Übersetzer-Studium

Übersetzer-Studium

Übersetzer-Studium

 

Wie allgemein bekannt ist, darf sich als Übersetzer jeder bezeichnen, der die entsprechende Dienstleistung der Sprachmittlung anbietet. Dabei ist die Ausbildung auf den ersten Blick zweitrangig – die Berufsbezeichnung ist einfach nicht geschützt. Wer allerdings Wert auf Qualität legt, wird das Angebot eines Übersetzers hinterfragen. Gut, wenn wieder dann mit einer entsprechenden Ausbildung aufwarten kann, die ihn dazu befähigt, qualifizierte Übersetzungen anzubieten. Dabei gibt es zwei Wege: den des Staatlich geprüften Übersetzers (auf den wir an anderer Stelle näher eingehen) und den des Übersetzerstudiums.

Voraussetzungen für das Studium zum Übersetzer

Wer sich für ein Studium zum Übersetzer entscheidet, sollte gewisse Voraussetzungen mitbringen. Natürlich steht auf der einen Seite die jeweilige Fremdsprache, die zumindest auf Schulniveau sehr gut beherrscht werden muss. Damit das Studium erfolgreich abgeschlossen werden kann, sollten die Kenntnisse allerdings deutlich tiefer gehend sein, was wiederum bedeutet, dass zum Beispiel Auslandsaufenthalte oder andere Möglichkeiten der praktischen Anwendbarkeit der Sprache vor dem Studium gegeben sein sollten.

Auf der anderen Seite steht aber auch die deutsche Sprache, denn ein Übersetzer überträgt nun einmal von der Fremdsprache in diese bzw. von der deutschen Sprache in die Fremdsprache. Wird eine andere Sprache als Englisch oder Französisch studiert, werden aber zumindest umfassende Englischkenntnisse dennoch vorausgesetzt. Wichtig ist des Weiteren ein ausgeprägtes Interesse an der Erforschung von modernen Sprachen auf wissenschaftliche Art und Weise, auch gesellschaftliche und kulturelle Gegebenheiten im Land der jeweiligen Sprache sollten auf Interesse stoßen.

Auch die wichtigsten Methoden und Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens sollten einem angehenden Studenten bekannt sein. Für das Studium an einer normalen Hochschule ist natürlich das Abitur Voraussetzung. Bei anderen Anbietern wie zum Beispiel bei der AKAD kann auch eine langjährige praktische Tätigkeit als Voraussetzung genügen und die allgemeine Hochschulreife überflüssig machen.

Inhalte des Übersetzerstudiums

Folgende Inhalte und Ziele werden im Rahmen des Übersetzerstudiums vermittelt bzw. angestrebt:

Sprachenkombination

 

  • In der Regel werden zwei Fremdsprachen studiert, die Kombination ist frei wählbar.
  • Eine der beiden Fremdsprachen kann nach den ersten Vorprüfungen abgewählt werden.
  • Dazu kommt ein nichtsprachliches Ergänzungsfach, meist aus dem Bereich der Rechtswissenschaften oder der Wirtschaft.
Lehrinhalte

 

  • Theoretische und praktische Unterweisung in modernen Fremdsprachen
  • Berücksichtigung der besonderen Terminologie einzelner Fachgebiete
  • Teilweise Einführung in technische Fremdsprachen
  • Seminare zu sozialen, politischen und wirtschaftlichen Themen der Länder
  • Einbeziehung berufsbezogener Aspekte der Fremdsprachen und der Terminologie
  • Teilweise Theorie und Kulturgeschichte literarischer Übersetzungen
  • Training verschiedener Kommunikationssituationen
  • Einführung in die Anwendung elektronischer Datenverarbeitungssysteme
Studium geeignet für

 

  • Angehende Übersetzer als Freiberufler
  • Übersetzer im öffentlichen Dienst oder in der Wirtschaft
Ziele des Studiums

 

  • Befähigung zur interkulturellen Kommunikation
  • Befähigung zur wissenschaftlichen Arbeit mit der Sprache
Aufbau des Studiums

 

  • Bachelorstudium in sechs Semester unterteilt
  • Durchführung der Prüfungen gemäß Studien- und Prüfungsordnungen der Länder
Schwerpunkte der Lehre und Forschung

