Beratung Existenzgründung

Beratung Existenzgründung

Beratung Existenzgründung

 

Jeder, der freiberufliche tätig werden möchte, sollte nach einer umfassenden Beratung trachten. Spezielle betriebswirtschaftliche und rechtliche Fragen werden aufgeworfen und müssen beantwortet werden. Als Existenzgründer sollten Sie sich frühzeitig mit Ihrem künftigen Freiberuflerdasein beschäftigen und alle relevanten Informationen sammeln. Eventuell ist professionelle Hilfe nötig, damit die Freiberuflichkeit ein Erfolg wird. Solche Hilfen werden teils kostenlos, teils gegen Zahlung einer geringen Gebühr angeboten.

Bereiten Sie sich auf die entsprechenden Gespräche so vor, dass Sie gezielte Fragen stellen können. Grundlagenwissen wird hier nicht vermittelt. Durch Kammern sowie Fach- und Berufsverbände werden auch Seminare angeboten.

Vorgehensweise zur beruflichen Orientierung

Die folgende Tabelle zeigt, welche Vorgehensweise die geeignete ist, um in die freiberufliche Existenz zu starten:

Erste Phase: Literaturstudium Nutzen Sie das Angebot der kostenlosen Broschüren für Existenzgründer, die von Kreditinstituten, Fachverbänden sowie Kammern herausgegeben werden. Auch der Bund offeriert kostenlose Broschüren. Zusätzlich bietet der Buchhandel entsprechende Fachliteratur an.
Zweite Phase: Besuch von Existenzgründungsseminaren Kammern und Berufsverbände bieten Weiterbildungsverzeichnisse an. Nutzen Sie die Seminarangebote, um als Freiberufler Bescheid zu wissen.
Dritte Phase: Führen von Orientierungsgesprächen Berater von Kammern und Berufsverbänden sowie anderen Institutionen bieten in der Regel kostenlos Orientierungsgespräche an. Eine telefonische Terminvereinbarung ist meist nötig.
Vierte Phase: Beratung durch Gründungsberater Der Existenzgründungsberater berät individuell zu wirtschaftlichen und technischen Fragen der Existenzgründung.
Er verlangt entweder ein pauschales Honorar oder einen Tagessatz.
Fünfte Phase: Beratung durch Steuerberater oder Rechtsanwalt Niemand kann alles allein machen.
Eine Beratung beim Steuerberater oder beim Rechtsanwalt kann helfen, juristische Probleme oder Fragen in Bezug auf die Buchhaltung zu lösen bzw. zu beantworten.

 

Was macht der Existenzgründungsberater?

Der Existenzgründungsberater berät als neutraler Fachmann. Das ist auch dann der Fall, wenn Sie selbst noch nicht davon überzeugt sind, als Freiberufler voll durchstarten zu können. Nehmen Sie rechtzeitig Kontakt zu einem professionellen Existenzgründungsberater auf. Dieser sollte bestimmte fachliche Anforderungen erfüllen.

  • Der Existenzgründungsberater sollte sich in Betriebswirtschaft und Rechtswissen auskennen. Bürgerliches Gesetzbuch, Gewerbeordnung oder Handwerksordnung dürfen keine Fremdwörter für ihn sein.
  • Der Existenzgründungsberater sollte über branchenspezifische Kenntnisse verfügen. Wenn Sie als Lektor oder Dolmetscher starten wollen, so sollte der Existenzgründungsberater Erfahrung in dem jeweiligen Bereich vorweisen können.
  • Der Existenzgründungsberater sollte überdies regionalspezifische Kenntnisse haben. Schließlich soll er Sie bei der Wahl des optimalen Standorts ebenso beraten wie bei der Wahl des Marketingkonzepts.

In der Regel ist ein unverbindliches Erstgespräch mit dem Existenzgründungsberater sehr hilfreich. Hierbei können Fragen in Bezug auf finanzielle Überlegungen oder bezüglich der persönlichen und fachlichen Kenntnisse Ihrer selbst geklärt werden. Im Rahmen der Existenzgründungsberatung werden Sie sich mit Ihrem Unternehmenskonzept auseinandersetzen müssen. Es wird hinsichtlich der Erfolgsaussichten und einer möglichen Förderung überprüft.

