Außerordentliche Kündigung eines Versicherungsvertrages

Außerordentliche Kündigung eines Versicherungsvertrages

Außerordentliche Kündigung eines Versicherungsvertrages

 

Neben der ordentlichen gibt es das Recht zur so genannten außerordentlichen Kündigung. Hierfür kann es verschiedene Gründe geben. Unter anderem steht dem Versicherten das Recht auf eine außerordentliche Kündigung zu, wenn das Versicherungsunternehmen die Prämien im Laufe eines Versicherungsjahres erhöht hat. Das muss mit einer fehlenden Erhöhung der Leistungen einhergehen.

Hinweis: Der Versicherte bekommt den Erhöhungsbescheid und hat nun einen Monat lang Zeit, die Kündigung einzureichen.

Hierbei gibt es aber Einschränkungen

Wurde die Versicherung zwischen dem 01.01.1991 und dem 28.07.1994 geschlossen, so müssen die Prämien um mehr als fünf Prozent erhöht worden sein oder um mehr als 25 Prozent im Vergleich zum ersten Beitrag. Die Kündigung von Verträgen, die vor dem 01.01.1991 geschlossen wurden, ist in den Bedingungen zum Versicherungsvertrag geregelt.

Die Erhöhung muss hier aber meist mindestens zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr betragen. Das Recht auf außerordentliche Kündigung besteht für den Freiberufler zum Beispiel bei der gesetzlichen Krankenversicherung. Auch hier müssen die Beiträge erhöht worden sein. Die Erhöhung darf aber nicht auf einer Änderung der Gesetze beruhen. Die Kündigung wird dann zum Ende des übernächsten Monats wirksam, wobei das Datum des Kündigungsschreibens grundlegend ist.

Wichtig: Ein Sonderkündigungsrecht besteht auch dann, wenn zum Beispiel die Anforderungen für eine Familienversicherung erfüllt werden oder wenn die Versicherungspflicht nicht mehr gegeben ist.

Im Schadensfall besteht beidseitiges Kündigungsrecht

Ist ein Schadensfall eingetreten, so besteht ein Kündigungsrecht auf beiden Seiten. Der Versicherer hat dabei eine Frist von einem Monat einzuhalten, der Versicherte kann sofort oder zum Ende des Versicherungsjahres kündigen. Kündigt das Unternehmen, so ist es meist schwer, einen anderen Versicherer zu finden. Werden Immobilien für das Büro des Freiberuflers gekauft, so wird der bestehende Versicherungsvertrag mitgekauft. Dieser ist allerdings außerordentlich kündbar.

Zu beachten: Die Frist beträgt dabei einen Monat. Sie beginnt aber erst, wenn die Eintragung im Grundbuch vorgenommen wurde. Der Vertrag sollte aber erst gekündigt werden, wenn die Zusage des neuen Versicherers vorliegt, damit keine Versicherungslücke entstehen kann.

Kündigung Kfz-Versicherung

Ähnlich, wie bei der Immobilienversicherung, wird es auch bei der Kfz-Versicherung gehandhabt. Hier kauft der neue Besitzer die Versicherung ebenfalls mit. Er kann sie fortführen oder zu einem anderen Versicherer wechseln und das innerhalb eines Monats. Wird das Fahrzeug bei der neuen Versicherungsgesellschaft versichert, so gilt dies als Kündigung des alten Vertrags.

Diese Tipps und Anregungen zur außerordentlichen Kündigung stammen vom Autor:

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