwendigen Umschulungsmaßnahmen verbunden

Häufig wird der Jobwechsel auch aus Angst vor erforderlichen Umschulungen oder neuen Ausbildungen gescheut. Grund dafür gibt es nicht, denn in immer mehr Branchen bekommen auch Quereinsteiger mittlerweile eine attraktive Chance. Darüber hinaus steigen die Chancen für nicht ausgebildete Mitarbeiter weiter. Grund ist der anhaltend hohe Fachkräftemangel, der viele Unternehmen und Arbeitgeber zum Umdenken animiert.

Der Quereinstieg macht es möglich, ohne lange Vorbereitungen in vollkommen fremde Berufe hineinzuschnuppern und dort entsprechende Kompetenzen zu erwerben. Dabei spielt Ihr Alter weder bei einem Quereinstieg noch bei einem Jobwechsel mit Umschulung eine Rolle.

Beginnen Sie mit einer Situationsanalyse

Bevor Sie sich für einen kompletten Jobwechsel entscheiden, sollten Sie unbedingt eine Situationsanalyse vornehmen. Überlegen Sie, was Sie bislang in Ihrem Beruf stört und was Sie sich für die Zukunft wünschen. Weiterhin sollten Sie abwägen, welche Aufgaben künftig für Sie infrage kommen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie sich nach etwas ganz Neuem sehnen, ist die berufliche Neuorientierung unabdingbar.

Gerade ein Jobwechsel und damit vielleicht auch ein Neueinstieg in eine andere Branche sind eine enorme Herausforderung. So müssen Sie hier geschätzte Sicherheiten abschütteln und sich auf neue Risiken einstellen. Hilfreich ist es immer, wenn Sie mit Ihrem Partner oder Freunden über den Jobwechsel sprechen können.

Generell sollten Sie auch, wenn Sie die Entscheidung für einen Jobwechsel getroffen haben, bei Ihrer alten Arbeitsstätte motiviert bis zum Schluss Ihre Aufgaben erledigen. So halten Sie sich eventuell eine Rettungstür offen, wenn Sie in Ihrem neuen Aufgabengebiet nicht glücklich sind.

Denken Sie daran: Jeder Job und jedes Projekt, an dem Sie mitgewirkt haben, bringt Sie nach vorn und hat zu Ihrem aktuellen Erfahrungsschatz beigetragen.

Jobwechsel ohne konkrete Vorstellungen

Natürlich ist es auch möglich, dass Sie sich in Ihrem bisherigen Beruf unwohl fühlen, aber auch nicht wissen, wie eine Neuorientierung aussehen kann oder soll. Auch dann sollten Sie nicht aufgrund fehlender Pläne oder Ideen in dem bisherigen Job bleiben. Schaffen Sie sich Möglichkeiten, mit denen Sie in neue Arbeits- und Aufgabenfelder hineinschnuppern können. Hier haben es Freiberufler besonders leicht, denn Sie können flexibel Projekte annehmen, aber auch ablehnen. Zudem sind Sie bei der Wahl des Unternehmens flexibel.

Eine berufliche Neuorientierung ist immer mit Unsicherheiten und Risiken verbunden. Dabei lohnt sie sich unabhängig von Alter und Qualifikationen. Arbeiten Sie in Ihrem Job motiviert, erreichen Sie deutlich bessere Leistungen und können sich auf eine entsprechende Anerkennung verlassen.

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