Honorare freie Heilberufe

Gebührenordnungen für Ärzte

Gebührenordnungen für Ärzte

Ärzte, Zahnärzte oder Tierärzte sind in Berufskammern organisiert.

Diese haben Gebührenordnungen entworfen und veröffentlicht, in denen die Höhe der Honorare vorgegeben ist.

Die Berufsausübenden können sich für bestimmte Leistungen in ihrer Honorarberechnung an die Gebührenordnung halten.

Für Leistungen, die darüber hinausgehen, sind sie bei der Berechnung des Honorars jedoch frei.

Nun gibt es allerdings keine Heilpraktikerkammer.

Daher stehen Heilpraktiker, Logopäden, Podologen, Atemtherapeuten und viele weitere Heilberufler vor dem Problem, dass sie auf keine Gebührenordnung zurückgreifen können.

Es gibt zwar ein Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker, dieses ist jedoch keine feste Gebührenordnung.

Das Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker

Es gibt ein Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker, welches jedoch aus dem Jahr 1985 stammt.

Die hier empfohlenen Honorare haben natürlich mit der heutigen Preisentwicklung nichts mehr gemein und sind daher viel zu niedrig angesetzt.

Damals wurden Positionen hier aufgenommen, die im Rahmen einer Umfrage ermittelt wurden.

Heilpraktiker gaben bei dieser Umfrage an, wie hoch ihr durchschnittlicher Honorarrahmen liegt.

Das Bundeskartellamt stellte sich einer Neufassung des Gebührenverzeichnisses quer, denn hier wurde die Auffassung vertreten, dass Preisabsprachen vorliegen könnten.

Kostenträger der Heilpraktikerpatienten übernehmen jedoch nur die Kosten, die für die Behandlungen vorgesehen sind, die in diesem Gebührenverzeichnis aufgenommen wurden.

Inzwischen gibt es natürlich Behandlungsmethoden, die 1985 noch nicht angewendet wurden. Außerdem sind die dargestellten Kosten viel zu niedrig angesetzt.

Heute wird von einer Kostensteigerung von bis zu 30 Prozent ausgegangen.

Wer als Heilpraktiker also auf das Gebührenverzeichnis setzt, bekommt deutlich zu wenig Geld.
Auch könnten bestimmte Leistungen gar nicht abgerechnet werden.

Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker

Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker

Die Rechnungslegung des Heilpraktikers

Ein Heilpraktiker schreibt eine Rechnung wie jeder andere Freiberufler und Heilberufler auch.

Er rechnet seine Honorare dabei nach dem Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker ab, nicht nach der Gebührenordnung für Ärzte.

Es steht ihm jedoch frei, bestimmte Positionen nach der Gebührenordnung für Ärzte abzurechnen. Ist das der Fall, sollte in der Rechnung „analog zur GOÄ“ geschrieben werden.

Natürlich kann auch der Fall eintreten, dass die Honorare des Heilpraktikers außerhalb des Rahmens liegen, der im Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker vorgesehen ist.

Der Patient muss in jedem Fall über die Höhe der Kosten aufklärt werden. Außerdem sollte eine schriftliche Vereinbarung zur Übernahme der Kosten getroffen werden. Heilpraktiker unterliegen der sogenannten Aufklärungspflicht. Diese ist gesetzlich festgeschrieben. Das bedeutet, dass nicht nur über Diagnosen und Therapien aufgeklärt werden muss, sondern auch über die Preise.

Auch muss der Heilpraktiker die Warnung laut werden lassen, dass der Kostenträger nicht in jedem Fall die gesamten Rechnungskosten übernimmt.

So erwähnt ein Heilpraktiker üblicherweise, dass die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten in der Regel nicht übernimmt.

Private Krankenversicherungen kommen als Kostenträger infrage, begrenzen allerdings oft die Höhe der Kosten.

Im Behandlungsvertrag mit dem Patienten sollte explizit auf eine erfolgte ausführliche Beratung und auch über die Höhe der zu erwartenden Kosten hingewiesen werden.

Die Höhe der Kosten wird in der schriftlichen Vereinbarung noch einmal in Zahl und Wort erwähnt.

