Ein hohes Honorar als Freiberufler verlangen?

Wer teuer ist, leistet mehr und verspricht eine qualitativ höherwertige Leistung.

Davon geht zumindest der Kunde aus.

Wer ein hohes Honorar verlangen will, muss schon mit seiner Werbung und den Visitenkarten etwas mehr hermachen.

Letztere einfach am eigenen Drucker ausdrucken?
Undenkbar, obwohl diese Möglichkeit für jeden Freiberufler und Selbstständigen indiskutabel sein sollte.

Wer ein hohes Honorar verlangt, muss seinen Kunden auch beim Beratungsgespräch etwas mehr bieten.

Der Raum, in dem der erste Kundenkontakt stattfindet, sollte präsentabel sein und ein gediegenes Ambiente verströmen.

Ein hohes Honorar kann aus verschiedenen Gründen verlangt werden.
Ein Kunde wird gern bereit sein mehr zu zahlen, wenn der Freiberufler dafür sein exklusives Wissen zur Verfügung stellt, das er bei einem der besten Lehrmeister der Welt erworben hat.

Oder wenn der Freiberufler einen hohen Bekanntheitsgrad hat, etwa aufgrund von Buchveröffentlichungen.

Wer die entsprechende Berufserfahrung etwa aus einem früheren Angestelltenverhältnis mitbringt, darf ebenfalls berechtigt höhere Honorare verlangen, als jemand, der gerade erst in sein Berufsleben startet.

Wer hohe Preise verlangt, muss aber auch etwas bieten können.

Es reicht nicht, bei einem Seminar anwesend gewesen zu sein, das von einem bekannten Lehrer gehalten wurde – hierbei konnte zwar Wissen, jedoch keine Referenzen erworben werden.

Als Referenz würde aber gelten, wenn für eben diesen Lehrer in der Vorbereitung für das Seminar ein Auftrag erledigt wurde – bei einem Werbetexter etwa das Anfertigen der Seminarankündigung.

Vorsicht ist bei der Gratwanderung zwischen der Angabe von Referenzen und Hochstapelei geboten.
Was, wenn sich ein Interessent näher über die angebliche Referenz informiert?

Der Ruf des Freiberuflers ist schnell ruiniert, à la „Der redet doch mehr, als er wirklich macht“.

Wer ein hohes Honorar verlangt, muss dies schon bei der „Verpackung“ zeigen.

Sein Büro sollte sich in exklusiver Lage befinden, ein Büro in einer kleinen Seitenstraße am Stadtrand kommt nicht in Frage.

Die Geschäftsausstattung, also Visitenkarten und Briefbogen bzw. Briefpapier, soll hochwertig bis exklusiv sein. Der Internetauftritt soll professionell gestaltet sein, die E-Mail Adresse hat den Firmennamen inklusive, keinen Namen des Mailanbieters.

Der Firmenwagen ist standesgemäß und die Kleidung des Freiberuflers spricht für ein hohes Einkommen aus qualitativ hochwertiger Kleidung.
Sicher, das ist alles nur das Drumherum.

Bei allem schönen Schein darf die Arbeit nicht vergessen werden, die hochwertig sein muss und den Ansprüchen des Kunden genügen soll.

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