 

  • Sprachwissenschaftliche Analysen
  • Beschreibung von Sprachpaaren
  • Erforschung von technischen und wissenschaftlichen Sprachen
  • Analyse literarischer Übersetzungen
  • Entwicklung wissenschaftlicher Übersetzungsmethoden
  • Erstellung von relevanten Übersetzungshilfsmitteln und Datenbanken

Fazit: Das Übersetzerstudium geht weit über das Erlernen der grundlegenden Kenntnisse und Fähigkeiten beim Übersetzen hinaus. Über allem schwebt der wissenschaftliche Ansatz mit seinen Vorgehensweisen und Techniken, die in Grundzügen bekannt sein sollten, im Studium aber tiefer gehend erlernt werden.

Abschluss des Studiums

Bis zum Jahr 2010 wurden noch Diplomstudiengänge zum Übersetzer angeboten. Im Zuge des Bologna-Prozesses wurde das Diplom allerdings gestrichen, nun ist nur noch der Bachelor möglich. Darauf aufbauend kann das Masterstudium angehängt werden, welches über vier weitere Semester reicht. Insofern ergibt sich eine Gesamtstudiendauer von zehn Semestern, was dem früheren Diplomstudiengang entspricht.

Diplom-Übersetzer bzw. Übersetzerin

Nun allerdings gibt es seit kurzer Zeit wieder einige Hochschulen, die auch das Diplom als Abschluss anbieten. Zu diesen zählt beispielsweise die Uni Leipzig oder die Universität in Heidelberg.

Universitäten und Fachhochschulen

Unter anderem kann an den folgenden Universitäten und Fachhochschulen das Studium zum Übersetzer durchgeführt werden:

  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn
  • Universität Düsseldorf
  • Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
  • Universität Hildesheim
  • Universität Leipzig
  • Johannes-Gutenberg Universität Mainz
  • Universität des Saarlandes
  • AKAD University und AKAD Kolleg
  • Hochschule Magdeburg
  • Fachhochschule Köln
  • Institut für Translation und mehrsprachige Kommunikation SDI Munich
  •  Fachhochschule Flensburg

Sprache als Haupt- oder Nebenfach studieren

Es ist immer möglich, eine Sprache als Haupt- oder Nebenfach zu belegen. Dann wird nicht konkret auf die Übersetzungstätigkeit eingegangen, sondern es wird die gewählte Sprache im Speziellen behandelt. Somit lassen sich sehr gut wirtschafts-, rechts- oder gesellschaftswissenschaftliche Fächer mit der Sprache kombinieren, sodass ein angehender Freiberufler auf beiden Gebieten bewandert ist.

Teilweise ist das Studium zum Übersetzer auch nebenberuflich möglich. So zum Beispiel durch die AKAD, die „International Business Communication“ als Bachelor anbietet. Hier werden Wirtschaft und Sprache in Kombination gebracht. In den Semestern eins bis fünf werden die Grundlagen zu Wirtschafts-, Sprach- und Kulturwissenschaften vermittelt, auch die Methoden wissenschaftlichen Arbeitens stehen auf dem Programm. Zusätzlich werden weitere Schlüsselqualifikationen vermittelt, zu denen Textanalyse, Textproduktion und Kommunikation gehören.

Dazu kommt eine Praxisphase, die mit einem Praxisbericht abschließt. Wer bereits als Freiberufler tätig ist, kann auch mindestens 35 Tage praktischer Tätigkeit nachweisen und muss somit nicht in ein Unternehmen zum Absolvieren eines Praktikums gehen. Im sechsten Semester erfolgt schließlich die Vertiefung auf eine bestimmte Fachrichtung.

Hier wird speziell nach den eigenen Interessen gegangen, wobei gerade ein (angehender) Freiberufler immer den Markt und die aktuelle Nachfrage im Blick behalten sollte. Der Abschluss des Fernstudiums besteht im Bachelor of Arts. Die AKAD ist eine private Hochschule, die gerade für Freiberufler durchaus empfehlenswert ist. Der Grund: Die Kenntnisse werden hier berufsbegleitend vermittelt.

