Businessplan Heilberufe

Businessplan Heilberufe

Businessplan Heilberufe

 

Wer sich als Angehöriger eines Heilberufs selbstständig machen möchte, benötigt einen strategischen und ausgeklügelten Businessplan. Dieser wird zum Beispiel von Banken verlangt, wenn es um eine Fremdfinanzierung geht.

Funktionen des Businessplans

Der Businessplan ist notwendig für einen Existenzgründer und hat folgende Funktionen:

  • Sie arbeiten nach dem Businessplan, der sozusagen eine Regieanweisung darstellt.
  • Die Banken und Sparkassen nutzen den Businessplan zur Beurteilung Ihrer Liquidität sowie der Einschätzung der Tragfähigkeit Ihrer Geschäftsidee.
  • Sie können den Businessplan zur eigenen Information nutzen, damit Sie wissen, wie wirtschaftlich Ihre Praxis arbeiten wird.
  • Auf Basis des Businessplans finden Leitung, Organisation und Kontrolle Ihrer Praxis statt.

Der Businessplan setzt sich aus verschiedenen Teilen zusammen, auf die nachfolgend eingegangen werden soll.

Die Teile des Businessplans

1. Die Geschäftsidee

Wichtig ist, dass die Idee gut und langfristig tragbar ist. Sie sollte einen Neuigkeitswert besitzen, marktfähig sein und die Bedürfnisse der Patienten befriedigen. Sie müssen sich daher die Frage stellen, ob Sie selbst für die Selbstständigkeit geeignet sind und Ihre Stärken und Schwächen kennen.

Beziehen Sie bei einer solchen Analyse auch die Stärken und Schwächen Ihrer Konkurrenz mit ein. Aus allen Punkten lässt sich ableiten, ob Sie auf dem Markt bessere Chancen als Ihre Konkurrenz haben könnten. Bedenken Sie dabei auch den finanziellen Aufwand sowie Ihren Umsatzplan.

2. Standort und Markteinschätzung

Bedenken Sie, dass die Wahl des Standortes eine der wichtigsten Entscheidungen für Ihren Erfolg ist. Der Standort muss bestimmte Bedingungen erfüllen. Dabei hat jeder Standort sicherlich auch Nachteile.

  • Lassen sich diese durch die Vorteile kompensieren?
  • Hat der Standort betriebswirtschaftlich oder markttechnisch gesehen besondere Vorteile?

Denken Sie auch daran, dass Sie im Einzugsgebiet des Standortes ausreichend Patienten haben müssen. Beachten Sie hierbei Verkehrsanbindung und Konkurrenzlage. In dem Zuge muss eine Markteinschätzung vorgenommen werden.

Gerade der Heilmittelmarkt ist schwer für eine Positionierung offen zu halten. Sie sollten daher die Wünsche und Bedürfnisse der Patienten möglichst vorab kennen. Berücksichtigen Sie hierbei auch die Trends des Marktes. Im Businessplan sollten Sie Punkte wie Marktvolumen der Zielgruppe, Kosten für Marketingaktivitäten, Referenzpatienten und Umsatzplanung einbeziehen.

3. Ihr Leistungsangebot

Beim Erstellen des Businessplans sollten Sie unbedingt auf Ihre Dienstleistung detailliert eingehen:

  • Beschreiben Sie, welche Leistungen Sie anbieten und was das Besondere daran ist.
  • Was zeichnet Sie gegenüber der Konkurrenz aus?
  • Wie steht es um die Vermarktung, welche Strategien wollen Sie anwenden?
  • Welche Voraussetzungen müssen noch erbracht werden?

Eventuell möchten Sie besondere Behandlungsmethoden anbieten, auch darauf sollten Sie eingehen.

4. Die Finanzierung

Der Hauptteil des Businessplans beschäftigt sich mit der Finanzierbarkeit des Vorhabens. Hierauf legen vor allem Banken und Förderbanken ein besonderes Augenmerk, denn auf Basis dieser Daten entscheiden sie über eine Kreditvergabe oder -ablehnung.

Schätzen Sie die monatlichen Umsätze realistisch ein und erstellen Sie einen detaillierten Rentabilitätsplan. Gehen Sie auf Anschaffungen und Investitionen ein, auf die Liquiditätsreserve und bringen Sie Kostenvoranschläge bei. Der Finanzierungsplan enthält Daten zum Eigenkapital, zum Fremdkapitalbedarf und zu vorhandenen Sicherheiten.

5. Unternehmensführung

Hierbei gilt es zu klären, wie es um die Aufgabenverteilung steht und wie das Kontrollsystem innerhalb der Praxis aussehen soll.

6. Persönliche Voraussetzungen

  • Stellen Sie sich selbst unbedingt als geeignet für die Selbstständigkeit dar.
  • Führen Sie Ihre Qualifikationen auf und gehen Sie eventuell auf Ihren Gesundheitsstatus ein.
  • Haben Sie Hilfe, wenn es zu Krankheit oder Unfall kommt?
  • Unterstützt Sie auch Ihr Partner?

7. Chancen und Risiken

Auch auf diesen Punkt legen Kapitalgeber besonderen Wert.

  • Seien Sie realistisch und zeigen Sie auch Risiken auf.
  • Haben Sie aber immer Argumente dafür, wie Sie diesen Risiken begegnen können.
  • Belegen Sie Aussagen mit Zahlen und Fakten. Gehen Sie auch darauf ein, wie Sie die Entwicklung des Unternehmens positiv beeinflussen können.

8. Wahl der Rechtsform

Wählen Sie die jeweilige Rechtsform mit Bedacht.

  • Beziehen Sie steuerliche und betriebswirtschaftliche Aspekte unbedingt in Ihre Überlegungen mit ein.
  • Auch die privatrechtlichen und gesellschaftlichen Aspekte sollten bedacht werden.
  • Als Angehöriger eines Heilberufs stehen Ihnen die Rechtsformen Einzelunternehmen, GbR oder GmbH zur Auswahl.

9. Zusammenfassung

In der Zusammenfassung werden kurz und knapp noch einmal alle wichtigen Punkte aufgezählt. Nennen Sie hier Ihren Namen und stellen Sie sich als Gründer dar. Erklären Sie Ihre Geschäftsidee und Ihr Leistungsangebot.

  • Klären Sie, an wen sich Ihr Angebot richtet und wie Sie Ihre Patienten erreichen wollen.
  • Wie steht es um die Konkurrenz?
  • Welcher Gesamtkapitalbedarf ist vorhanden?
  • Vergessen Sie nicht, auf den Startpunkt für Ihr geplantes Vorhaben einzugehen.

Zu guter Letzt werden die notwendigen Anlagen dem Businessplan beigefügt. Dies können Projektpläne oder Übersichten über vorhandene Sicherheiten sein. Auch ein Geschäfts- oder Gesellschaftervertrag gehört zu den Anlagen. Des Weiteren erbringen Sie Zulassungsurkunden, Abschlüsse, Prüfungen und Ihren Lebenslauf.

Infos zum Businessplan für Heilberufe stammen vom Autor:

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