Die künstlerische Tätigkeit

Freiberufliche Künstler

Freiberufliche Künstler

Im Prinzip kann sich jeder als Künstler bezeichnen, denn dieser Titel ist nicht geschützt.

Wer sich als begabter Laie künstlerische Fähigkeiten selbst aneignet, wird dennoch als Profi anerkannt werden.

Es fehlt also an einem tatsächlich zu definierenden Kunstbegriff, daher ist die Abgrenzung der künstlerischen von der nicht-künstlerischen Tätigkeit sehr schwierig.

Merkmale der künstlerischen Tätigkeit

Wer als Künstler tätig ist, muss eigenschöpferisch arbeiten. Das heißt, er arbeitet mit eigenen Ideen kreativ an Dingen, die nicht der Einteilung als Gebrauchskunst oder dem Kunstgewerbe unterliegen.

Hinweis: Die Kunst muss zweckfrei sein!

Zunehmend wird aber das Kriterium der Gestaltungshöhe als kritisch gesehen, eine solche muss nicht mehr zwingend vorliegen.

Bei einigen freien Berufen, wie bei Musikern, Malern oder Komponisten, reicht es völlig aus, wenn anzunehmen ist, dass eine künstlerische Tätigkeit vorliegt.

Hier kommt der Begriff der allgemeinen Verkehrsauffassung ins Spiel. Das heißt, wenn die Allgemeinheit einen Beruf als künstlerisch ansieht, so folgt dieser Auffassung in der Regel auch der Gesetzgeber. Gerade dabei kommt der fehlende Gebrauchszweck der Kunst zum Tragen.

Berufliche Tätigkeiten, bei denen die Ergebnisse einem praktischen Einsatzzweck dienen, sind nicht von Vornherein als künstlerisch einzustufen.

Wer als Modezeichner oder Fotograf arbeitet, muss nachweisen können, dass in seiner Arbeit das künstlerische Element vorherrschend ist. Zur Beurteilung des Sachverhaltes wird meist ein Sachverständigengutachten eingeholt.

Wer wird als Künstler anerkannt?

Ohne größere Nachweise werden zum Beispiel bildende Künstler anerkannt. Das können wissenschaftliche Zeichner, Kunstmaler oder Bildhauer sein.

Hinweis: Nicht eingerechnet werden hier Töpfer oder Mosaikleger, bei ihnen erfolgt die Einstufung als Handwerker.

Ebenfalls anerkannt sind Modezeichner, Werbefotografen oder Designer. Das allerdings nur, wenn das Hauptelement Kunst in der Tätigkeit eindeutig vorherrschend ist. Sie dürfen nicht gebrauchskünstlerisch tätig sein.

Hier gibt es zum Beispiel bei freiberuflichen Grafikern unterschiedliche Einstufungen. Während die Künstlersozialkasse ihnen den Status als Künstler anerkennt, gelten sie vor dem Einkommenssteuergesetz meist als Gewerbetreibende.

Rein künstlerisch tätige Fotodesigner sind ebenso als Künstler anerkannt, wie Angehörige der Darstellenden Kunst. Das sind etwa Schauspieler, Entertainer oder Balletttänzer.

Wichtig: Wer als Showtänzer tätig ist und keine klassische Ausbildung im Ballett vorweisen kann, muss sich als Gewerbetreibender anmelden.

Regisseure und Komponisten gelten als Künstler, außerdem Musiker, Dirigenten oder Sänger. Bei ihnen liegt das künstlerische Element offensichtlich auf der Hand, ein Nachweis ist hier in der Regel nicht erforderlich.

Rechtssprechung zur künstlerischen Tätigkeit

Rechtssprechung zur künstlerischen Tätigkeit

Rechtssprechung zur künstlerischen Tätigkeit

Immer wieder befassen sich die Finanzgerichte damit, ob es sich im Streitfall um eine künstlerische oder gewerbliche Tätigkeit handelt. Beide müssen voneinander abgegrenzt sein.

Schon im Jahr 1971 musste sich das Bundesverfassungsgericht zur Definition des Kunstbegriffes äußern, hier erging der sogenannte „Mephisto-Beschluss“. Dieser besagte, dass die freie schöpferische Gestaltung als wesentliches Merkmal einer künstlerischen Tätigkeit zu sehen ist und dass Erfahrungen und Erlebnisse eines Künstlers über seine Werke zur Anschauung gebracht werden.

Dafür sind verschiedene Medien einsetzbar. (BVerfG 24.2.71, BVerfGE 30, 173, NJW 71, 1645 und BVerfGE 30, 173, 188 f.)

Dennoch haben die Finanzgerichte immer noch keinen fest definierten Kunstbegriff parat und gehen von einer künstlerischen Tätigkeit aus, wenn der Freiberufler schöpferisch tätig ist und die nötigen Techniken zur Gestaltung seines Werkes hinreichend beherrscht.

Hier wird von einer „Gestaltungshöhe“ gesprochen und davon, was Kunst eigentlich darf. (BFH 11.7.91, IV R 33/90, DStR 91, 1588)

Kleinunternehmer als Künstler und die Steuer

Die Einnahmen, die Kleinunternehmer mit ihren künstlerischen Tätigkeiten erzielen, unterliegen der üblichen Einkommenssteuer. Die Umsatzsteuer ist hingegen nicht relevant, da diese von einem Kleinunternehmer ohnehin nicht erhoben werden darf.

Schon bei der Anmeldung wird dem Finanzamt mitgeteilt, ob die Einkommenssteuer zukünftig im Voraus bezahlt wird oder ob sie im Nachhinein im Rahmen der Steuererklärung fällig wird. Hier kann sich allerdings eine Nachzahlung ergeben.

Beim Finanzamt angegeben werden müssen die Einnahmen – steuerlich als Einkünfte bezeichnet – auch dann, wenn sie im Rahmen einer nebenberuflichen Tätigkeit erzielt wurden.

Bis zu einer Grenze von 450 Euro im Monat fallen nach dem Einkommensteuergesetz – EStG jedoch keine Steuern an. Eigenschöpferische Kleinunternehmer haben steuerlich gesehen also verschiedene Möglichkeiten.

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