Berufshaftpflicht Steuerberater

Berufshaftpflicht Steuerberater

Berufshaftpflicht Steuerberater

 

Steuerberater müssen für ihre Arbeitsergebnisse haften. Das heißt, wenn aufgrund einer falschen Beratung dem Mandanten Nachteile entstehen, muss der Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer für den entstandenen Schaden aufkommen.

Ein Beispiel:  Ein Unternehmen muss eine hohe Steuernachzahlung leisten, weil die Steuererklärung durch den Steuerberater nicht korrekt war. Infolgedessen kann das Unternehmen andere Verbindlichkeiten nicht begleichen und muss hohe Kosten für das Inkasso in Kauf nehmen. Bei nachweislich falscher Beratung durch den Steuerberater muss dieser Schadensersatz leisten. Die Berufshaftpflicht kommt im Rahmen der vereinbarten Deckungshöhen für den Schaden auf.

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Wichtige Haftungsrisiken des Steuerberaters

Jeder Steuerberater muss seine individuellen Risiken kennen, damit die Berufshaftpflicht auf ihn persönlich abgestimmt werden kann. Denn ein Schaden lässt sich nur begrenzen, wenn er in seiner Höhe ungefähr abschätzbar ist. Vor allen Dingen sind Haftungsforderungen aufgrund mangelhafter Aufklärung über bestimmte Sachverhalte, Versäumen von Fristen und Vergessen oder Übersehen von Terminen und rechtlichen Vorschriften.

Fristversäumnisse stellen die häufigste Art der Pflichtverletzung dar. Die höchsten Haftungsbeträge hingegen werden in den meisten Fällen bei mangelnder Sachverhaltsaufklärung fällig. Die Punkte „Versäumen und Vergessen“ treten vor allem durch Flüchtigkeitsfehler auf, aber auch durch eine fehlende Berücksichtigung neuer rechtlicher Regelungen oder durch eine nicht ausreichende Beratung des Mandanten.

All diese Haftungsrisiken treten bei einem allein tätigen Steuerberater ebenso auf wie bei einer Steuerberatungsgesellschaft oder bei einem Wirtschaftsprüfer. Es kann also von allgemeinen Risiken ausgegangen werden.

Bedacht werden müssen übrigens auch die so genannten versteckten Haftungsrisiken.

Dies sind Risiken, die dem Steuerberater bei seiner Arbeit nicht einmal in jedem Fall bewusst sind. Hier muss an eine Dritthaftung gedacht werden. Vergibt zum Beispiel eine Bank aufgrund eines falschen Wirtschaftsgutachtens eines Steuerberaters einen Kredit, der dann nicht getilgt werden kann, kann der Steuerberater dafür haftbar gemacht werden. Häufig werden Haftungsansprüche gegen den Steuerberater durch eine Verletzung der Mandats- und Risikobelehrungspflicht geltend gemacht. In dem Fall macht der Mandant einen Schaden geltend, der ursprünglich nicht im Fokus des Steuerberaters lag. Häufig ist das zum Beispiel bei Anlageentscheidungen der Fall.

Der Steuerberater hat in dem Fall dann meist zwar eine spezifische steuerliche Frage beantwortet und einen Sachverhalt dargestellt, jedoch nicht den komplexen Zusammenhang beachtet und darüber aufgeklärt.

Vermeiden von Risiken

Ein Steuerberater könnte nun sagen, dass er schließlich eine Berufshaftpflichtversicherung habe und sich nicht weiter um die Risiken kümmern müsse. Einen eventuell fälligen Schadensersatz würde schließlich die Versicherung übernehmen. Doch ganz so ist es nicht. Denn es muss im Einzelfall nicht nur der tatsächlich entstandene Schaden aus der Pflichtverletzung gesehen werden, sondern auch die Auswirkungen auf die gesamte Kanzlei.

Hinweis: Ein Mandant kann sich nach einem Fehler entscheiden, das Mandat zurückzuziehen und sich nicht mehr von dieser Kanzlei vertreten zu lassen. Damit liegt der wirtschaftliche Schaden für diese real deutlich höher, als wenn er sich nur auf die Zahlung von Schadensersatz begrenzen ließe.

Bei häufigen Fehlern ist die Höhe der möglichen Versicherungsleistungen ebenfalls bald erreicht. Viele Assekuranzen begrenzen die Deckungssummen auf eine Höchstsumme pro Jahr. Ist diese erreicht, muss der Steuerberater für die dann noch offenen Schäden selbst aufkommen. Durch das Einhalten von Fristen lassen sich viele Risiken vermeiden. Es ist daher auf eine lückenlose Fristenkontrolle zu achten. Außerdem muss sie zentral geführt werden sowie vom Chef der Steuerkanzlei einsehbar und regelbar sein.

Auch eine stets ausreichende Aufklärung über einen Sachverhalt bzw. die damit in Zusammenhang stehenden Situationen sind wichtig. Bei Überschreiten der in der Honorarvereinbarung festgelegten Beratungszeit muss dem Mandanten eventuell die zusätzliche Zeit in Rechnung gestellt werden.

Mögliche Berufshaftpflichtversicherung für die Steuerkanzlei

Die Deckungssummen betragen für Vermögensschäden in der Regel 250.000 Euro. Sie sind aber meist frei wählbar und können bis auf 1.000.000 Euro festgesetzt werden. Auch höhere Deckungssummen sind möglich, allerdings erhöhen sich damit auch die jährlichen Prämien. Für die ersten 250.000 Euro gibt es meist eine vierfache Jahreshöchstleistung, die dann auf die zweifache Höchstleistung begrenzt wird. Damit schützt sich die Versicherung vor zu hohen und zu zahlreichen Forderungen.

Wenn hinsichtlich der Prämienhöhe gespart werden soll und ein Steuerberater sicher ist, dass seine Risiken minimal sind bzw. er diese begrenzen kann, kann eine Selbstbeteiligung festgelegt werden. Diese beträgt meist maximal 10 Prozent der Versicherungssumme. Mitversichert sind in der Berufshaftpflichtversicherung die Mitarbeiter der Steuerkanzlei oder Sozietät, sofern es sich dabei um echte Angestellte handelt.

Zu beachten Freie Mitarbeiter oder Subunternehmer können nicht mit versichert werden.

Diese müssen eine eigene Haftpflichtversicherung als Freiberufler abschließen, die ihr persönliches Risiko abdeckt. Der Schadensersatz wird dann im Rahmen des Innenverhältnisses kanzleiintern geregelt.

Diese Tipps und Hinweise zum Risiko als Steuerberater stammen vom Autor:

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