Was hier für den Heilpraktiker gilt, gilt analog auch für Logopäden, Musiktherapeuten, Yogalehrer oder Physiotherapeuten, ebenso wie für alle anderen Heilberufler.

Umsatzsteuerliche Behandlung der Heilberufler

Paragraf 14 Abs. 4 des Umsatzsteuergesetzes regelt, dass Heilbehandlungen aus dem Bereich der Humanmedizin steuerfrei sind. Allerdings sind die Leistungen nur dann steuerfrei, wenn eine ärztliche Verordnung zugrunde liegt.

Die Steuerfreiheit besteht aus sozialen Gründen. Beinhaltet sind aber Heilbehandlungen aus dem Bereich der Humanmedizin, was für Leistungen eines Arztes, Zahnarztes, Heilpraktikers, einer Hebamme oder eines Physiotherapeuten gilt.

Die therapeutische Zweckbehandlung muss im Vordergrund stehen. Beinhaltet sind dabei Vorbeugung, Diagnose, Behandlung und Heilung von Krankheiten oder gesundheitlichen Störungen. So gelten Maßnahmen, die lediglich das allgemeine Wohlbefinden steigern sollen, nicht als Heilbehandlungen.

Teilweise werden Leistungen ausgeführt, die zum einen medizinischen Zwecken dienen, zum anderen das Wohlbefinden des Patienten steigern sollen. Eine Steuerbefreiung kommt nur dann infrage, wenn die Leistung aufgrund einer ärztlichen Verordnung erbracht wird.

Ärzte, Zahnärzte, Heilpraktiker und Psychotherapeuten dürfen eigenverantwortlich körperliche oder seelische Erkrankungen bzw. gesundheitliche Störungen behandeln.

Führt eine Behandlung jemand aus, der einem anderen Gesundheitsfachberuf angehört, so muss die Behandlung aufgrund einer ärztlichen Verordnung oder auf Verordnung eines Heilpraktikers vorgenommen werden.

Die Finanzverwaltung schließt außerdem Behandlungen, die im Anschluss zu einer ärztlich verordneten Heilbehandlung durchgeführt werden, von einer grundsätzlichen Steuerbefreiung aus.

Dies gilt für die Fälle, in denen keine ärztliche Verordnung für die Nachbehandlung vorliegt. Eine ärztliche Verordnung wird neben dem Kassenrezept auch durch das Privatrezept dargestellt. Wenn Leistungen durch Hebammen oder Entbindungspfleger erbracht, muss keine ärztliche Verordnung vorliegen. Die Steuerbefreiung ist dennoch gegeben.

Liegt für eine Anschlussbehandlung keine Steuerbefreiung vor, so kann die Leistung aber zu einem ermäßigten Steuersatz erbracht werden.

Lesen Sie doch auch hierzu unseren Beitrag: Umsatzsteuer für Heilberufe.

Kostenübernahme für Pflegefachkräfte

Liegt eine Pflegebedürftigkeit vor, so kann mit einem privaten Pflegedienst ein Pflegevertrag geschlossen werden.

Diesen müssen beide Seiten unterzeichnen, wobei der zu Pflegende gegebenenfalls durch einen gesetzlichen Vertreter eine Unterschrift unter den Vertrag setzen lässt.
Der Pflegedienst lässt eine Rechnung aufsetzen, die auf den erbrachten Leistungen basiert.

Diese Rechnung wird an den zu Pflegenden gereicht.
Teilweise rechnet der Pflegedienst auch direkt mit der Pflegekasse ab.

Dies ist zum Beispiel bei gesetzlich Versicherten der Fall.
Der Pflegende erhält dann lediglich noch Rechnungen über eventuelle Zusatzleistungen. Sind diese im Kostenkatalog der Pflegekassen inbegriffen, kann die Rechnung bei der Kasse eingereicht werden.
In der Regel wird sie zuerst privat bezahlt, die Kosten werden dann durch die Pflegekasse erstattet.

Der Pflegebedürftige hat die Wahl zwischen verschiedenen Pflegediensten.
Die Pflegekasse gibt hier keine Maßgaben vor.

Da sich die Pflegedienste an feste Kostensätze halten müssen, ist der preisliche Wettbewerb kaum gegeben.
Dennoch unterscheiden sich die Pflegedienste hinsichtlich der Sorgfalt ihrer Arbeit.

