Freier Grafiker und Grafikdesigner

Freier Grafikdesigner

Freier Grafikdesigner

 

Der Grafiker setzt gestalterische Konzepte für Dienstleistungen oder Produkte um und muss sich damit an die grobe Linie des Gesamtkonzepts halten. Oft wird direkt für einen Kunden gearbeitet, teilweise wird der freie Grafiker aber auch durch eine Werbeagentur beauftragt. Das Design muss an die jeweilige Zielgruppe, an die sich das Produkt oder die Dienstleistung richten, angepasst sein, wobei dem Corporate Design des Auftraggebers ebenfalls Aufmerksamkeit gezollt werden muss.

Dienstleistungsangebot und Aufgaben

Grafiker und Grafikdesigner befassen sich mit der Gestaltung verschiedener Produkte, wie etwa Plakate, Anzeigen, Verpackungen oder Prospekte. Auch Webpräsenzen werden entworfen und programmiert. Der Kunde muss seine Vorstellungen genau formulieren, dann werden mit Hilfe spezieller Softwares verschiedene Entwürfe für das Gewünschte gefertigt. Auch die Kostenkalkulation gehört zu den üblichen Tätigkeiten des Grafikers. Der Freiberufler spricht seine Entwürfe mit dem Auftraggeber durch und setzt die gewünschte Variante in eine reproduktionsfähige Form um.

Teilweise werden Reinzeichnungen verlangt. Der Grafiker muss die Produktion kontrollieren, die eventuell auch extern stattfinden kann. Neben der Erledigung der Aufträge ist eine ständige Weiterbildung und Beobachtung von Trends für den Grafiker unverzichtbar. Die Marktbeobachtung ist für die Präsentation der eigenen Dienstleistung sehr wichtig. Diese muss kundenspezifisch angepasst werden und sich unterscheiden, je nachdem, ob der Kunde ein Buchverlag ist, der ein Cover gestaltet haben möchte, oder eine Werbeagentur, die beim Entwurf eines Plakats Hilfe benötigt.

Bedenken Sie; Auf Wunsch des Kunden muss der Grafiker auch Kalkulationen überwachen oder Anpassungen an bereits bestehenden Konzepten vornehmen.

Wichtig für Grafiker: Honorare und Künstlersozialkasse

Die Höhe des Honorars für den einzelnen Auftrag muss zwischen Grafiker und Auftraggeber verhandelt werden.

Sicherlich müssen branchenübliche Preise dabei berücksichtigt werden. Zudem variieren die Grafiker-Honorare je nachdem, was erstellt wurde. So können für die grafische Gestaltung von Bilder- oder Märchenbüchern deutlich höhere Preise veranschlagt werden, als zum Beispiel für einen einzelnen Beitrag für eine Zeitschrift üblich.

Für Buchcover liegen die mittleren Honorare derzeit bei etwa 600 bis 800 Euro. Magazincover werden mit 1000 bis 4000 Euro veranschlagt.

Das Honorar soll den eigenen Marktwert widerspiegeln und dem Grafiker ermöglichen, berufliche und private Ausgaben davon zu bestreiten.

Versicherungen, Steuern oder auch die Ausgaben für Marketing und Kundenakquise muss der Freiberufler davon bestreiten. Der Grafiker als künstlerisch Tätiger kann sich über die Künstlersozialkasse kranken- und rentenversichern lassen. Dies bringt ihm einen entscheidenden finanziellen Vorteil, vor allem, wenn die Honorare noch nicht allzu hoch ausfallen.

Er bekommt die Hälfte der fälligen Beiträge bezuschusst und ist damit einem Angestellten gleichgestellt.
Die Versicherung über die KSK ist jedoch nur möglich, wenn die Tätigkeit hauptberuflich ausgeübt wird, das heißt, sie dem Zwecke des Erwerbs des Lebensunterhalts dient.

Die Webseite des freien Grafikers

Die eigene Homepage ist inzwischen zum wichtigsten Marketinginstrument des Freiberuflers geworden. Hier stellt sich der Freiberufler persönlich und mit seinem Leistungsangebot vor, bietet eine Darstellung von Referenzen oder auch bereits erfolgte Kooperationen.

Die Webseite ist daher so etwas wie eine erweiterte Visitenkarte. Wer sich als Grafiker noch keine eigene Webseite zulegen möchte – obwohl das gerade in diesem Beruf einem Armutszeugnis gleich kommt -, sollte auf jeden Fall einen Eintrag in einschlägige Branchenverzeichnisse erwägen. Hier suchen potentielle Kunden oft als erstes nach einem Dienstleister. Der Eintrag ist auch zusätzlich zur eigenen Website zu empfehlen.

Grafiker und Versicherungen

Wer als Grafiker tätig ist, sollte sich über seine Versicherungen ausreichende Gedanken machen. Eine unbedachte Grafik oder eine unglückliche Umsetzung eines Kundenwunschs kann zu unschönen Erfahrungen führen. Eine Berufshaftpflichtversicherung sollte daher auf jeden Fall abgeschlossen werden, eventuell ist auch eine Berufsrechtsschutzversicherung sinnvoll.

Gerade derjenige, der kreativ arbeitet, kann schnell in die Verlegenheit kommen, dass sich Kunden über ein unerwünschtes Ergebnis beschweren oder dass Schadensersatzansprüche gestellt werden. Die genannten Versicherungen übernehmen die Kosten für die Regulierung der Schäden bzw. für die Abwehr nicht berechtigter Forderungen.

Die Corporate-Identity des freien Grafikers

Schon in der Ausbildung bzw. im Studium lernt der Teilnehmer, dass Grafikdesign bestimmten Anforderungen unterliegt. Wer dann als Freiberufler in diesem Bereich arbeitet und praktisch mit seiner Kunst Geld verdienen möchte, muss noch weitere Anforderungen als nur die des Grafikdesigns erfüllen. Diese betreffen die Bereiche Marketing und Werbung, die jeder Freie berücksichtigen und verfolgen muss. Verlangen auf der einen Seite die Medien die Anpassung an eine bestimmte Gestaltung von Manuskripten und Vorlagen, verlangen auf der anderen Seite Kunden ein festes Corporate Design und das konsequente Beachten der Corporate Identity.

Viele Interessenten reagieren irritiert, wenn jemand seine Geschäftsdrucksachen immer wieder neu entwirft und wennGestaltung des Geschäftsbriefs eine andere ist als die Darstellung auf der eigenen Website. Verwenden Sie für eine kundenfreundliche Kommunikation das eigene Logo, Schriftzüge und Darstellungen, die der Corporate Identity folgen. Das gilt auch für eine Bewerbung, falls Sie sich in einer Agentur anstellen lassen möchten oder auch nur an einem Projekt mitwirken wollen.

Es ist eine Kunst, über grafische Darstellungen Informationen zu übermitteln, die die eigene Person und das eigene Unternehmen betreffen. Bedenken Sie daher bei jeder Grafik und Illustration, dass Sie sich hiermit selbst präsentieren und Eigen-PR betreiben.

Hinweis: Auch 2017 sind Stellenangebote und Jobs aus dem Bereich Web, Konzeption und Werbemittel schwer zu finden.

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