Der freiberufliche Logopäde

 

Die Logopädie kam im Jahr 1913 das erste Mal auf und wurde ab 1924 als Begriff für die medizinische Sprachheilkunde verwendet. Heute geht es um die medizinisch-therapeutische Fachdisziplin, bei der nicht nur Sprachbeeinträchtigungen, sondern auch Beeinträchtigungen des Hörens, des Sprechens, des Schluckens oder der Stimme behandelt werden. Die zwischenmenschliche Kommunikationsfähigkeit der Menschen, die in dieser eingeschränkt sind, soll durch die Logopädie verbessert werden.

Die Tätigkeit des Logopäden

Freiberufliche Logopäden arbeiten mit Ärzten und Psychologen zusammen, wenn es um Diagnose und Behandlung bestimmter Beeinträchtigungen der Sprache oder der Stimmen geht. Auch in Bezug auf das Hören und Schlucken bzw. bei Einschränkungen in diesen Bereichen ist der Logopäde der richtige Ansprechpartner.

Als Ursachen für Beeinträchtigungen in diesen Bereichen kommen verschiedene Gründe infrage. So können Entwicklungsstörungen oder Unfälle der Grund dafür sein, dass ein Mensch nicht richtig spricht. Wichtig sind dann geeignete logopädische Verfahren, die Sprachverständigung und Artikulation verbessern. Oft wendet der Logopäde dabei auch Atem- und Entspannungsübungen an, die die ganze Behandlung unterstützen sollen.

Auch Schlaganfallpatienten werden von einem Logopäden behandelt, wenn sie ihre Schluck- oder Kommunikationsfähigkeit wiedererlangen sollen. Logopäden übernehmen vor allem auch eine beratende Funktion. Eltern und Angehörige von Kindern, die in ihrer Sprache beeinträchtigt sind, gehören zum Hauptklientel dieser Freiberufler. Selbst in Kindergärten und Sondereinrichtungen werden Beratungen durchgeführt.

Des Weiteren ist der Bereich der Prävention sehr wichtig. Logopäden brauchen hier eine entsprechende Qualifikation und sind dann oft in ein Team in Rehabilitationseinrichtungen oder Sondereinrichtungen integriert. Zur üblichen freiberuflichen Tätigkeit eines Logopäden gehört aber nicht nur die Durchführung der medizinisch notwendigen Behandlungen, sondern auch die übliche Bürotätigkeit, die jeder Freiberufler erledigen muss. Buchführung, Steuererklärung, Büro- und Zeitmanagement und Marketing sind nur wenige Themen, denen sich der Logopäde im Alltag stellen muss.

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Der Zugang zum Beruf des Logopäden

Logopäden brauchen einen Abschluss in ihrem Beruf. Dieser Abschluss kann im Rahmen einer Ausbildung erworben werden oder durch ein entsprechendes Studium. Danach muss eine Berufserlaubnis vorliegen, ansonsten darf der Logopäde nicht praktizieren. Diese Erlaubnis muss nach dem Gesetz über den Beruf des Logopäden eingefordert werden. Ansprechpartner ist die zuständige Landesbehörde.

Die Landesverbände der Krankenkassen und der Ersatzkassen geben außerdem die Zulassung für Logopäden heraus, damit sie als zugelassene Leistungserbringer versicherte Leistungen erbringen dürfen.

Nachgewiesen werden müssen des Weiteren zielgerichtet regelmäßige Weiterbildungen, damit eine Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenkassen erfolgen kann.

Marketing für den freien Logopäden

Wie andere Freiberufler auch muss der Logopäde Marketing betreiben. Er muss seine Zielgruppe analysieren und herausfinden, was diese wünscht. Dann muss er sein Leistungsangebot genau auf diese Zielgruppe abstimmen. Außerdem muss er dafür sorgen, dass er konsequent in Erinnerung bleibt bzw. sich wieder in Erinnerung bei seiner Zielgruppe bringt. Hilfreiche Mittel auf dem Weg zum Bekanntwerden sind unter anderem:

Gerade der letztgenannte Punkt des Eintrags im Branchenverzeichnis ist für einen Logopäden sehr wichtig. Inzwischen gibt es in den meisten Städten eine sehr große Auswahl an verschiedenen Logopäden. Wer hier gefunden werden will, muss einiges daran setzen und sich öffentlich präsentieren. Das Branchenverzeichnis hat gegenüber den gedruckten Gelben Seiten den Vorteil, dass es im Internet einsehbar ist.

Die meisten Menschen suchen inzwischen im Netz nach einem Logopäden. Hier gibt es nicht nur die Einträge, sondern auch Empfehlungen und Referenzen der einzelnen Freiberufler. Nun kann ein Logopäde kaum über Referenzen schreiben. Er kann jedoch sein Leistungsangebot im Visitenkarteneintrag darstellen. Außerdem ist es möglich, auf der eigenen Homepage das Team, die Praxis und Behandlungsangebote vorzustellen. Dies macht die gesamten Leistungen des Logopäden transparenter.

Im Rahmen des Marketings muss der Logopäde versuchen, sich selbst als Marke zu präsentieren. Hierfür gilt es, ein geeignetes Corporate Design zu finden. Dieses sollte sich durch sämtliche öffentlichen Auftritte ziehen. So ist das Logo nicht nur auf der Homepage, sondern auch auf dem Briefpapier zu finden. Das gesamte Praxisteam kann sich über die Kleidung einheitlich darstellen. Die Farben der Praxis sollten sich ebenfalls überall wiederfinden. So wird letzten Endes erreicht, dass die Praxis als etwas Einzigartiges gesehen wird.

Wer sich im Marketing noch nicht so recht auskennt, sollte vor allem als Existenzgründer einen Profi aufsuchen. Dieser übernimmt auf der einen Seite die Beratung, auf der anderen Seite führt er viele Marketingaktionen durch.

Die Kosten für solch einen Fachmann können steuerlich abgesetzt werden und gelten als Betriebsausgaben.

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