Freie Mitarbeit als Freiberufler

Freie Mitarbeit als Freiberufler

Freie Mitarbeit als Freiberufler

 

Freiberufler sind nicht selten als freie Mitarbeiter tätig. Dabei sind die beiden Begriffe ganz verschieden zu betrachten. Freiberufler ist, wer zum Beispiel einem Katalogberuf, einem katalogähnlichen Beruf oder einem Tätigkeitsberuf angehört. Die freie Mitarbeit hingegen kennzeichnet die Art der Beschäftigung durch einen Auftraggeber und steht auch einem Gewerbetreibenden offen.

Vorteile für den Freiberufler

Der Freiberufler bekommt sein vereinbartes Honorar gezahlt, welches er im Rahmen der Einkommenssteuererklärung versteuern muss. Er ist dazu berechtigt, lediglich eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung anzufertigen, er muss keine Bilanz erstellen. Dies vereinfacht die Gewinnermittlung für ihn erheblich.

Ein Freiberufer hat also durch die freie Mitarbeit keinen Mehraufwand. Generell hält sich der Verwaltungsaufwand in Grenzen. Das beginnt schon allein bei der Akquise. Wer eine Stelle als freier Mitarbeiter ergattert hat, kann die hier anfallenden Aufträge mit ein wenig Glück über einen längeren Zeitraum erledigen. Das bedeutet wiederum, dass für diese Zeit ein relativ sicheres Einkommen vorhanden ist. Freiberufler unterliegen nicht der Gewerbesteuer. Das bedeutet, dass sie das Honorar, welches sie durch die freie Mitarbeit erarbeiten, lediglich um die Umsatzsteuer reduzieren müssen, wenn sie nicht von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen.

Nachteile für den Freiberufler

Leicht kann der Freiberufler durch eine Beauftragung als fester Mitarbeiter in die Falle der Scheinselbstständigkeit geraten. – Er muss daher im besten Fall verschiedene Auftraggeber – mindestens noch einen weiteren – vorweisen. Auch wenn die Buchführung einfach ist, muss der Freiberufler gegenüber dem Finanzamt in der Lage sein, seine Einnahmen zu belegen. Eine ordnungsgemäße Buchführung ist daher unerlässlich. Die Konzentration auf einen Auftraggeber schränkt den Blick des Freiberuflers möglicherweise ein. Er sammelt Referenzen auf einem Gebiet und müsste seine Tätigkeiten aber besser streuen. Dies ist nicht in jedem Fall ein Problem. Dann jedoch, wenn nur ein weiterer Auftraggeber vorhanden ist, ist der Fokus des Freiberuflers beschränkt.

Das Honorar wird nur gezahlt, wenn der Kunde zufrieden ist. Das heißt, im schlimmsten Fall entstehen Streitigkeiten um die Vertragserfüllung. Allein tätige Freiberufler, die nicht als freie Mitarbeiter engagiert wurden, haben dieses Problem seltener.

Vorteile für den Auftraggeber

Der Auftraggeber kann, wenn er einen Freiberufler als freien Mitarbeiter engagiert, all die Vorteile dieser Beschäftigungsform genießen. Es fallen keine Sozialversicherungsbeiträge an, die An- und Abmeldung bei den entsprechenden Behörden entfällt und auch eine Versicherung bei der Berufsgenossenschaft ist nicht nötig. Für viele Auftraggeber ist die Beschäftigung eines freien Mitarbeiters eine Art Mittelweg: Freie Mitarbeiter sind zwar nicht weisungsgebunden, ordnen sich aber häufig besser in die betriebliche Organisation ein als ein Freiberufler.

Die Gefahr der Scheinselbstständigkeit besteht zwar, wird aber häufig ignoriert. Viele Freiberufler, die als freie Mitarbeiter tätig sind, fühlen sich einem Unternehmen mehr verbunden, als wenn sie nur für einen einzelnen Auftrag engagiert wurden und ansonsten kaum etwas mit dem Unternehmen zu tun haben. Auftraggeber können einen Vertrag mit einem freien Mitarbeiter anders gestalten als mit einem Freiberufler: Klauseln, die beispielsweise das Einverständnis des Auftraggebers vor Annahme von Konkurrenzaufträgen durch den freien Mitarbeiter voraussetzen, sind möglich.

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