Kostenübernahme durch Krankenkassen

Kostenübernahme durch Krankenkassen

Kostenübernahme durch Krankenkassen

Durch den Arzt ist es möglich, jede Therapieform zu verordnen.
Die Übernahme der Kosten durch die Krankenkasse ist jedoch nur für die Therapien sichergestellt, die vertraglich zwischen den Krankenkassen und Ärzten im Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen vereinbart wurden.

Die hier zugrunde liegende Richtlinie ist die Heilmittelrichtlinie.
Psychotherapeutische Leistungen sind in einem eigenen Heilmittelkatalog aufgeführt. Das gilt auch für Maßnahmen der physikalischen Therapie, der Atemtherapie, der Sprach- oder Stimmtherapie, um nur einige Beispiele zu nennen.

Es werden generell nicht alle physiotherapeutischen Maßnahmen durch die Krankenkassen übernommen.

Die Kostenübernahme bezieht sich jedoch auf alle gängigen Anwendungen, wie manuelle Therapie, gerätegestützte Krankengymnastik, Ergotherapie oder Atemtherapie. Die Behandlungen müssen verordnungsfähig sein, damit die Kosten durch die Krankenkassen übernommen werden.

Für eine Physiotherapie muss der gesetzlich Versicherte Patienten jedoch zuzahlen. Er trägt pro Verordnung 10 Euro und muss außerdem 10 Prozent der Behandlungskosten übernehmen.
Auch dann, wenn er eine höhere Anzahl an Behandlungen in Anspruch nehmen will, als der Arzt verordnet hat, müssen die Kosten für die Behandlung selbst getragen werden.

Privat versicherte Patienten können damit rechnen, dass sämtliche Kosten durch ihre Krankenversicherung übernommen werden. Dies ist vom gewählten Tarif bzw. von der Art der Zusatzversicherung abhängig.

Weitere Abrechnungsmöglichkeiten

Die Angehörigen freier Heilberufe haben verschiedene Möglichkeiten der Abrechnung. Die folgende Übersicht soll die wichtigsten Varianten kurz darstellen:

Beihilfe

Beihilfeberechtigte bekommen bestimmte Beträge zu ihren Krankheitskosten durch den Dienstherren bezuschusst. Eine private Zusatzversicherung muss den Teil der Heilpraktikerkosten, der die Beihilfe übersteigt, abfangen.

Die Erstattung von Leistungen des Heilpraktikers ist freiwillig und durch die Ministerverordnung bestimmt. Der Dienstherr muss seiner Fürsorgepflicht nachkommen und darf nicht nur die Mindestsätze bezahlen, die noch auf dem Gebührenverzeichnis aus dem Jahr 1985 basieren.

Eine Preissteigerung von mindestens 30 Prozent muss berücksichtigt werden, wenn es zur Auszahlung der Beihilfe kommt.
Der Höchstsatz des Gebührenverzeichnisses für Heilpraktiker muss nun mit dem Schwellenwert der GOÄ verglichen und entsprechend angepasst werden.

Teilweise wird nun allerdings über die Abschaffung der Beihilfe zu Heilpraktikerleistungen nachgedacht, weil die Kosten für die Beihilfe des Staates zu hoch sind.

Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker

Der erste Entwurf für das noch heute gültige Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker stammt aus dem Jahr 1980, in der jetzigen Fassung ist es seit 1985 gültig.

Erfasst sind hier immer noch die Honorare und Leistungen, die zu diesem Zeitpunkt Gültigkeit besaßen. Versicherungen nutzen das Gebührenverzeichnis als Grundlage für ihre Erstattungen, die einzelnen Praxen schließen separate Verträge mit den Patienten – sowohl über die Leistungen als auch über die Kosten.Einige Versicherungen erstatten auch die Kosten für Therapien, die nicht im Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker enthalten sind, sofern sie im sogenannten Hufelandverzeichnis geführt werden. Dieses Verzeichnis wird bei strittigen Versicherungsfragen zurate gezogen.

Leistungsverzeichnis für Homöopathie (LVKH)

Dieses Verzeichnis ist noch relativ neu und wird bisher von den meisten privaten Krankenversicherungen nicht anerkannt.

