Nebenberuflich Handwerk erlernen: Umschulung und Quereinstieg zum Tischler, Elektriker und Co

Nebenberuflich Handwerk erlernen: Umschulung und Quereinstieg zum Tischler, Elektriker und Co

Handwerker sind in Deutschland Mangelware und werden gebraucht wie selten zuvor. Es herrscht ein Fachkräftemangel, der sich immer deutlicher macht. Kunden warten sehr lange auf Termine und aufgrund der wenigen Handwerker haben immer mehr Handwerksbetriebe Existenzprobleme.

Da viele Berufstätige aufgrund der Corona-Pandemie ihre Arbeit verloren haben, orientieren sich immer mehr Menschen um. Ebenso denken viele über einen Berufswechsel nach, da die Bedienungen in ihrem Beruf für sie nicht mehr tragbar sind. Andere möchten mit den Händen arbeiten und dem Schreibtisch im Großraumbüro den Rücken kehren.

Eine nebenberufliche Umschulung in das Handwerk ist für immer mehr Menschen eine Möglichkeit der beruflichen Neuorientierung. Das Handwerk bietet sehr viele Möglichkeiten und zudem auch Vielfalt und einen sicheren Arbeitsplatz.

Welche Möglichkeiten gibt es für eine Umschulung im Handwerk?

Menschen, die bereits einen Beruf erlernt und eine Ausbildung abgeschlossen haben, haben zwei Möglichkeiten eine Umschulung zu machen:

  • Umschulung über einen Betrieb
  • Umschulung über eine Fernuniversität

Welche Umschulungsberufe führen ins Handwerk?

Mithilfe einer Umschulung können Sie jeden Beruf erlernen, für den Sie kein Studium benötigen. Die Vielzahl der Berufsausbildungen ist sehr groß. Der Handwerksberuf eignet sich zudem auch für Quereinsteiger. Es gibt in dem breiten Berufsfeld des Handwerks keine Beschränkungen. Eine vorherige Ausbildung in einem Beruf, der eine Voraussetzung darstellt, gibt es nicht. Ein Schulabschluss wie der eines guten Hauptschulabschlusses oder der Realschulabschluss sind vollkommen ausreichend.

Kommen Sie beispielsweise aus einem Bürojob, bildet der kaufmännische Beruf eine sehr gute Grundlage. Viele Lernfächer aus dem Handwerk werden Ihnen bekannt vorkommen. Auch in diesem Beruf brauchen Sie die folgenden Aspekte für Ihre Berufsausbildung und der späteren Berufsausübung:

Welche Vorteile bietet eine nebenberufliche Umschulung oder Weiterbildung?

Die Forderungen der Unternehmen werden immer höher. Somit haben Sie die Chance, sich beruflich weiterzubilden. Dadurch können Sie neue Erfahrungen machen und zusätzliche Kompetenzen erwerben.

Entscheiden Sie sich für eine Umschulung neben dem Beruf, wird die Ausbildungszeit hingegen zu einer ersten Ausbildung erheblich verkürzt. Dies betrifft jedoch nur Umschulungen. Bei einer Umschulung per Fernschule haben Sie den Vorteil, sich die Zeit frei einteilen zu können und so orts- und zeitunabhängig lernen zu können.

Tipp: Umschulungen können auch unterschiedlicher zeitlicher Natur sein, wie am Wochenende, per Fernkurs oder Abendschule. So kann die Umschulung sehr gut neben dem Beruf stattfinden.

Wie lange dauert eine Umschulung neben dem Beruf?

Es ist abhängig vom angestrebten Berufsabschluss, wie lange eine solche Umschulung dauert. Einige Umschulungen dauern Jahre, da viel Wissen vermittelt wird, wie bei einem Handwerksberuf. Anschließend erhalten Sie auch nach der Abschlussprüfung Ihren Gesellenbrief. Dies sollte jedoch nicht abschrecken.

Machen Sie beispielsweise eine Umschulung in Vollzeit zum Maler und Lackierer als Umschulungsmaßnahme, dauert dies zwei Jahre. Eine Umschulung neben dem Beruf kann jedoch bis zu fünf Jahre dauern. Es ist abhängig vom jeweiligen Lehrgang und dem Umfang, wie lange die Umschulung dauert.

Nebenberuflich Handwerk erlernen: Umschulung und Quereinstieg zum Tischler, Elektriker und Co
Das Handwerk leidet unter einem akuten Fachkräftemangel – daher lohnt sich eine Umschulung auch im höheren Alter.

Haben Sie Anspruch auf einen Bildungsgutschein, wenn sie nicht arbeitslos sind?

Das Arbeitsamt gibt die Bildungsgutscheine nur an Menschen heraus, die arbeitslos sind oder die kurz davorstehen, ihren Job zu verlieren. Es gibt nur sehr wenige Ausnahmen, bei denen ein solcher Gutschein genehmigt wird.

Eine Umschulung zum Handwerker wird aktuell auch nur wenige Arbeitgeber finanzieren. Gerade, wenn Ihr derzeitiger Arbeitgeber nichts mit dem Berufszweig zu tun hat. Ansonsten können Sie Ihren Arbeitgeber auf eine Umschulung ansprechen und in der Personalabteilung um Förderleistungen bitten. Fördern diese die Weiterbildung oder Umschulung ihrer Mitarbeiter, haben sie Anspruch auf eine staatliche Förderung.

Umschulung über ein Fernstudium für alle, die berufstätig sind

Eine Umschulung zum Handwerker sollte weder von der zeitlichen, noch von der kostentechnischen Komponente abhängig gemacht werden. Eine Umschulung lässt sich in vielen Fällen neben dem Job bewältigen.

Tipp: Die Kosten halten sich bei einem Fernstudium im Rahmen und sind monatlich bezahlbar. Es sollte sich für Ihre Umschulung jedoch um eine renommierte Fernakademie handeln. Zumal diese ein sehr vielfältiges und fundiertes Angebot haben.

Handwerkliche Ausbildung abgeschlossen – welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?

Haben Sie Ihre Umschulung zum Handwerker erfolgreich abgeschlossen, stellt die Handwerkskammer Ihnen den begehrten Gesellenbrief aus. Um sich eine weitere Qualifizierung und Expertise aufzubauen, sind Weiterbildungen und Seminare sehr gut geeignet.

Sie haben jedoch auch nach dem Abschluss Ihrer Umschulung die Möglichkeit, sich weiterzubilden und so einen besseren Abschluss zu erwerben:

  • Meister
  • Techniker
  • Technischer Fachwirt
  • Fachmann für kaufmännische Betriebsführung HwO

Ebenso haben Sie die Möglichkeit, nach der abgeschlossenen Ausbildung zu studieren. Es gibt berufsbegleitende Studien und somit theoretische und praxisnahe Arbeit vermitteln. Diese Möglichkeiten haben Sie:

  • Abendstudium
  • Fernstudium
  • Teilzeitstudium

Fazit

Ein handwerklicher Beruf bietet Ihnen sehr viele Möglichkeiten für Ihr weiteres Berufsleben. Haben Sie bereits eine Ausbildung abgeschlossen, kann dies ein großer Vorteil sein.

Viele Menschen möchten eine Umschulung machen, möchten ihrer bisherigen Arbeit jedoch weiter nachgehen. Mit einer Umschulung neben dem Beruf ist dies problemlos möglich. Der einzige Nachteil bei dieser Methode besteht darin, dass Sie deutlich mehr Zeit aufwenden müssen, als wenn Sie Ihre Umschulung in Vollzeit machen. Allerdings überwiegen die Vorteile.

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