Der freiberufliche Heilpraktiker

Von Jürgen Busch

Letzte Aktualisierung am: 18. April 2024

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Immer mehr Menschen legen Wert darauf, nicht von einem Schulmediziner behandelt zu werden. Sie wählen daher den Heilpraktiker, weil sie auf die Naturheilkunde und manuelle Maßnahmen eher vertrauen, als auf die Gabe von Medikamenten aus der Pharmaindustrie.

Klar, dass auch immer mehr Anwärter für Heilpraktikerstellen vorhanden sind bzw. sich viele Menschen dafür entscheiden, eine solche Ausbildung zu wählen.

Doch vor der freiberuflichen Tätigkeit als Heilpraktiker gilt es, einiges zu beachten.

Die Tätigkeit als Heilpraktiker

Heilpraktiker betrachten Krankheiten nicht separat. Sie sehen sie als Ausdruck von Störungen, die in dem Gesamtsystem Mensch vorliegen. Körper und Seele werden hier als Einheit gesehen. Es ist somit nicht möglich, dass nur ein Teil gestört und damit krank ist. Heilpraktiker analysieren Störungen und therapieren das Gesamtsystem des Menschen. Hierfür werden Methoden der Naturheilkunde oder der Alternativmedizin eingesetzt. So werden zum Beispiel Allergien mit homöopathischen Mitteln behandelt.

Dies gilt auch für die Behandlung von Krankheiten, auch hier werden verstärkt homöopathische Mittel eingesetzt. Immer noch umstritten ist deren Wirksamkeit, denn einige Kritiker unterstellen gern den Placeboeffekt. Freiberufliche Heilpraktiker haben jedoch gute Erfahrungen damit gemacht, nicht auf die Schulmedizin zu setzen, sondern der Homöopathie zu vertrauen. Freiberufliche Heilpraktiker behandeln nicht nur Krankheiten, sondern sie nehmen auch Beratungen zu Vorbeugungsmaßnahmen vor.

Bei der Behandlung von Sportlern sorgen sie mit Sauerstoff- und Ozonbehandlungen dafür, dass eine Leistungssteigerung eintritt. Dem selbstständigen Heilpraktiker steht ein breites Spektrum an Behandlungsoptionen zur Verfügung. Bevor er eine Behandlung angeht, prüft er genau, ob diese für den Patienten und seinen Zustand angemessen ist. Teilweise arbeiten die Heilpraktiker mit niedergelassenen Ärzten oder Zahnärzten zusammen und ergänzen deren Behandlung nur.

Sie setzen dabei nicht einzig auf die Kraft der Natur, sondern integrieren Ergebnisse der medizinischen Forschung in ihre Behandlungsmaßnahmen. Allerdings werden noch immer wieder Therapieansätze verfolgt, die wissenschaftlich nicht erklärbar sind.

Freiberufliche Heilpraktiker leiten ihre Patienten auch zu einer gesundheitsfördernden Lebensführung an. Sie möchten nicht nur Symptome und Krankheitsbilder isoliert betrachten, sondern sehen die Gesamtsituation und den gesamten Menschen. Heilpraktiker prüfen gewissenhaft, ob eine Therapie für den jeweiligen Patienten angemessen ist. Nicht selten wollen sie sich bei einem Arzt und/oder Psychotherapeuten diesbezüglich rückversichern.

Sie halten sich an rechtliche Regelungen der Behandlung. Als Basis dient das Heilpraktikergesetz. Dieses sieht zum Beispiel vor, dass meldepflichtige Krankheiten, die übertragbar sind, nicht behandelt werden dürfen. Außerdem dürfen freie Heilpraktiker keine Röntgenuntersuchungen vornehmen. Medikamente, die dem Betäubungsmittelgesetz unterliegen, dürfen von Heilpraktikern ebenfalls nicht verschrieben werden. Außerdem gilt ein Verschreibungsverbot für rezeptpflichtige Arzneimittel.

Freiberuflich tätige Heilpraktiker haben aber nicht nur direkt mit dem Patienten zu tun, sondern sie müssen sich auch um Organisation und Verwaltung ihrer Praxis kümmern.

Rechnungen schreiben, Marketing und Akquise sind nur drei Beispiele für regelmäßige Tätigkeiten, die ein freiberuflicher Heilpraktiker durchführen muss.

Zugang zum Beruf des freien Heilpratikers

Nicht jeder darf als Heilpraktiker arbeiten. Das Heilpraktikergesetz sieht vor, dass eine Erlaubnis zur berufsmäßigen Ausübung vorliegen muss. Auch die Approbation ist möglich. Für die Erteilung einer Erlaubnis ist es wichtig, ein amtliches Führungszeugnis vorzulegen. Außerdem muss eine ärztliche Bescheinigung über die Eignung des Antragstellers vorgelegt werden. Als Schulabschluss ist mindestens das Abgangszeugnis der Hauptschule vorzulegen. In einem schriftlichen und einem mündlichen Teil werden die relevanten Kenntnisse und Fähigkeiten überprüft.

Ist eine freiberufliche Tätigkeit geplant, bei der mit minderjährigen umgegangen wird, muss ein erweitertes Führungszeugnis vorgelegt werden. Es gibt derzeit noch keine geregelte Ausbildung für die Tätigkeit als Heilpraktiker. Allerdings gibt es immer mehr Einrichtungen, die entsprechende Lehrgänge anbieten. Wer bereits als Heilpraktiker tätig ist, kann sich spezialisieren. So kann er zum Beispiel die Akupunktur, die Bioenergetik, die Atemtherapie oder die Chiropraktik anbieten.

Der freiberufliche Tierheilpraktiker

Viele Menschen haben den Wunsch, mit Tieren zu arbeiten. Doch als Tierarzt tätig zu werden, können sie sich wiederum nicht vorstellen. So gibt es die Chance, als Tierheilpraktiker freiberuflich zu arbeiten. Die Nachfrage nach einer naturgemäßen Tierheilkunde ist steigend; der Trend, den Tierheilpraktiker aufzusuchen, wächst. Tierheilpraktiker müssen sich mit den artspezifischen Bedürfnissen der verschiedenen Tiere auskennen.

Einbezogen werden die Kenntnisse der Tierpsychologie. Altbewährte und nebenwirkungsfreie Methoden sowie Mittel der Naturheilkunde werden bei der Behandlung von Tieren eingesetzt. Der Tierheilpraktiker muss die besondere Schwierigkeit, dass seine Patienten nicht sprechen können, berücksichtigen. Er sieht sich daher besonders hohen Anforderungen gegenüber. Auch der Tierheilpraktiker behandelt ein Lebewesen ganzheitlich und sieht Körper und Seele im Zusammenhang bzw. als Einheit mit der Natur.

Wer sich als Tierheilpraktiker ausbilden lassen möchte, findet bei verschiedenen Instituten entsprechende Weiterbildungsmöglichkeiten..



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Über den Autor

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Jürgen Busch

Als Autor und Internetunternehmer verfasste Jürgen Busch zahlreiche Beiträge für dieses Ratgeber-Portal. Im Fokus standen die Themenbereiche Existenzgründung, Marketing, Akquise und Honorare für Freiberufler aus dem Medienbereich. Als glücklicher Opa von fünf Enkelkindern betreibt er heute Ratgeber-Portale für die Zielgruppe „Oma & Opa“. Grossvater.de ist dabei sein Lieblingsprojekt.

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