Existenzgründung durch eine Betriebsübernahme

Das ist der Inhalt dieser Seite:
. Erste Orientierungen
. Haftungs- und Finanzierungfragen einer Betriebsübernahme
. Vorteile eines Firmenkaufs für Existenzgründer
. Die verschiedene Arten einer Betriebsübernahme
. Die Bewertung des Unternehmens
. Die einzelnen Schritte bei einem Unternehmenskauf
. Nutzen Sie unsere Checkliste für Ihren Unternehmenskauf
. Suchen Sie unbedingt in Unternehmensbörsen

Erste Orientierungen

 


Für Existenzgründer kommt eine Betriebsübernahme als Start in die Selbstständigkeit oder Freiberuflichkeit sehr häufig in Frage.

Die Vorteile daran sind klar:

Das Unternehmen bietet funktionierende Strukturen und stellt eine stabile Plattform dar.

Es ist leichter, ein etabliertes Unternehmen weiterzuführen als ein neues auf dem Markt zu platzieren.

Verschiedene Angebote einholen

Viele Existenzgründer starten mit der Suche nach einem passenden Unternehmen, indem sie eine Anzeige in einschlägigen Fachzeitschriften aufgeben und dort eher umfassend suchen.

Sie sind noch nicht auf ein bestimmtes Gebiet festgelegt und suchen zum Beispiel „im Bereich Dienstleistung oder Produktion“.

Damit sollen so viele Angebote wie möglich eingeholt werden, damit eine Vergleichsbasis geschaffen werden kann.

Dieser Vorgehensweise gegenüber stehen die zielgerichteten Kaufinteressenten, die ihre eigenen Stärken und Schwächen genau kennen und auch ihre finanziellen Möglichkeiten realistisch einschätzen können.

Sie entwickeln einen konkreten Suchfokus und formulieren die Anzeigen aussagekräftig und differenziert.

Käufer und Verkäufer zeigen entsprechende Eigenschaften und reagieren unterschiedlich.

So sind viele Existenzgründer zwar nicht mobil, befassen sich aber dennoch mit Angeboten, die eigentlich nicht ihrem Einzugsbereich entstammen.

Umgekehrt versuchen viele Verkäufer, vermeintlich lukrative Suchende zu finden – der Kaufinteressent wird vielleicht doch umziehen?!

Vorarbeiten

Zuerst einmal muss klar sein, dass eine Unternehmensübernahme nicht nur Vorteile bietet.

Es müssen auch eine Reihe möglicher Risiken bedacht werden.

Haftungsfälle für Verbindlichkeiten des Vorbesitzers, unerwartete Reparaturen oder Probleme mit dem übernommenen Mitarbeiterstab sind dabei nur drei Problemfelder, die auftreten können.

Ausschließen lassen sich solche Hindernisse nicht, sie können aber minimiert werden. So ist eine genaue Analyse des zu übernehmenden Unternehmens eine wichtige Randbedingung.

Die Unternehmensbewertung wird oft – zum Beispiel im Rahmen einer Insolvenz – durch den Verkäufer angeboten.

Es lohnt sich aber in jedem Fall, noch einmal genauer hinzusehen und die wichtigsten Kennzahlen zu überprüfen.

So kann es für den angehenden Freiberufler sinnvoll sein, einen Steuerberater oder Rechtsanwalt, der sich auf Unternehmensübergaben spezialisiert hat, zu Rate zu ziehen.

Wichtig zu wissen ist, dass es hierbei unterschiedliche Berechnungsmethoden gibt und diese muss ein Käufer kennen oder zumindest durch seinen Berater oder einen Gutachter erklärt bekommen.

Andernfalls kommt er vielleicht zu einem ganz anderen Ergebnis bei der Unternehmensbewertung. Aus dem ermittelten Wert des Unternehmens wird ein Kaufpreis berechnet.
Dieser sollte in realistischer Höhe liegen.

Dabei muss beachtet werden, ob mit dem Kaufpreis sämtliche Verbindlichkeiten komplett ausgelöst werden – zum Beispiel laufende Kredite für Maschinen und Anlagen – oder ob diese weiter bestehen bleiben und einfach übernommen werden.

Bei einer Kreditauslösung etwa wird sich der Kaufpreis um einen großen Betrag über dem Preis bewegen, der bei einer Übernahme der Verbindlichkeiten verlangt wird.

Auch ist darauf zu achten, dass kein offener Preis verlangt wird.

Dieser besagt, dass die Käufer als Bieter auftreten und derjenigen in der Regel den Zuschlag bekommt, der den höchsten Betrag offeriert.

Für einen Existenzgründer ist dies fast unmöglich zu realisieren, schließlich muss er auch seiner Bank oder Sparkasse gegenüber seinen Status als Anfänger in der Branche und seinen finanziellen Status offenlegen.