Ein Tipp: Der Beratungsvertrag sollte schriftlich abgeschlossen werden. Darin sollten Thema der Beratung, Beratungsleistungen, Dauer der Beratung, vereinbartes Honorar, Nebenkosten und die Erstellung des Beratungsberichts enthalten sein.

Übrigens können Sie die entstandenen Kosten später als Betriebsausgaben absetzen, wenn Sie Ihre erste Gewinn- und Verlustrechnung als Freiberufler aufstellen.

Beratungen durch Industrie- und Handelskammer

Die Industrie- und Handelskammern sind gute Anlaufstellen, wenn Sie sich vor einer Gründung informieren möchten. Gewerbliche Unternehmen müssen hier zwangsweise Mitglied sein. Sie als Freiberufler oder künftiger Freiberufler können die Leistungen der Industrie- und Handelskammern nutzen, ohne selbst Mitglied sein zu müssen. Nutzen Sie hier die kostengünstige Teilnahme an verschiedenen Seminaren, die sich rund um die Existenzgründung drehen. Außerdem können Sie sich zu verschiedenen Fachgebieten beraten lassen.

Informieren Sie sich über verschiedene Länder und deren Märkte, über eine berufliche Ausbildung oder eine berufliche Weiterbildung. Ihr zuständiger Berater wird Ihnen außerdem Bezugsquellen für Datenbanken und Nachschlagewerke nennen. Außerdem unterstützt er Sie im Antragsverfahren für öffentliche Zuschüsse.

Sie können sich des Weiteren bei der Industrie- und Handelskammer über Messen und Ausstellungen informieren. Egal, in welchem Bereich Sie als Freiberufler tätig werden wollen, bieten Messen und Ausstellungen immer sehr gute Möglichkeiten zum Knüpfen neuer Kontakte und zum Aufbau eines Netzwerks. Die Industrie- und Handelskammer berät des Weiteren zum Wettbewerbsrecht. Kenntnisse in diesem Bereich sind auch für einen Freiberufler nicht ganz unwichtig.

Beratungen durch Kreditinstitute und Krankenkassen

Auch Kreditinstitute bieten künftigen Freiberuflern die Möglichkeit, sich in speziellen Finanzierungsfragen beraten zu lassen. Die erste Anlaufstelle sollte dabei die Hausbank sein. Sie offeriert eine Firmenkundenbetreuung, die sich auf die Beratung der mittelständischen Kundschaft spezialisiert hat. Der Vorteil einer Beratung hier ist, dass sich ein Firmenkundenbetreuer mit Förderprogrammen auskennt. Auch für Freiberufler können verschiedene Förderprogramme, unter anderem von der KfW, infrage kommen.

Die Volksbanken offerieren Branchenbriefe. Darin enthalten sind hilfreiche Informationen zu verschiedenen Vorhaben. Die dort erfassten Daten werden ständig aktualisiert, allerdings liegen diese Briefe nicht in allen Filialen aus. Die Krankenversicherungen bieten dem Freiberufler Beratungen zur gesetzlichen Sozialversicherung an. Der Firmenkundenservice ist hier meist sehr umfangreich und die Berater kompetent. Informieren Sie sich rechtzeitig, damit Ihnen im Ernstfall keine Leistungen verloren gehen.

Beratung durch öffentliche Einrichtungen und Behörden

Verschiedene öffentliche Institutionen bieten Beratungen für Existenzgründer und damit auch für angehende Freiberufler an. So offeriert zum Beispiel das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie ein Infotelefon oder ein Fördertelefon. Außerdem gibt es hier die Förderdatenbank, in der Informationen über aktuelle Förderprogramme des Bundes, der Länder und der Europäischen Union zu finden sind. Diese Datenbank ist sehr hilfreich und enthält außerdem Links zu öffentlichen Förderauskunftsstellen. BMBF und BMWi bieten zudem einen Förderkatalog zu einzelnen Projektfördermaßnahmen und zur Projektförderung an.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie offeriert zudem eine kostenlose CD-ROM. Sie hilft bei der Gründungsplanung und bei der Führung des noch jungen Unternehmens. Außerdem werden darin verschiedene Themen angesprochen, die das Gründungsvorhaben betreffen.

