Literaturagent als freier Beruf

Freier Literaturagent

Freier Literaturagent

 

Der Literaturagent soll eine Vermittlungsposition zwischen Verlag und Autor einnehmen. Sind sie in einem Verlag tätig, übernehmen die Literaturagenten oft den Handel mit Buchrechten. Freie Literaturagenten haben ein deutlich breiteres Betätigungsfeld. Generell können Literaturagenten nach ihrer Haupttätigkeit unterschieden werden: Sie sind entweder als Verlags- oder als Autorenagenten tätig.

Dienstleistungsangebote und berufliche Tätigkeiten

Literaturagenten übernehmen in Verlagsagenturen den Handel mit Buchrechten, wobei es nicht nur um Werke in deutscher Sprache geht, sondern auch um internationale Bücher, allen voran englischsprachige Literatur. Nicht umsonst sind Fremdsprachenkenntnisse bei Literaturagenten besonders wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Tätigkeit.Die Agenten verhandeln über Erstausgaberechte, Weiterverarbeitungs- und Übersetzungsrechte und sie übernehmen die Überwachung der Einhaltung von Verträgen.

Hier spielen auch Zahlungen und die Einhaltung von kalkulierten Auftragssummen mit hinein. Der Literaturagent, der vorrangig Autoren betreut, begleitet die Werke der Autoren bereits in deren Entstehungsphase. Der Agent übernimmt teilweise ein Lektoratstätigkeit und prüft Manuskripte in Bezug auf Qualität und Marktchancen. Fällt eine Beurteilung positiv aus, so geht es an die Suche nach einem geeigneten Verlag für das belletristische Werk oder das Sachbuch.

Hintweis: Literaturagenten sind oft auch als Zwischenhändler tätig und handeln mit dem Verlag Autorenverträge, Honorare und Verwertungsrechte aus.

Business-Knigge

Wie in kaum einer anderen Branche muss der Freiberufler, der als Literaturagent tätig ist, den Business-Knigge beherrschen. Es kommt auf den guten Ton an, wenn mit Kunden – egal, ob von Verlags- oder Autorenseite – Verhandlungen geführt werden. Der Literaturagent braucht ein gewisses Verhandlungsgeschick, denn er muss in der Lage sein, zwischen zwei Parteien zu vermitteln, auch wenn die Fronten eventuell bereits verhärtet sind.

Ein guter Literaturagent weiß sich bei Konfrontationen und unvorhergesehenen Situationen ebenso zu benehmen, wie beim gegenseitigen Vorstellen verschiedener Personen oder beim Geschäftsessen. Auch wenn der Business-Knigge sicherlich Parallelen zum Knigge im Privatleben aufweist, so sollten doch die speziellen Punkte bekannt sein.

Umfassende Kenntnisse im Urheber- und Vertragsrecht

Ein Literaturagent muss sich mit dem Urheber- und Vertragsrecht besonders gut auskennen. Das Vertragsrecht spielt für ihn vor allem dann eine Rolle, wenn es um die Gestaltung der Verträge zwischen Autor und Verlag geht. Je nachdem, wer den Literaturagenten beauftragt hat, stehen sicherlich die Interessen des Kunden an erster Stelle, dann erst folgen die des Vertragspartners.

Dennoch müssen Verträge hieb- und stichfest sein. Das bedeutet für den Freiberufler, dass er grundlegende Rechtskenntnisse im Vertragsrecht besitzen sollte. Das Urheberrecht gilt nicht nur für Textproduktionen, sondern erstreckt sich auch auf die Verwendung von Bildern und anderem Datenmaterial. Wenn zum Beispiel für das neue Buch eines Autors ein Radiospot entwickelt wird, für den ein Lied als Untermalung verwendet werden soll, so muss hier auch die GEMA bedacht werden. In diesem Punkt benötigt der Literaturagent ebenfalls grundlegende Rechtskenntnisse, wenn er eine umfangreiche Betreuung von Verlagen und Autoren anbieten möchte.

Haftpflichtversicherung für den Literaturagenten

Jedem Literaturagenten sei es angeraten, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen. Ansprüche können von vielerlei Seiten gestellt werden, von Kunden ebenso wie von Seiten der Verlage oder der Agenturen.

Bedenken Sie: Der Beruf bringt nun einmal einen hohen beratenden Anteil der Arbeit mit sich und eine falsche oder fehlerhafte Beratung kann zu Schadensersatzansprüchen führen.

Da der Freiberufler mit seinem gesamten Geld haften muss, ist eine Versicherung durchaus sinnvoll. Sie übernimmt die Kosten für den Schadensersatz, für eine eventuelle Gerichtsverhandlung und für alle weiteren Kosten, die durch Sach-, Personen- oder Vermögensschäden entstehen.

Autorenhonorar

Die Vermittlung der Schriftsteller an Verlage geht mit einer Vereinbarung über die Höhe des Autorenhonorars einher. Seriöse Agenturen in Deutschland berechnen für ihre Arbeit zwar ein bestimmtes Honorar, dieses wird aber erst nach erfolgreicher Vermittlung fällig.

Schon im ersten Gespräch sollten daher die Konditionen für den Vertrag geklärt und die Meinung der Autoren zu Angeboten eingeholt werden. Mit der Arbeit an einem Manuskript und der Betreuung der Autoren lässt sich viel Geld verdienen, jedoch nur, wenn diese auch vermittelt werden können. Autoren müssen an Verlage verkauft werden, wobei das hier im positiven Sinne zu sehen ist.

Übrigens: Einige freiberufliche Lektoren vertreten Schriftsteller je nach Thema auch erfolgreich gegenüber Verlage.

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