Kartellrechtlich gesehen ist das Verzeichnis angreifbar, weil danach viele Praxen abrechnen und es so im weitesten Sinne zu Preisabsprachen kommen kann.

Die Erfahrungen der Heilpraktikerverbände flossen nicht in die Erstellung des Verzeichnisses ein.

Das LVKH wird nicht als Verbesserung gegenüber dem Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker gesehen.

Freiwillige Satzungsleistung der gesetzlichen Krankenversicherung

Die gesetzlichen Krankenkassen gehen derzeit den Weg, dass Satzungsleistungen für nicht im Sozialgesetzbuch V genannte Leistungserbringer gezahlt werden.

In dem Zuge können auch Leistungen eines Heilpraktikers erstattungsfähig werden. Die Erstattung wäre aber nur dann möglich, wenn eine angemessene Leistung vorliegt, das heißt, die Leistung muss qualitativ hochwertig sein.

Derzeit geht es in erster Linie um osteopathische Leistungen, die noch nicht als Regelleistung anerkannt werden. Sie gelten als Satzungsleistung und werden von einigen Krankenversicherungen bis zu sechs Mal im Jahr erstattet, wobei die einzelne Erstattung maximal 60 Euro beträgt.Zu beachten ist dabei, dass sich dies nicht auf die Leistung von Physiotherapeuten bezieht, denn diese dürfen nicht osteopathisch tätig werden. Dies ist Ärzten und Heilpraktikern vorbehalten. Das Problem dabei ist, dass Heilpraktiker sich nun degradiert sehen und ihren Job als Heilhilfsberuf betiteln.

Die eigene Diagnosestellung ist jedoch eine wichtige Voraussetzung für die Tätigkeit als freiberuflicher Heilpraktiker. Angehörige freier Heilberufe arbeiten mit Ärzten zusammen, müssen aber selbst in der Lage sein, eine Diagnose zu stellen und einen Therapieplan zu entwickeln.

Andernfalls gelten sie nicht als Heilpraktiker im Sinne des Heilpraktikergesetzes. Dies ist aber wiederum sehr schwer, wenn ein Arzt die Weiterleitung der Therapie an den Heilpraktiker veranlasst, zumal die Leistungen dann nicht abrechenbar sind.

Immer ist wichtig, dass zwischen Heilberufler und Patient ein ausführliches Aufklärungsgespräch hinsichtlich einer Kostenübernahme stattfindet.

Dabei muss zwischen Kindern und Erwachsenen unterschieden werden.

Während die gesetzlichen Krankenkassen zum Beispiel die Behandlung bein einem Kind durch einen Logopäden übernehmen, ist das bei erwachsenen Patienten nur selten der Fall.
Wer privat krankenversichert ist, kann eine entsprechende Tarifoption in seinen Vertrag aufnehmen.

Nach dem Aufklärungsgespräch erfolgt das Aufsetzen eines Vertrages, wobei es sich hier um Standarddokumente handelt. Diese müssen jedoch auf den speziellen Einzelfall angepasst werden.

Der Patient muss erklären, dass er über die entstehenden Kosten aufgeklärt wurde, die Summe der Behandlungskosten wird genannt.

Mit Leisten der Unterschrift erklären beide beteiligten Parteien, dass sie vom Umfang der Leistungen und vom zu zahlenden Honorar Kenntnis genommen haben.
Der Vertrag muss bei einer Beantragung der Kostenübernahme in der Regel vorgelegt werden, denn er stellt die Basis der Kostenerstattung dar.

Je nach Vertrag ist es für privat Krankenversicherte möglich, die Kosten für eine Behandlung beim Heilpraktiker, Osteopathen oder Krankengymnasten sofort erstattet zu bekommen.

Möglich ist aber auch, dass die Rechnung bei der Versicherung eingereicht werden muss, der Versicherte geht erst einmal in Vorkasse.

Im Rahmen der Sammelrechnungen können sämtliche Rechnungen dann bei der Versicherung vorgelegt und erstattet werden.

Der Versicherte hat dabei die Möglichkeit, von einem Absehen der Kostenerstattung Gebrauch zu machen und damit letzten Endes Beiträge zu sparen.

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