Haftungs- und Finanzierungfragen einer Betriebsübernahme

 

Im Zuge der Unternehmensübergabe müssen Fragen der Haftung geklärt werden.

Haftet der Vorbesitzer für Gewährleistungsfälle, die vor der Zeit der Übernahme anfielen, oder muss der neue Besitzer für diese Fälle in Leistung treten?

Dies ist auch eine Frage der Versicherung, denn eine betriebliche Haftpflichtversicherung schließt teilweise Leistungen aus, die für Verbindlichkeiten vor der Übernahme anfallen würden.

Andere Versicherer wiederum übernehmen solche Gewährleistungsfälle auch für die zurückliegenden drei Jahre.

Der Existenzgründer, der sich mit der Firmenübernahme selbstständig machen möchte, sollte daher unbedingt die versicherungsrechtlichen Fragen sowie die Haftung klären.

Der Kaufpreis wird seitens des Sachwalters oder des (dann ehemaligen) Unternehmenseigentümers festgelegt.

Der neue Interessent muss die Frage der Finanzierung klären. In der Regel dürfte diese über einen Kredit bei der Bank laufen.

Dabei sollten die Förderkredite zum Beispiel durch die KfW in Betracht gezogen werden, die je nach Branche unterschiedlich hoch ausfallen.

Hier sind bestimmte Anforderungen an die Kreditvergabe geknüpft.

Beispielsweise muss der neue Unternehmer die Firma gerade erst übernommen haben bzw. darf noch nicht länger als drei Jahre lang selbstständig tätig sein.

Möglich ist eine Förderung auch dann, wenn keine komplette Unternehmensübernahme geplant ist, sondern lediglich eine Minderheitsbeteiligung.

Dann jedoch muss der Betreffende zumindest als Geschäftsführer fungieren. Natürlich kann der Existenzgründer auch zu seiner normalen Hausbank gehen und dort einen Kredit beantragen.

In dem Zuge muss durch den Freiberufler in der Regel ein Businessplan erstellt werden, an den ganz bestimmte Anforderungen gestellt werden.

Daher sollte ausreichend Zeit in die Vorbereitungen der Existenzgründung sowie der Unternehmensübernahme investiert werden.

Hilfreich sind dafür natürlich auch die Checklisten, die sich zum Beispiel mit dem perfekten Übernahmevertrag sowie den zu beachtenden Kriterien einer Übernahme befassen.

Vorteile eines Firmenkaufs für Existenzgründer

 

Für Existenzgründer bedeutet der Kauf einer Firma, dass sie keine neue Organisation aufbauen müssen.

Das heißt, es steht bereits ein perfekt funktionierendes Team zur Verfügung, welches die Firma am Laufen hält.

Büroeinrichtung und Besprechungsräume sind vorhanden, die technische Büroausstattung wie Computer und technische Anlagen ebenso.

Auch die Vertriebswege sind eingespielt und brauchen nicht gänzlich neu aufgebaut zu werden.

Der vorhandene Kunden- oder Mandantenstamm kann genutzt werden, das heißt, der Start in die Selbstständigkeit oder Freiberuflichkeit ist direkt möglich.

Somit sind auch sofort Gewinne möglich – immer vorausgesetzt, das die übernommene Firma bislang erfolgreich lief.

Bei Firmen, die aus einer Insolvenz heraus übernommen werden, kann es sein, dass die eine oder andere Umstrukturierungsmaßnahme nötig wird.

Bedacht werden muss, dass Kunden abwandern können, weil eine Betriebsübernahme stattgefunden hat.

Diese orientieren sich vielleicht an der Konkurrenz und sollten einen guten Anreiz bekommen, bei dem bisherigen Unternehmen zu bleiben – auch wenn der Eigentümer gewechselt hat.

Insgesamt spricht viel mehr für eine Übernahme einer Firma als dagegen.

Allerdings muss damit gerechnet werden, dass der Kapitalbedarf deutlich höher liegt als bei einer Neugründung.

Dafür ist das Risiko deutlich geringer und vor allem von Anfang überschaubar.

Die Kapitalrückflüsse sind für die ersten Jahre bereits kalkulierbar. Im günstigsten Fall kommt es nicht einmal zu einer kurzzeitigen Unterbrechung der Geschäftsabläufe.

Die verschiedene Arten einer Betriebsübernahme

 

Es gibt nicht nur einfach „die eine“ Geschäftsübernahme, sondern es kommen unterschiedliche Arten in Betracht.

Zum einen sei an dieser Stelle der Unternehmenskauf genannt. Dabei wird zwischen dem schuldrechtlichen Geschäft und der Erfüllung selbst unterschieden.

Das schuldrechtliche Geschäft bezieht sich auf die Verpflichtung zur Veräußerung, wie sie im Kaufvertrag genannt worden ist.

