Immobilienkredit für Selbstständige

Da Sie als Freiberufler tätig sind, steht eventuell früher oder später auch der Kauf einer eigenen Immobilie im Raum.

Das kann sowohl auf privater Basis in Form eines Eigenheims der Fall sein als auch aus geschäftlichen Gründen.

Immobilienkredit für Selbstständige

Immobilienkredit für Selbstständige

Sind Sie beispielsweise Arzt und haben seit Jahren Praxisräume gemietet oder nutzen als Architekt/Anwalt gemietete Büroräume?

Dann haben Sie sich eventuell auch schon einmal mit der Frage beschäftigt, ob es nicht vorteilhafter wäre, die jeweils genutzte Immobilie zu erwerben und sich dadurch zukünftig die Miete zu sparen.

Fast immer wird ein Immobilienkredit benötigt, falls der Kauf eines Objektes zu finanzieren ist.

Beim Immobilienkredit für Freiberufler und Selbstständige unterscheidet die Bank vor allem danach, ob die Immobilie privat, also zum selbst darin wohnen, oder aus geschäftlichen Gründen –

beispielsweise als Arztpraxis oder Anwaltskanzlei, genutzt werden soll.

Der Immobilienkredit für den Freiberufler als Privatperson

Möchten Sie als Freiberufler privat eine Immobilie kaufen, so sind Sie für die meisten Banken im Bereich der Immobilienkredite ein „ganz normaler“ Kreditnehmer.

Das bedeutet, die Bank wird zunächst anhand verschiedener Unterlagen, wie beispielsweise Schufa-Auskunft, Einkommensnachweis, Einnahmen- und Ausgabenaufstellung, Vermögensaufstellung etc. beurteilen, ob Ihre Bonität für die Vergabe des Kredites ausreicht.

Sie sollten stets die Angebote zwischen den Banken vergleichen, denn besonders bei den recht hohen Kreditsummen, welche bei Immobiliendarlehen üblich sind, können schon geringe Zinsunterschiede eine größere Ersparnis bedeuten.

Die Grundschuld als Sicherheit für den erhaltenen Immobilienkredit zu stellen ist heute obligatorisch.

Beachten Sie: Als Freiberufler können die Kreditangebote, je nach Anbieter, einen etwas höheren Zinssatz als für Arbeitnehmer beinhalten.

Denn nicht wenige Kreditgeber sehen die Tätigkeit als Freiberufler als risikoreicher an, als wenn Sie abhängig beschäftigt wären.

Den Immobilienkredit als Freiberufler aus gewerblichen Gründen nutzen

Als Freiberufler benötigen Sie unter Umständen auch aus gewerblichen Gründen einen Immobilienkredit.

Das kann zum Beispiel beim Kauf von Ladenlokalen, Praxisräumen oder Immobilien der Fall sein, die dann gewerblich zur Ausübung als freier Beruf genutzt werden.

In dieser Situation treten Sie der Bank dann im Prinzip als Geschäftskunde gegenüber.

Das Darlehen als solches ist zwar identisch mit dem Immobilienkredit, den Sie als Privatpersonen bekommen würden, jedoch fordert die Bank sicherlich noch weiter führende Unterlagen zur Beurteilung der Kreditwürdigkeit ein.

Dazu können beispielsweise eine Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung oder eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung zählen.

Zudem ist in dieser Situation bezüglich der Wertermittlung der Immobilie auch nicht der Verkehrswert, sondern der Ertragswert die Grundlage.

Weitere Einzelheiten zum Thema Immobilienfinanzierung finden Sie in einer gesonderten Kategorie auf unserer Webseite.

Immobilien ohne Eigenkapital

Natürlich können Sie als Freiberufler versuchen, einen Immobilienkredit ohne jedwedes Eigenkapital zu bekommen.

Es gibt sogar Banken, die sich auf so etwas einlassen.

Die Konditionen sind dann allerdings selten zu Ihrem Vorteil.

Die Zinssätze sind hoch, die monatlichen Tilgungsraten ebenfalls. So versuchen sich die Banken, gegen das Zahlungsausfallrisiko abzusichern. In der Regel wird mindestens 30 Prozent Eigenkapital verlangt.

Dieses dient der Finanzierung der Nebenkosten, wie der Bearbeitungsgebühren, Notarkosten, Maklerkosten usw. Besser ist es natürlich, wenn darüber hinaus noch Geld für die Finanzierung zur Verfügung steht.

Schließlich muss ein neues Gebäude noch eingerichtet werden.

Auch wenn die Ausgaben zum Beispiel für die Büroausstattung im Rahmen der Steuererklärung als Betriebskosten abgesetzt werden können, so müssen die Investitionen doch aus den laufenden Einnahmen erst einmal bestritten werden.

Die Zinsbindung

Bei einem Kreditvergleich sollte darauf geachtet werden, dass die Zinsbindung möglichst langfristig ist.

Wer zu Zeiten niedriger Zinsen einen Immobilienkredit aufnimmt, sollte sich für einen mindestens zehnjährige Zinsbindung entscheiden.

Zudem sollten Sie sich rechtzeitig um eine Anschlussfinanzierung kümmern.

Läuft die Zinsbindung aus und bietet die kreditgebende Bank nur ein Darlehen zu hohen Zinssätzen, kann das Ablösen dieses Kredits durch Neuaufnahme eines anderen Darlehens bei einer Bank mit besseren Konditionen eine gute Entscheidung sein.

Aktuelle Angebote sollten daher vorsorglich für die Anschlussfinanzierung beachtet werden.

Nachteile für Freiberufler

Freiberufler und Selbstständige sind in Bezug auf Immobilienkredite immer benachteiligt.
Ihr schwankendes Einkommen und das Risiko der Insolvenz bedingen, dass Banken die Kredite an diese Personengruppe teurer vergeben als an Angestellte mit einem festen Gehalt.

Gut zu wissen:
Fast alle Banken gewähren einen Kredit.

Allerdings sind die Konditionen bestenfalls als weniger optimal zu bezeichnen.

Zuerst einmal werden die Kreditanträge sehr streng überprüft. Das Risiko des Verlusts ist für die Bank bei der Kreditvergabe an einen Freiberufler größer, daher werden die Obergrenzen niedriger und die Zinssätze höher angelegt.

Kaum Chancen auf einen Immobilienkredit haben Existenzgründer.
Die meisten Banken wollen Kredite nur an diejenigen vergeben, die bereits seit mindestens zwei bis drei Jahren im Geschäft sind.

Sonderangebote

Es gibt durchaus Banken, die auch einem Freiberufler oder Selbstständigen, der erst seit einem Jahr unternehmerisch tätig ist – das aber bitte erfolgreich – einen Kredit gewähren.

Sonderangebote gibt es oft auch von regionalen Anbietern und Vermittlungsgesellschaften.
Diese arbeiten mit mehreren Banken und Versicherungen zusammen und können den günstigsten Kredit anbieten.

Wichtig: Sonderangebote sind teilweise nur auf den ersten Blick wirklich günstig, daher lohnt es sich, genauer hinzusehen.

Flexibilität in der Finanzierung ist für einen Freiberufler sehr wichtig.

Auch bei einer ungünstigen Geschäftsentwicklung sollte der Freiberufler in der Lage sein, die Raten zu tilgen – diese müssen daher eher niedrig angelegt sein.

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