Haftungsrisiken in der Werbebranche

Haftungsrisiken in der Werbebranche

Haftungsrisiken in der Werbebranche

 

Der Werbebranche kommt eine große Bedeutung innerhalb des Wirtschaftskreislaufs zu. Klar – kein Produkt und keine Dienstleistung kann verkauft werden, wenn es keine erschlossene Zielgruppe gibt. Wer soll etwas kaufen, wenn niemand etwas davon weiß?

Die Werbebranche unterstützt Unternehmen bei der Vermarktung ihrer Dienstleistungen und Produkte und sorgt dafür, dass mit allen Mitteln der Marketingkunst das Unternehmen positiv in der Öffentlichkeit dargestellt wird. Marketingfachleute müssen kreativ und technisch versiert sein. Fehler bei der täglichen Arbeit sind dabei aber nicht ausgeschlossen.

Typische Haftungsrisiken

Die Angehörigen der Werbebranche unterliegen hohen Haftungsrisiken. In erster Linie sind es Verletzungen des Persönlichkeitsrechts, Markenrechts- und Urheberrechtsverletzungen, aus denen Schadenersatzforderungen resultieren können. Der Freiberufler haftet dabei nicht nur mit seinem gesamten betrieblichen Vermögen, sondern ebenso mit seinem privaten Hab und Gut. Ein freier Grafikdesigner kann zum Beispiel durch bloßes Übersehen Urheberrechte verletzen. Er hat vielleicht auch eine nur unzureichende oder gar fehlerhafte Recherche betrieben und in der Folge müssen Werbedrucksachen vom Markt genommen werden.

Eine Korrektur derselben sowie ein erneuter Druck sind nötig. Eine Eventagentur hat falsche Veranstaltungstermine veröffentlicht oder Räume und Gegenstände falsch gebucht. Eventuell ist auch ein Fehler bei der Buchung des für die Veranstaltung gewünschten Moderators aufgetreten. Der Vermögensschaden wird durch die Berufshaftpflichtversicherung übernommen. Umgekehrt kann die Eventagentur aber auch einen Eigenschaden erleiden, weil sie die Inserate in der falschen Zeitung aufgegeben hat oder weil Flyer falsch gestaltet wurden. In den Probeanzeigen finden sich Farb– und Textfehler. Die Druckfreigabe wurde zwar erteilt, zuvor wurden aber Umsetzungsmängel übersehen. Es werden Anzeigen veröffentlicht, deren Gestaltung oder Vertextung nicht auftragsgemäß ist.

Eine PR-Agentur kann Schäden durch eine falsche Pressekonferenz verursachen oder durch eine fehlerhafte Pressemitteilung. Gerade Imageschäden sind oft mit sehr hohen Schadenersatzforderungen verbunden. Der Werbeberater, der Betriebsgeheimnisse weitergibt oder der falsche Zielgruppen analysiert und dem Unternehmen damit einen Imageschaden beschert, wird ebenfalls oft mit Schadenersatzforderungen konfrontiert. Vielleicht schlägt er seinem Auftraggeber auch eine gänzlich falsche Strategie vor: Kosten für die Werbemaßnahme entstehen dann, ohne dass ein Gewinn durch die Werbewirksamkeit zu verzeichnen wäre. Die genannten Beispiele stehen stellvertretend für die Vielzahl an Risiken, denen ein Werbeprofi bei seiner Arbeit ausgesetzt ist.

Die Berufshaftpflichtversicherung für Eventmanager und Werbeprofis

Die Berufshaftpflichtversicherung für die Werbebranche muss in erster Linie Vermögensschäden absichern. Natürlich ist auch eine Erweiterung des Versicherungsschutzes mit der Sach- oder Personenschadenhaftpflichtversicherung möglich. Wichtig ist die so genannte „Offene Deckung“. Das bedeutet, dass der Versicherungsschutz nicht nur für die Tätigkeit des Freiberuflers gilt, die im Versicherungsvertrag genau benannt wurde, sondern auch für weitere Tätigkeiten oder Kombinationen verschiedener Tätigkeiten.

Für einen Freiberufler, der verschiedene Projekte bearbeitet und mal als Eventmanager und mal als Texter (siehe hierzu auch Berufshaftpflicht Texter) tätig wird, ist diese Form der Deckung daher optimal. Teilweise wird sie auch als All-Risk-Versicherung bezeichnet.

In der Berufshaftpflichtversicherung für Werbefachleute können sich aber zum Beispiel keine Steuerberater oder Rechtsanwälte versichern lassen, selbst wenn diese teilweise ähnliche Tätigkeiten übernehmen. Der Grund ist, dass für sie eine Pflichtversicherung aufgrund ihres Berufs besteht.

Die Eigenschaden-Deckung

Unterschieden werden muss stets zwischen der Drittschaden-Deckung (eine andere Person erleidet einen Schaden) und der Eigenschaden-Deckung (der Freiberufler selbst ist der Geschädigte). Die Eigenschaden-Deckung kann Vermögensschäden absichern, die dem Versicherungsnehmer selbst entstanden sind, zum Beispiel durch einen Fehler eines Mitarbeiters. Viele Versicherer bieten speziell für die Werbebranche ohnehin die Eigenschaden-Deckung im Rahmen des üblichen Versicherungsumfangs an.

Auch bei der Eigenschaden-Deckung können verschiedene Risiken miteinander kombiniert werden, wenn der Versicherte zum Beispiel unterschiedliche Tätigkeiten wahrnimmt. So kann er als Event- und PR-Manager, als Werbeberater oder Grafikdesigner tätig werden. Sämtliche damit einhergehenden Risiken sind über die All-Risk-Versicherung abgedeckt.

Rechtsdienstleistungen durch Eventagenturen und Werbefachleute

Bereits seit 2008 gilt die Regelung, dass Rechtsdienstleistungen, die von Eventagenturen und Werbefachleuten erbracht werden, durch die Versicherung anerkannt werden.

Wichtig: Diese Dienstleistungen dürfen nur als Nebenleistungen erbracht werden.

Die Versicherungsleistungen werden durch die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung übernommen. Eine Rechtsberatung als Hauptleistung darf von jemandem, der nicht als Rechtsanwalt, Steuerberater oder ähnliches zugelassen ist, nicht erbracht werden.

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