Die Erfüllung stellt die tatsächliche Durchführung des Veräußerungsvorganges dar. Unterschieden wird des Weiteren zwischen dem Share Deal und dem Asset Deal.

Der Share Deal bezeichnet den Übergang der zu veräußernden Anteile eines Unternehmens auf den neuen Eigentümer.
Der Asset Deal hingegen überträgt alle Wirtschaftsgüter, Vermögensgegenstände sowie Rechte und Pflichten des Unternehmens an den Erwerber.
Eine Unternehmensüberlassung sieht vor, dass der Betreiber der Firma wechselt.

Der Eigentümer bleibt derjenige, der schon vor der Überlassung Eigentümer war.
Dies ist zum Beispiel bei der Unternehmenspacht der Fall.

Nicht jeder Unternehmensübergang stellt also eine Betriebsveräußerung dar.

Wer sich für die Unternehmensübernahme interessiert, sollte daher unbedingt einen fachkundigen Berater hinzuziehen.

Zukauf zum bestehenden Unternehmen

Der Zukauf eines bestehenden Unternehmens ist vor allem für mittelständische Betriebe interessant, die ihren Standpunkt auf dem Markt verbessern wollen.

Für Unternehmen also, die sich als Marktführer etablieren wollen oder sich für das Besetzen einer Nische entschieden haben.

Der Zukauf eines Unternehmens wird auch als anorganisches Wachstum für den mittelständischen Betrieb bezeichnet.

Durch den Zukauf einer Firma ergibt sich für das bestehende Unternehmen eine bessere Finanzlage, denn insgesamt wird natürlich der Umsatz erhöht.

Gegenüber Zulieferern erhält der Unternehmensinhaber eine bessere Verhandlungsposition sowie nicht selten eine größere Preisflexibilität. Die Einkaufspreise können aufgrund der größeren Kaufmengen reduziert sein, die Rabatte fallen höher aus.

Auch die Zahlungsfristen verlängern sich bei vielen Anbietern. Nicht vergessen werden dürfen die internen Produktionskosten, die durch optimierte interne Prozesse entstehen. Dienstleistungen bekommen eine größere Reichweite, die Produktpräsenz erhöht sich.

Doch die Vorteile sind nicht alles:
Schwierig wird für einen Erwerber häufig die Frage der Finanzierung, denn ein Firmenzukauf verschlingt teilweise hohe Summen.

Es muss nachgewiesen werden, dass die geforderte Eigenkapitalquote erreicht wird.

Zudem muss die Kreditwürdigkeit der Firma als sehr gut eingeschätzt werden, dazu kommt, dass hier auch die Lage des zu erwerbenden Unternehmens berücksichtigt wird.

Alles in allem ergibt sich daraus, dass der Zukauf eines bestehenden Unternehmens zwar viele Vorteile mit sich bringt, jedoch aufgrund der Finanzierbarkeit sehr gut geplant werden will.

Die Bewertung des Unternehmens

 

Soll ein Unternehmen zum Verkauf angeboten werden, so ist erst einmal der Wert desselben zu ermitteln.

Dies ist zum einen über die üblichen Bilanzen möglich, zum anderen durch die Anfertigung eines Gutachtens, das von einem externen Dritten erstellt wird.

Damit lässt sich der Unternehmenswert recht genau ermitteln, was den Vorteil hat, dass der Kaufpreis hieb- und stichfest festgelegt werden kann.

Berücksichtigt werden müssen bei der Unternehmensbewertung verschiedene Aspekte, so aus den Bereichen Investitionen, Kapital und Marketing.

Das Rechnungswesen, die Unternehmensplanung sowie die steuerlichen Aspekte beeinflussten ebenfalls die Bewertung eines Unternehmens.

Wer bietet Unternehmensbewertungen an?

Banken und Investmentbanken offerieren die Bewertung von Unternehmen.

Auch Steuerberater und Wirtschaftsprüfer kommen hierfür in Frage.

betriebsuebernahmeSo kann der eigene Steuerberater im Zuge der Bilanzerstellung auch eine Unternehmensbewertung vornehmen, braucht dafür jedoch in der Regel weitere Kennzahlen.

Auch Unternehmensberatungen bieten die Bewertungserstellung an. Wer letztendlich gewählt wird, ist vom Transaktionsvolumen abhängig.

Ein normales Unternehmen aus dem Mittelstand wird in erster Linie von einem Steuerberater vertreten und auch von einem solchen bewertet.

Auch der Wirtschaftsprüfer kommt hierfür in Frage.

Wer sich an eine Investmentbank wendet, hat in der Regel ein höheres Transaktionsvolumen – KMUs kommen hier nicht in Frage. Für kleinere Unternehmen ist der Weg über den Steuerberater zudem meist die kostengünstigste Variante.