Es geht um Chancen und Risiken, um Akquise und Marketing oder um das Festlegen von Unternehmenszielen.
Alles ist anschaulich in Tabellenform dargestellt. Außerdem gibt es Beispiele zur Liquiditätsplanung oder zur Aufstellung eines Finanzierungsplans.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie führt ein Existenzgründerportal im Internet. Hier geht es um den Weg in die Selbstständigkeit und die damit verbundenen ersten Schritte. Außerdem wird ein Expertenforum angeboten, in welchem Sie Fragen stellen können, die wiederum seitens der Experten beantwortet werden.

Das Existenzgründungsportal hält eine Gründungswerkstatt und eine Sammlung von Publikationen bereit. In der Mediathek finden Sie Newsmelder, TV-Beiträge oder ein Video-Webtagebuch. Monatlich erscheint ein Newsletter mit aktuellen Meldungen für Existenzgründer. Sehr empfehlenswert ist auch das Gründermagazin, das Neuigkeiten präsentiert, Experteninterviews und Gründergeschichten.

Beratungen durch die KfW Mittelstandsbank

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW, bietet zahlreiche Fördermaßnahmen und verschiedene zinsgünstige Kredite für Existenzgründer und Freiberufler. Außerdem sind die Beratungen der KfW durchaus hilfreich. Die Investitionsvorhaben, die über die KfW getragen werden, sind zweckgebunden. Vorteilhaft sind die besonders günstigen Konditionen, die hier möglich sind. Als Freiberufler profitieren Sie von langfristigen KfW-Förderkrediten mit günstigen Zinssätzen. Sie verbessern damit ihre Eigenkapitalbasis enorm. Um an eine solche Finanzierung zu kommen, müssen Sie sich an Ihre Hausbank wenden. Zu den Hausbanken unterhält die KfW Mittelstandsbank ein partnerschaftliches Verhältnis, die Kredite werden durch die Hausbank geprüft und vergeben.

Die KfW bietet ein Infocenter an, das zu allen Förderprogrammen berät. Auch die aktuellen Zinskonditionen können Sie abfragen. Zusätzlich gibt es Beratungssprechtage in den Beratungszentren Berlin, Frankfurt am Main und Bonn. Zusammen mit Industrie- und Handelskammern bzw. Handwerkskammern unterhält die KfW fünfzig weitere Standorte als Beratungszentren. Hier können Sie eine persönliche Finanzierungsberatung in Anspruch nehmen. Mögliche Termine sind im Internet zu finden. Bereiten Sie sich auf das Beratungsgespräch gut vor und nutzen Sie dafür die im Internet zur Verfügung stehende Checkliste.

Die KfW Mittelstandsbank bietet einen Gründungskatalog an. In diesem geht es um folgende Kriterien:

  • Aktive Gründung mit Kontaktbörse, Internetforen und Gründungsnetzwerken
  • Regionale Gründung, geordnet nach Bundesländern
  • Beratung bei der Gründung mit Verzeichnis von Banken, Gründungsportalen, Hochschulangeboten für Gründer oder junge Unternehmen
  • Gründungsfinanzierung mit Informationen zu Kapitalbedarf, Förderung und Förderprogrammen
  • Marktplatz für Gründer mit Schwarzem Brett und Gewerbeverzeichnis
  • Gründungstools mit Checklisten, Publikationen und Vertragsvorlagen
  • Vorbereitung der Gründung mit Erstellung eines Businessplans, Namenswahl und Gründungstests
  • Gründungswissen mit Datenbanken, Existenzgründung aus der Arbeitslosigkeit, Glossaren, Rechtsformen, Fragen zum Thema Steuern sowie Versicherungen

