Freie Mitarbeit im Heilberuf

Ein Psychologe gilt als Selbstständiger

Ein Psychologe gilt als Selbstständiger

 

Gerade für Physiotherapeuten, Masseure, Logopäden und andere Angehörige nichtärztlicher Heilberufe stellt sich häufig die Frage, ob denn nicht eine freie Mitarbeit für sie möglich wäre. Allerdings sollten Sie sich dessen bewusst sein, dass die Deutsche Rentenversicherung bei diesen Berufsangehörigen ganz besonders genau hinschaut.

Psychologen und Psychotherapeuten

Ein Psychologe, der seinen zeitlichen Rahmen und den Ort seiner Tätigkeit frei bestimmen kann, gilt als Selbstständiger. Auch dann, wenn er mit dem Träger der Sozialhilfe Vereinbarungen geschlossen hat und er Patienten zugewiesen bekommt. Bei dieser Zuweisung können sogar Inhalt und Umfang der Therapie vorgegeben werden. Zwischen- und Abschlussberichte können gefordert werden – dies unterscheidet sich nicht von einem „normalen“ freien Mitarbeiter, der ein Projekt in einem Unternehmen der freien Wirtschaft bearbeitet und regelmäßig Berichte abliefern muss.

Heilberufler

Die Regelung, die auf Psychologen und Psychotherapeuten anzuwenden ist, kann auch bei anderen Heilberuflern zum Tragen kommen. Diese werden oft von privaten oder öffentlichen Einrichtungen beschäftigt und regeln ihre Dienstleistungen vertraglich mit den Institutionen. Mit den Patienten selbst werden häufig keine eigenen Verträge geschlossen.

Hinweis: Durch den Dienstberechtigten dürfen allerdings keine Vorschriften darüber gemacht werden, wann ein zugewiesener Patient behandelt werden muss.

Zudem darf die zu erbringende Dienstleistung nicht bis ins kleinste Detail geregelt werden, die Festlegungen dürfen sich nur auf die zu erbringende Leistung beziehen.

Streitfälle und Hinweise

Immer wieder kommt die Deutsche Rentenversicherung bei einer Betriebsprüfung zur Ansicht, dass eine Scheinselbstständigkeit vorliegt und fordert die fälligen Beiträge rückwirkend für bis zu vier Jahre an. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass ein Einspruch dagegen durchaus sinnvoll sein kann.

Wichtig ist aber, dass ein Antrag auf Zahlungsaufschub verfasst wird, denn ein Einspruch hat keine zahlungsaufschiebende Wirkung. Selbst in Fällen, in denen viele Details vertraglich geregelt wurden und die Arbeit des Heilberuflers auf den ersten Blick als selbstständig einzustufen war, ergaben sich bislang schon Streitfälle. Immer noch besteht eine erhebliche Rechtsunsicherheit bei der Beurteilung der Frage, ob es sich um einen scheinselbstständigen oder einen freien Mitarbeiter handelt.

Tipp: Lassen Sie sich beim Vertrag über die freie Mitabeit durch einen Rechtsbeistand beraten.

Nutzen Sie das Angebot der Deutschen Rentenversicherung, Verträge zu beurteilen, damit wird deutlich mehr Rechtssicherheit erreicht.

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