Wichtig ist, sich unbedingt Referenzen des Bewerters zeigen zu lassen.

Innerhalb von sechs Wochen sollte es diesem möglich sein, eine Unternehmensbewertung vorzunehmen.
Ist das nicht der Fall, handelt es sich nicht um einen geeigneten Bewerter und Sie sollten sich einen anderen suchen.

Verschiedene Bewertungsmethoden

Durch die Ertragskraft, also die voraussichtlichen Erträge in der Zukunft, kann der Wert eines Unternehmens ermittelt werden.

Ausgegangen wird von einem gesunden Unternehmen, welches Erträge vorweisen kann. Sanierungsfälle werden in jedem Fall anders bewertet.

Häufig wird auch eine Kombination aus Ertragswert und Substanzwert für die Bewertung herangezogen.

Sachwerte sind eigenständig bewertbar, das gilt zum Beispiel für Immobilien.

Maschinen sowie die technische Ausstattung eines Unternehmens hingegen sind durch den Ertragswert einbezogen und müssen nicht anderweitig berechnet werden.
Der Wert der Maschinen bestimmt also, wie hoch der Ertragswert des Unternehmens ist. Das für den Betrieb nicht nötige Anlagevermögen ist ein Sonderposten, das den Wert der Firma nicht erhöht.

Gewinn- und Verlustrechnungen stehen im Mittelpunkt, wenn es um die Errechnung des Ertragswertes geht.

Hierbei geht es jedoch nicht um Gewinne und Verluste in der Vergangenheit, sondern um die in der Zukunft.

Es wird davon ausgegangen, dass die Gewinne und Verluste auch in Zukunft weiter so eingefahren werden können, wobei erkennbare Veränderungen berücksichtigt werden.
Dies bezieht sich beispielsweise auf die Inflation. In der Bewertungspraxis werden die letzten drei Jahre näher betrachtet und gewichtet.

KMUs neigen dazu, Gewinne nicht bilanziell auszuweisen, damit sie steuerliche Vorteile genießen können.
Dies ist der Unterschied zu den großen, börsennotierten Unternehmen, die einen nachhaltigen Gewinnausweis benötigen.

Kleine und mittlere Unternehmen sind meist inhabergeführt und sollen lediglich den Lebensunterhalt sichern sowie den Unterhalt des Unternehmens. Ein Gewinn darüber hinaus bringt nur steuerliche Nachteile mit sich und wird daher steueroptimal gestaltet.

Wichtig bei der Bewertung ist überdies die Refinanzierbarkeit.
Denn ein Erwerber wird die Firma nicht kaufen, wenn die Schuldenlast nicht aus den Erträgen zu finanzieren ist.

Das heißt, es müssen Tilgungs- und Zinsraten über die Erträge abgegolten werden können.

Außerdem muss es möglich sein, eine Gewinnrücklage zu erwirtschaften. Ansonsten kann es sein, dass ein Käufer in den folgenden Jahren über ausreichend liquide Mittel verfügen muss, um die Altlasten zu kompensieren.

Der gefühlte Wert des Unternehmens

Eine gute Unternehmensbewertung trifft in etwa den erwarteten Kaufpreis.

Eine Abweichung zwischen 10 und 20 Prozent ist noch akzeptabel, darüber hinaus ist die Plausibilität in Frage gestellt.

Subjektiv messen allerdings die Inhaber Ihrem Unternehmen stets einen höheren Wert zu.

Ein potenzieller Erwerber hingegen steht dem Unternehmen ohne Emotionen gegenüber und erwartet einen reellen Kaufpreis.

Für ihn sind allein Rendite- und Risikogesichtspunkte von Belang, ein persönliches „Hängen“ an dem Unternehmen liegt hier nicht vor.

Eine Bindung an selbiges ist nur aus finanzieller Sicht zu betrachten.
Der Erwerber möchte für sein Kapital den bestmöglichen Gewinn erhalten. Eine subjektive Bewertung des Unternehmens ist also nicht von Belang.

Eine Beispielrechnung

Gegenübergestellt werden die Aktiva und Passiva der Firma XY zum 31.12. 2010. Die Aktiva betragen hier rund 1.500.000 Euro, die Passiva wurden ebenfalls mit dieser Summe angegeben.

Aus der Gewinn- und Verlustrechnung ergibt sich ein Wert von 167.000 Euro.

Dies ist also der Gewinn für das Jahr 2010. Nun folgen noch die Gewinnbereinigungen. Dabei erfolgt eine Anpassung durch die Vergütung für die Geschäftsführer, welche dem Gewinn mit 25.000 Euro zur Last fallen. Die Abschreibungen werden mit einem Plus von 10.000 Euro angepasst.

All diese Werte werden für die Ermittlung des Unternehmenswertes herangezogen.

