Umsatzsteuer bei Künstlern

Umsatzsteuer bei Künstlern

Umsatzsteuer bei Künstlern

 

Das Umsatzsteuergesetz sieht bestimmte Regelungen für Künstler und künstlerisch Tätige vor. Im Zusammenhang steht hier das Urheberrechtsgesetz, denn Werke, die selbigem unterliegen, sind mit dem ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent behaftet.

Auch wenn das Gesetz sich hier recht eindeutig ausdrückt, kommen seitens der Künstler immer wieder Fragen auf, wie sie denn nun ihre Leistungen zu besteuern hätten.

Steuern bei Kunstgegenständen

Die Umsätze, die mit Kunstgegenständen erzielt werden, unterliegen dem ermäßigten Steuersatz, das heißt, hier werden nur 7 Prozent fällig.

Wichtig dabei ist, dass diese Gegenstände vollständig von Hand geschaffen wurden, das heißt, bei Zeichnungen und Gemälden darf keine Computerkunst zum Einsatz kommen.

Zu den Kunstgegenständen zählen auch die Originalwerke der Bildhauerkunst, Originalstiche sowie originale Steindrucke und Schnitte. In dem Zusammenhang sei erwähnt, dass es nicht von Belang ist, ob der Freiberufler oder Selbstständige als Künstler eingestuft wird, er könnte theoretisch dennoch mit dem Regelsteuersatz arbeiten. Zu beachten ist die so genannte zolltarifliche Einordnung der Gegenstände, was zum Beispiel durch eine Zolltarifauskunft geklärt werden kann.

Steuern für Gruppenleistungen: Theater, Chöre und Orchester

Einzelne Leistungen von Theatern, Chören und Orchestern fallen gänzlich unter die Umsatzsteuerbefreiung. Die, bei denen das nicht der Fall ist, werden zu einem ermäßigten Steuersatz angeboten.

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Wie werden wir als Gruppe wohl besteuert? 🙂

Das gilt zum Beispiel für die Veranstaltung von Konzerten oder Theateraufführungen durch andere Unternehmer. Hier werden nur 7 Prozent Mehrwertsteuer berechnet. Wichtig ist, dass zum Beispiel das Konzert den eigentlichen Zweck einer Veranstaltung ausmachen muss, andernfalls darf der ermäßigte Steuersatz nicht angewendet werden.

Andere Leistungen, die auf der Veranstaltung erbracht werden, müssen also von untergeordneter Bedeutung sein. Nicht begünstigt sind tänzerische, kabarettistische oder gesangliche Vorführungen, die im Rahmen anderer Veranstaltungen erbracht werden. Zu beachten: Auch die musikalische Darbietung, die bei einem „Bunten Abend“ erfolgt, ist nicht steuerbegünstigt. Hier steht das gesprochene Wort in der Regel im Vordergrund.

Besteuerung von Solokünstlern

Die Leistungen eines Solokünstlers unterliegen immer dem Regelsteuersatz von 19 Prozent. Wenn ein Solokünstler Leistungen in der Art erbringt, dass er auch gleichzeitig Konzertveranstalter ist, kann der ermäßigte Steuersatz von 7 Prozent verwendet werden. Der Solokünstler muss somit gleichzeitig als Veranstalter auftreten, das heißt, er muss auf eigenen Namen und Rechnung die gesamte Organisation des Konzerts übernehmen.  Folgendes muss der Künstler organisieren:

  • Der Ort der Veranstaltung
  • Den veranschlagten Zeitraum
  • Sonstige Umstände

Erbringung zweier Leistungen

Labyrinth - Ausweg suchen - ProblemlsungKünstler können zwei Leistungen gleichzeitig erbringen: Zum einen die Darbietung an sich, zum anderen die Einwilligung zur Verwertung der Darbietung. Wenn ein Solist ein Konzert gibt und gleichzeitig ein Rundfunksender dieses aufnimmt und sendet, werden zwei Leistungen erbracht. Hier müssen zwei Steuersätze angewendet werden.

Der Regelsteuersatz wird für die Darbietung und damit die Leistungserbringung gegenüber dem Konzertveranstalter verwendet, der ermäßigte Steuersatz kann gegenüber dem Rundfunksender berechnet werden.

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