Das heißt, dass der üblichen Berufstätigkeit nachgegangen werden kann, es entstehen keine Ausfallzeiten. Die wenigen Zeiten der Präsenzseminare können in der Regel gut überbrückt werden. Das Studium ist sehr strukturiert und führt zielgerichtet zum gewünschten Abschluss. Außerdem können hier für die englische Sprache verschiedene Zertifikate abgelegt werden. Das heißt, die Zertifikate für die einzelnen Sprachniveaus bis hin zu C2 können abgelegt werden bzw. bereitet die Weiterbildung ausreichend auf die Cambridge-Prüfung vor. „Englisch für professionell Purposes“ kann ebenfalls als Kurs belegt werden und führt zu unterschiedlich hoch qualifizierten Abschlüssen und Zertifikaten.

Kosten des Übersetzerstudiums

Es gibt in Deutschland immer noch keine verbindlichen Regelungen zu Studiengebühren der staatlichen Hochschulen. Daher unterscheiden sich diese stark und reichen zum Beispiel von keinen Gebühren – abgesehen von den üblichen Semestergebühren – bis hin zu ca. 500 Euro pro Semester.

Private Hochschulen erheben hier eigene Kosten. Zu den Studiengebühren kommen allerdings die Kosten für Lehrmittel hinzu, die in der Regel vom Studenten selbst getragen werden müssen. Diese Kosten dürfen allerdings steuerlich geltend gemacht werden, was zumindest für all diejenigen interessant sein dürfte, die selbst zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet sind oder im Rahmen der freiberuflichen Tätigkeit eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung aufstellen müssen.

Berufschancen – Wie geht’s nach dem Studium weiter?

Das Bachelor- oder Diplomstudium zum Übersetzer ist nur der Ausgangspunkt für die weitere berufliche Karriere. Viele studierte Übersetzer arbeiten später angestellt in entsprechenden Übersetzungsbüros, auch im Bereich der Medien ist das Aufgabengebiet für einen Übersetzer vielfältig. So stellen Verlage Übersetzer an, auch Redaktionen und Mediaagenturen beschäftigen die Absolventen dieser Fachrichtung. Internationale Organisationen sind weitere Anlaufstellen für Jobs.

Generell ist aber zu sagen, dass der Arbeitsmarkt heiß umkämpft ist. Daher wird seitens der Universitäten bereits darauf geachtet, nicht zu viele Übersetzer auszubilden und teilweise werden keine neuen Erstsemesterstudenten aufgenommen. Diese „Sperre“ bezieht sich meist auf ein oder zwei Jahre, danach können wieder neue Erstsemester nachrücken. Bessere Berufschancen als Bachelorstudenten haben die Absolventen mit dem Mastertitel, denn dieser entspricht in etwa dem früheren Diplom, wohingegen der Bachelor gern mit dem Vordiplom gleichgesetzt wird.

Viele Absolventen arbeiten später als Freiberufler und übersetzen zum Beispiel literarische Texte für Buchverlage, werden zu Wirtschaftsübersetzern oder arbeiten für Internetagenturen und übertragen Webseiten in verschiedene Fremdsprachen. Auch bei der Übersetzung von Produktbeschreibungen für Onlineshops, für Sachbücher oder für technische Beschreibungen werden Übersetzer mit abgeschlossenem Studium gebraucht. An dieser Stelle bleibt allerdings zu sagen, dass der Arbeitsmarkt auch für die freiberuflichen Übersetzer heiß umkämpft ist.

Tipp: Halten Sie sich mit regelmäßigen Weiterbildungen auf einem hohen Sprachniveau beziehungsweise verbessern Sie dieses.

Das Ablegen der bereits genannten Zertifikate ist daher eine wichtige Voraussetzung, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Immer mehr Kunden legen Wert auf eine hohe Qualifikation der Dienstleister und lassen sich diese auch gern durch Zeugnisse und Zertifikate nachweisen. Wer über diese nicht verfügt bzw. nur die niedrigeren Sprachniveaus bescheinigt bekommen hat, dürfte jetzt oder spätestens in naher Zukunft schlechte Karten haben und Kunden verlieren oder gar nicht erst für sich interessieren können. Daher sei noch einmal auf das Angebot der AKAD hingewiesen, die die Weiterbildung auch für Freiberufler ermöglicht, die keine Zeit für ein umfassendes Präsenzstudium aufbringen können.

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