Daraus lassen sich Ebit und Ebitda berechnen, die wiederum für den Ertragswert ausschlaggebend sind.

Der Gutachter würde die Berechnung noch mit der Berechnung aus der Refinanzierbarkeit vergleichen und so zu dem Schluss kommen, dass ein ausreichender Cashflow vorhanden ist.

Für einen Käufer ist dies von Belang, schließlich will er aus den Erträgen Tilgungs- und Zinsraten für Belastungen begleichen.

Die einzelnen Schritte bei einem Unternehmenskauf

 

Soll ein Unternehmen erfolgreich übergeben werden, so kommt es auf die Einhaltung der richtigen Schritte an.

Viele Verkäufer versuchen allerdings, Zeit zu sparen und mehrere Schritte auf einmal zu erledigen.

Auch der finanzielle Aufwand einer Unternehmensübergabe ist hoch – warum dann nicht alles so schnell wie möglich abwickeln?

Doch diese Rechnung geht nicht auf, denn halbherzige Verkaufsbemühungen führen zu Unstimmigkeiten, zu Verlusten, zu schlecht ausgehandelten Konditionen oder zu einem übereilten Verkauf, mit dem keine der beteiligten Seiten zufrieden ist.

Der erste Schritt: Die Bestandsaufnahme

Vor dem eigentlichen Verkauf muss überlegt werden, ob das Unternehmen so verkauft werden kann, wie es momentan steht, oder ob noch Optimierungen vorgenommen werden sollten.

Die aktuellen Verhältnisse müssen daher kritisch überprüft werden, wobei beachtet werden muss, dass dies am besten von einem externen Dritten vorgenommen wird.

Denn meist sind Unternehmer regelrecht betriebsblind und haben sich an die eventuellen Missverhältnisse gewöhnt.

Ein Dritter kann diese aber gänzlich anders einschätzen.

Bei der Bestandsaufnahme kommt es auf die SWOT-Analyse an, die Analyse der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken des Unternehmens. Das Verfahren ist sehr aufwendig.

Der zweite Schritt: Das Angebot

Der nächste Schritt besteht darin, das Verkaufsangebot aufzustellen.
Der Grund dafür, dass das Angebot parat stehen sollte, ist, dass viele Interessenten auf einer sofortigen Lieferung desselben bestehen, wenn sie ihr Interesse bekundet haben.
Wer dann nicht zeitnah liefern kann, muss damit rechnen, dass das Interesse wieder schwindet.

Das Verkaufsobjekt muss klar definiert werden und sollte gegebenenfalls zu den Unternehmensteilen, die nicht zum Verkauf stehen, abgegrenzt werden.

Das Angebot muss sämtliche materiellen und immateriellen Vermögen beinhalten, die der Nachfolger braucht, um das Unternehmen fortzuführen.

Der dritte Schritt: Die Bestimmung des Kaufpreises

Jedes Angebot muss einen Kaufpreis beinhalten.
Dieser gehört ebenso dazu wie die Modalitäten zur Übergabe des Unternehmens.

Der Kaufpreis muss auf reellen Füßen stehen und sollte nicht im Gespräch mit den Interessenten gefunden werden.

Der Unternehmenswert ergibt sich durch den Ertragswert und dem Wert für die Sachgüter des Unternehmens.

Berücksichtigt werden muss dabei auch die Ertragskraft, also der mögliche Gewinn in den nächsten Jahren.

Eine Gewinn- und Verlustrechnung zeigt den momentanen Stand des Unternehmens, wobei hier natürlich auch die steuerlichen Aspekte berücksichtigt werden sollten.

Nicht vergessen werden darf dabei die Rechtsform, denn eine Personengesellschaft kann nicht den gleichen Wert haben wie eine Kapitalgesellschaft.

Bei einer Personengesellschaft müssen die Ergebnisse eines Jahres um den Unternehmerlohn gekürzt werden, der bei einer Kapitalgesellschaft generell aufzuwenden ist.

Der vierte Schritt: Rechtliche und steuerliche Aspekte

Wichtig zu überprüfen ist, inwieweit sich der Unternehmensverkauf rechtlich absichern lässt.

Hat der Vertrag Bestand?
Könnten bestimmte Interessengruppen einen Einwand gegen den Verkauf erheben? Teilweise kann es sinnvoll sein, einen Rechtsanwalt zur Beratung hinzuzuziehen.

Bedacht werden sollten zudem die steuerlichen Aspekte.

Der Bruttoverkaufspreis mag gut klingen – doch was bleibt am Ende von diesem übrig?

Die Steuerbelastungen für Veräußerungsgewinne können recht hoch sein.

Wird eine Personengesellschaft an eine andere Personengesellschaft veräußert, so gilt ein Steuersatz von 56 Prozent.