Die KfW Mittelstandsbank bietet eine Unternehmeragentur an. Hier gibt es eine Beraterbörse. Das ist eine Plattform, auf der ein passender Berater in der Nähe gefunden werden kann. Außerdem wird die Unternehmensbörse nexxt-change unterstützt, die sich in erster Linie an die Freiberufler und Existenzgründer richtet, die im Zuge einer Betriebsübernahme die Selbstständigkeit anstreben. Sie können sich auch an diese Unternehmensbörsen wenden, wenn Sie als Freiberufler Ihr Büro oder Ihre Kanzlei veräußern wollen.

Informationen beim Deutschen Patentamt und Markenamt einholen

Das Deutsche Patent- und Markenamt hat seinen Sitz in München sowie eine Dienststelle in Jena. Außerdem gibt es das Technische Informationszentrum mit Sitz in Berlin. Als Existenzgründer und angehender Freiberufler können Sie zahlreiche Informationen bekommen. Hier gibt es unter anderem eine Patentbibliothek, in der über 50 Millionen Patentdokumente lagern. Außerdem ist dort sehr umfangreiche Fachliteratur zugänglich. Recherchieren Sie kostengünstig in den Patentdatenbanken und nutzen Sie unentgeltlich CD-ROM-Datenbanken.

Gegen Entgelt werden deutsche und internationale Veröffentlichungen direkt zu Ihnen nach Hause geliefert.
Dies geschieht durch den Schriftenvertrieb im Technischen Informationszentrum Berlin. Wenn Sie sich zu Schutzrechten informieren möchten, so ist eine telefonische oder persönliche Auskunft möglich. Die Beratung hier kann unter anderem dann notwendig werden, wenn es sich bei Ihnen um die Namensfindung für Dienstleistungen oder für Ihr Unternehmen handelt. Markenrechtsverletzungen können böse Folgen und Strafen nach sich ziehen.

Förderprogramme zur Existenzgründungsberatung

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie bietet Förderprogramme zur Unternehmensberatung für kleine und mittlere Unternehmen an. In diese Kategorie fallen Sie als angehender Freiberufler auch.

Es gibt unter anderem Zuschüsse für:


Beratung von Existenzgründern:
Lassen Sie sich vor der Gründung beraten oder übernehmen Sie ein Büro oder eine Kanzlei, so können Sie in den Genuss der Förderprogramme kommen.
Beratung zum Existenzaufbau: Innerhalb von drei Jahren nach der Existenzgründung können Sie allgemeine Beratungen in Anspruch nehmen und dafür Förderungen erhalten.
Unternehmensberatung: Lassen Sie sich zu wirtschaftlichen und finanziellen bzw. organisatorischen Problemen des Freiberuflerdaseins beraten und erhalten Sie Zuschüsse dafür. Beratung zum Umweltschutz: Als Freiberufler kommt dies für Sie vielleicht weniger in Betracht, doch zum Umfang der Förderprogramme zählt auch die Beratung von Unternehmen hinsichtlich möglicher Probleme, die sich aus dem Schutz der Umwelt ergeben.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie unterstützt Sie beim Start in die unternehmerische Selbstständigkeit durch eine beratende Begleitung, durch das sogenannte Coaching.

Wichtig zu wissen: Es gibt nicht nur die oben genannten Förderprogramme, sondern auch verschiedene Länderprogramme.

Die Konditionen sind in der Regel sehr attraktiv. Zur Beratung suchen Sie die entsprechenden Beratungsstellen auf, wo die Berater des BMWi entweder selbst tätig sind oder geeignete Dritte eine Beratung vornehmen. Wichtig zu erwähnen ist, dass die verschiedenen Förderprogramme untereinander nicht kombiniert werden können. Außerdem darf eine öffentlich geförderte Beratung nicht mit einem Zuschuss aus anderen öffentlichen Mitteln verbunden werden.

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