Die Voraussetzung dafür ist, dass der Steuerpflichtige mindestens 55 Jahre alt ist und der Gewinn maximal fünf Millionen Euro beträgt. Der genannte Prozentsatz ist ein ermäßigter Satz, der auch nur einmal im Leben gewährt wird.

Ein Steuerberater des Freiberuflers sollte vor dem Verkauf auf jeden Fall zu Rate gezogen werden, er ist über sämtliche steuerlichen Möglichkeiten genau im Bilde und kann eine entsprechende Beratung vornehmen.

Der fünfte Schritt: Die Ermittlung der Zielgruppe

Wer ein Angebot für eine Unternehmensveräußerung abgeben möchte, sollte erst einmal die Gruppe der in Frage kommenden Käufer analysieren.

Nicht jede Gruppe ist für ein Angebot empfänglich und es sollte bekannt sein, wer für eine Übernahme in die engere Wahl gezogen werden kann.

Dazu muss herausgefunden werden, welche Merkmale und Fähigkeiten diese Zielgruppe mitbringt oder mitbringen soll.
Außerdem sollte bekannt sein, wie diese Zielgruppe kontaktiert werden kann.

Der sechste Schritt: Die Phase der Akquisition

Die sechste Phase gilt als überaus entscheidend, denn hier entscheidet sich, ob die Verkaufsabsicht durchführbar ist oder nicht.

Potenzielle Erwerber werden direkt angesprochen, wobei darauf geachtet werden sollte, dass eine ausreichend hohe Zahl an Interessenten in die engere Wahl kommt.

Ein zu kleiner Interessentenkreis schränkt die Auswahl zum einen zu stark ein, zum anderen ist das Risiko größer, dass nach erfolgter Sondierung kein geeigneter Erwerber übrig bleibt.

Außerdem kann es sein, dass sich ein Verkäufer mit einem Kontakt zufrieden gibt, der aber nach und nach im Sande verläuft. Die Akquisition startet somit von Neuem.

Ein ernsthafter Interessent ist daran zu erkennen, dass er Fragen hat und sich konkret mit dem Angebot auseinandersetzt. Bei mehreren ernsthaften Interessenten ergibt sich eine Wettbewerbssituation.

Mit diesen Interessenten sollte parallel verhandelt werden, wobei es für die weiteren Schritte einen vorgegebenen Zeitplan gibt.
Diesen sollten die möglichen Erwerber auf jeden Fall einhalten und nicht unter Angabe fadenscheiniger Gründe hinauszögern.

Der siebte Schritt: Die ersten Gespräche

Nach ausreichenden Vorarbeiten ist es nun an der Zeit für Vorgespräche.

Das Erstgespräch sollte gut vorbereitet werden, wobei jeder Seite ausreichende Informationen zur Verfügung gestellt werden müssen. Wichtig: Im Erstgespräch sollten weder von Erwerber- noch von Verkäuferseite lange Monologe gehalten werden.

Es gilt, in angemessener Zeit Informationen auszutauschen. Im positiven Fall wird nach dem Erstgespräch eine erste Verhandlungsrunde geführt. Der Kaufinteressent wird ein Angebot vorlegen, welches vielleicht nicht unbedingt auf Gegenliebe seitens des Verkäufers stößt.

Dieser sollte jedoch nicht vorschnell handeln, sondern sich Bedenkzeit einräumen lassen. Zu beachten ist, dass jede Verhandlungsrunde protokolliert werden sollte.

Werden weitere Schritte vereinbart, sollten auch diese schriftlich festgehalten und mit einem Terminplan versehen werden.

Der achte Schritt: Der Letter of Intent

Sind sich beide Parteien einig geworden, wird eine Absichtserklärung abgegeben, der Letter of Intent.

Dieser kann durchaus von mehreren Kaufinteressenten abgegeben werden.

Eine beidseitige Absichtserklärung – bekannt unter dem Namen Memorandum of Understanding – kommt ebenfalls in Frage, ist aber seltener in der Praxis anzutreffen.

Diese Absichtserklärungen stellen die Basis für die Due Diligence, außerdem enthalten sie bereits erste Punkte, die später in den Kaufvertrag aufgenommen werden.

Der neunte Schritt: Die Due Diligence

Damit wird der Käufer auf den Informationsstand des Verkäufers gebracht.

Die Due Diligence kann sehr umfangreich ausfallen und beginnt mit der Prüfung sämtlicher Verträge. Hier tauchen nicht selten Altverträge auf, die die Unternehmensübergabe unmöglich machen.
Die Due Diligence kann ausgelagert werden.

Ausnahmsweise können Negativmerkmale bei der Prüfung auftreten, die zu neuerlichen Kaufpreisverhandlungen führen.
Als Verkäufer können Sie die Verhandlungen an dieser Stelle abbrechen.

Der zehnte Schritt: Der Kaufvertrag

unternehmen-kaufenBei einem Kaufvertrag mag es für den Verkäufer in erster Linie um den Kaufpreis gehen, für den Käufer ist das nicht der Fall.

Er muss auch die übrigen Konditionen im Auge behalten und hat ein Recht darauf, gegen eventuelle Altlasten abgesichert zu sein.

Der Kaufvertrag selbst sollte nicht nachverhandelt und zügig abgearbeitet werden.

Teilweise tritt der Kaufvertrag erst dann in Kraft, wenn aufschiebende Bedingungen erfüllt worden sind – diese betreffen in der Regel beide Seiten und beziehen sich zum Beispiel auf noch zu erfüllende Vereinbarungen mit Mitarbeitern des Unternehmens.

Nutzen Sie unsere Checkliste für Ihren Unternehmenskauf

 

A. Charakteristik des Unternehmens

1. Liegen die letzten drei Bilanzen vor?
2. Wann ist der Stichtag der Übernahme?
3. Wie erfolgt die Treuhänderverwaltung?
4. Wie steht es um Auftragsstand, Auslastung und wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens?

B. Anlagenvermögen

1. Liegen Grundbuchauszüge vor?
2. Liegen Einheitswertbescheide vor?
3. Wie steht es um Rangordnungen und Baubewilligungen?
4. Gibt es Anliegerleistungen? Wurden diese bereits erbracht?
5. Müssen Vollmachten derzeitiger Eigentümer eingeholt werden?
6. Gibt es laut Flächenwidmungs- oder Bebauungsplan ein Verbot?
7. Kann bei der Baubehörde Einsicht in die Unterlagen genommen werden?
8. Wie ist der Zustand des Anlagevermögens?
9. Gibt es Verkaufsangebote an Dritte?
10. Gibt es Altlasten?

C. Umlaufvermögen

1. Stimmen alle Vertragspartner der Vertragsübernahme zu?
2. Können Vertragsverhältnisse fortgesetzt werden?
3. Wie steht es um Mietverträge und Mietzinsen?
4. Welche Geschäftskonten können übernommen werden?
5. Liegen die Kopien der Zulassungsscheine der Fahrzeuge vor?
6. Wie steht es um Bürgschaften, Bankgarantien?
7. Welche Gläubiger müssen bedacht werden?
8. Werden öffentliche Förderungen genutzt?
9. Welche Versicherungen bestehen und werden eventuell übernommen?
10. Sind Zivilprozesse anhängig?
11. Welche Leasingleistungen sind zu berücksichtigen?
12. Gibt es strittige Forderungen aus dem Umlaufvermögen?
13. Gibt es Gewährleistungsansprüche?

D. Arbeitsverhältnisse

1. Liegt eine Liste aller Beschäftigten mit Geburtsdaten und Beschäftigungsbeginn vor?
2. Gibt es Vorbehalte gegen Renten- und Pensionszusagen?
3. Gibt es Betriebsvereinbarungen?
4. Wie ist der Stand der Verbindlichkeiten?
5. Muss mit Steuernachzahlungen gerechnet werden?

E. Gewerberecht

1. Liegen die Kopien der Gewerbeberechtigung vor?
2. Müssen Geschäftsführer neu bestellt werden?
3. Gibt es Betriebsanlagengenehmigungen? Gibt es besondere behördliche Auflagen zu beachten?
4. Welche Rechte müssen beachtet werden?

F. Steuern

1. Ist eine Betriebsprüfung beantragt worden?
2. Welches Finanzamt ist zuständig?
3. Liegt die Ummeldung der Gemeinde bereits vor?

Suchen Sie unbedingt in Unternehmensbörsen

 

www.dub.de ist eine der größten Unternehmensbörsen im deutschsprachigen Raum

www.dub.de ist eine der größten Unternehmensbörsen im deutschsprachigen Raum

Das Internet spielt auch bei der Übernahme von Unternehmen eine immer größere Rolle.

Hier haben sich zahlreiche Unternehmensbörsen gegründet, in denen Unternehmer nach einem Nachfolger bzw. Interessenten nach einer geeigneten Firma suchen können.

Die Börse steht damit an Stelle eines Vermittlers und bietet allen Beteiligten eine Plattform zum Austausch.

Außerdem werden häufig firmenrelevante Informationen vermittelt, so dass die Börsen gleichzeitig eine Anlaufstelle zur Wissensvermittlung sind.

Was leisten Firmenbörsen?

Firmenbörsen bieten einem Feiberufler die Möglichkeit, ein Unternehmen zum Kauf zu finden oder eine Firma zur Übernahme anzubieten.

Darüber hinaus werden zahlreiche Informationen geboten, die sich zum Beispiel rund um mögliche Fördermittel drehen.

Dazu werden aktuelle News gegeben und teilweise sogar Checklisten für den Unternehmenskauf mit relevanten Stichworten und Kriterien, die vor der Betriebsübernahme zu beachten sind, veröffentlicht.

Teilweise arbeiten die Börsen mit regionalen Unternehmen zusammen oder sind eine Kooperation mit staatlichen Institutionen eingegangen.

So arbeitet die KfW-Bankengruppe mit verschiedenen Unternehmerbörsen zusammen, auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie kooperiert mit einigen Börsen.

Firmenbörsen bieten damit eine ideale Plattform für alle, die sich rund um eine Firmenübernahme informieren wollen, über alles, was damit zusammenhängt und zu beachten ist.

Dazu besteht die Chance, das ideale Unternehmen an dieser Stelle zu finden und Kontakt mit den Verantwortlichen aufnehmen zu können.

Verschiedene Suchfunktionen

Bei den Firmenbörsen sind unterschiedliche Suchmöglichkeiten nutzbar.

So kann zum Beispiel über eine Detailsuche gegangen werden, die zielgerichtet zum geeigneten Unternehmen führt. Es werden verschiedene Objekte gleich auf der Startseite angegeben – vielleicht ist hier schon das Richtige dabei?!

Zusätzlich gibt es oft Hinweise auf branchenspezifische Inhalte und weitere Seiten, die Neuigkeiten und Informationen liefern.

Apropos Branchen:
Die meisten Firmenbörsen arbeiten nicht branchenabhängig und bieten so zum Beispiel Offerten für den Kauf einer Steuerberaterkanzlei, Kauf einer Rechtsanwaltskanzlei oder Kauf eines Architekturbüros.

Durch die Suche kann also sehr detailliert geforscht werden.
Es ist dabei aber ebenso möglich, weit gefächert zu suchen und sich erst einmal ein Bild über die Angebote zu verschaffen.

Dies ist für viele Interessenten, die sich noch nicht konkret festgelegt haben, sehr wichtig. Schließlich gibt es immer wieder Suchende, die sich zwar als Unternehmer sehen, dabei aber nicht an eine Branche gebunden sind und das nötige Kapital zum Einsatz von Fachkräften zur Unterstützung mitbringen.

Durch die Suche können übrigens nicht nur Unternehmensangebote und –gesuche eingesehen werden, sondern es kann auch nach Beratern oder Kapitalgebern geforscht werden.

Anlegen von Accounts

Viele Inhalte der Firmenbörsen sind nur eingetragenen Mitgliedern zugänglich.

Dafür muss ein eigener Account angelegt werden. Über diesen werden Angebote und News zugestellt, außerdem können eigene Bewerbungen und Antworten auf Nachfragen eingesehen werden.

Die Accounts sind in der Regel kostenlos. Wer jedoch nicht nur auf Angebote reagieren will, sondern selbst Inserate einstellen möchte, der muss Gebühren zahlen. In den meisten Fällen werden diese monatlich fällig.

Kostenpflichtig sind auch Berater-Pakete, bei denen unterschiedliche Leistungen inbegriffen sind. Je nach Umfang dieser Leistungen werden die Kosten festgelegt und sind monatlich zu entrichten.

Dabei kann eine bestimmte Laufzeit der Leistungen festgelegt werden. Oft ist aber auch eine rechtzeitige Kündigung der Leistungen nötig, andernfalls verlängern sie sich automatisch.

Auch ohne eigenen Account können bestimmte Inhalte eingesehen werden, wie die Gesellschaftsform des angebotenen Unternehmens, der Postleitzahlenbereich, der Kaufpreis oder die Branche.

Von Börse zu Börse ist der Umfang der kostenlos nutzbaren Leistungen verschieden.

Durch die Registrierung wird ein Angebot in seinem vollen Umfang einsehbar.

So erscheint dann zum Beispiel auch die Beschreibung des Kaufangebots, es werden Gewinne der letzten drei Jahre ersichtlich und Gewinnprognosen für die nächsten Jahre abgegeben. Auch die Anzahl von Filialen und Mitarbeitern, die Rechtsform und die Art der Kaufpreiszahlung können so erfahren werden.

Wie immer gilt also, dass detaillierte Informationen nicht kostenfrei verfügbar sind

Ein kleine Erklärung zum Schluss

Unternehmerbörsen beschäftigen sich mit Transaktionen von Unternehmen, wobei vorrangig der Mittelstand bedient wird.

Doch auch KMU werden hier angeboten und gesucht.

Der gesamte Bereich der Transaktionen wird als M&A bezeichnet (Mergers & Acquisitions), was Betriebsübergänge, Betriebsübernahmen und auch Unternehmenskooperationen umfasst.
Auf den Unternehmensbörsen finden gestandene Unternehmer ebenso passende Firmen wie neu in die Selbstständigkeit Startende.

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